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Erster Aufgriff in Zittau: Gibt's eine neue Flüchtlingswelle?

Die Bundespolizei Ebersbach hat auf dem Bahnhof acht Afghanen gefasst. Im Bereich Ludwigsdorf gab's schon Hunderte illegal Eingereiste.

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Symbolbild © dpa

Eine Streife der Bundespolizei Ebersbach hat in der Nacht zum Dienstag acht Afghanen auf dem Zittauer Bahnhof aufgegriffen, die weder Pässe noch Visa oder sonstige Aufenthaltstitel vorweisen konnten. Sie wollten mit einem Zug von Zittau nach Dresden fahren, als die Beamten sie gegen 4.10 Uhr bemerkten und in Gewahrsam nahmen. "Wir vermuten, dass sie von Polen eingereist sein könnten", sagt Alfred Klaner von der Bundespolizei.

Doch weder zum Ort des Grenzübertritts, noch zum Alter der Männer konnten am Dienstagvormittag Angaben gemacht werden. Die Afghanen befanden sich zu der Zeit noch auf der Dienststelle. Gegen sie wird nun wegen unerlaubter Einreise und unerlaubtem Aufenthalts ermittelt.

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Für die Bundespolizei Ebersbach ist der Fall der erste Aufgriff in Zittau, der laut dem Sprecher mutmaßlich zum gestiegenen Flüchtlingsaufkommen gehört. Das hat sich bisher vor allem auf den Bereich Ludwigsdorf konzentriert. "Es gab bisher nur vereinzelt Fälle südlich von Görlitz", so Alfred Klaner. Die Ebersbacher helfen inzwischen den Kollegen in Ludwigsdorf bei Kontrollen entlang der Grenze und der A4. Das Ergebnis: Seit dem 6. August haben die Beamten laut Bundespolizeidirektion Pirna allein im Bereich Ludwigsdorf bereits über 400 Flüchtlinge aufgegriffen, Stand vergangener Freitagvormittag. Mittlerweile nähert sich die Zahl der 500.

Grund für die neue Flüchtlingswelle soll das Drehkreuz Minsk in Weißrussland sein. Die dortige Regierung versucht offenbar, Flüchtlinge als Druckmittel gegen die EU einzusetzen, bringt sie an die Grenze zu Polen. Die Regierung dort wiederum reagiert mit einer massiven Abschottungspolitik. Dennoch gelingt immer wieder Flüchtlingen der Weg gen Westen.

Dazu gehört auch der Fall vom Montagnachmittag auf dem A4-Parkplatz "Wacheberg" bei Weißenberg. Dort haben laut dem Sprecher vermutlich unbekannte Schleuser 16 Flüchtlinge aus dem Irak aussteigen lassen und ihrem Schicksal überlassen.

Eine Streife des Zolls bemerkte 14 Personen im Bereich der Sitzbänke und im nahen Gebüsch, als diese sich umzogen. Die zur Verstärkung hinzugekommene Streife der Bundespolizei fand noch zwei weitere, die sich hinter dem Toilettenhäuschen versteckten. Die Frauen und Männer zwischen 16 und 37 Jahren wiesen sich mit irakischen Pässen aus, konnten aber weder ein Visum noch einen Aufenthaltstitel vorlegen. In ihrer Begleitung befanden sich drei Kinder im Alter von zwei, sechs und 12 Jahren.

Während der Kontrolle fuhr ein Auto mit Hamburger Kennzeichen verdächtig langsam an der Personengruppe vorbei. "Die beiden Männer schienen sich für die Aufgegriffenen zu interessieren, fuhren aber sofort wieder auf die Autobahn auf", berichtet der Bundespolizei-Sprecher. Ob es sich um Familienangehörige oder Abholschleuser handelte, blieb ungeklärt.

Die 16 Flüchtlinge kamen in Gewahrsam. Sie stellten inzwischen teilweise Asylanträge. Die Bundespolizei ermittelt wegen unerlaubter Einreise und wegen unerlaubtem Aufenthalt. Die Bearbeitung dauert noch an. Auch an anderer Stelle - aufgrund der vielen Aufgriffe. "Wir haben bereits Unterstützung angefordert, aber wissen nicht, wann sie kommt und in welcher Stärke", so Alfred Klaner.

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