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Freital

Protest am Windbergdenkmal

Die Corona-Krise trifft die Veranstaltungsbranche besonders hart. Jetzt macht sie in ganz Deutschland kreativ darauf aufmerksam. Freital ist dabei.

Am Montagabend ab 22 Uhr wird das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg rot angestrahlt. Aus Protest.
Am Montagabend ab 22 Uhr wird das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg rot angestrahlt. Aus Protest. © Karl-Ludwig Oberthür

Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! So dramatisch klingt der Aufruf zu "Night of light". Es soll ein flammender Appell und Hilferuf an die Politik zur Rettung der Branche sein, die nach Angaben der Initiatoren von den Einschränkungen in der Corona-Krise besonders stark betroffen ist. Und in der Tat: Großveranstaltungen sind nach jetzigem Stand noch bis Ende Oktober untersagt.

Die kreative Aktion startet am Montagabend. Deutschlandweit werden Firmen ihre Gebäude rot anstrahlen, genauso wie markante Häuser oder Wahrzeichen ihrer Städte. Daran beteiligt sich in Freital auch die Firma Stageport. Sie wird dafür sorgen, dass das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg am Montag punkt 22 Uhr rot erleuchtet wird.

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"Wir bringen die Technik mit und werden gegen 18 Uhr auf dem Windberg anfangen, alles zu installieren", sagt Stageport-Inhaber Torsten Hausdorf. Die Vorbereitungen dafür laufen seit etwa 14 Tagen. "Als ich von der Initiative erfahren habe, wusste ich sofort, dass ich da mitmachen will." Hausdorf wendete sich an Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU). "Er hat uns sehr wohlwollend Hilfe angeboten."

Für das Unterfangen mussten einige Genehmigungen behördlicherseits eingeholt werden. Die Stadt Freital stimmte zu, die Stadtwerke liefern den Strom und der Sachsenforst gab die Erlaubnis, dass Stageport mit seinen Transportern die Waldwege auf dem Windberg befahren darf, um die Technik zum Denkmal bringen zu können. "Von 22 Uhr Montagabend bis 1 Uhr Dienstagfrüh wird es dann rot erstrahlen", sagt Torsten Hausdorf.  

4.000 Beteiligte in ganz Deutschland

Seit 2012 ist Hausdorf mit seiner Firma in Freital erfolgreich. Zahlreiche regionale und überregionale Veranstaltungen jeglicher Art haben seine 26 Mitarbeiter in den vergangenen Jahren begleitet. "Wir haben etwa 120 Kunden, viele davon in Dresden und Sachsen, manche weiter entfernt in Deutschland und einige sogar im europäischen Ausland." Für diese werden Bühnentechnik gestellt, Licht und Ton gemacht, Messestände aufgebaut.

Seit dem 10. März gelten wegen der Corona-Krise die Verbote von Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen. Zwischenzeitlich war auch das nicht mehr möglich. Und auch heute noch sind keine Großveranstaltungen zugelassen. "Unser Geschäft ist nahezu bei null", so Hausdorf. "Letzte Woche hatten wir mal wieder einen Auftrag fürs Fernsehen, aber das war's dann auch schon."

In Freital arbeitet seine Firma hin und wieder mit den Landesbühnen zusammen, wenn sie im Kulturhaus spielen. Doch auch diese Aufträge ruhen im Moment. "Wir blicken jetzt voraus und wollen im kommenden Jahr zum Tag der Sachsen und der 100-Jahr-Feier gerne mit helfen, dass die Veranstaltungen ein Erfolg werden."

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An der "Night of Light" werden sich deutschlandweit rund 4.000 Firmen beteiligen, große wie kleine. Auch in angrenzenden Ländern wie Dänemark, Österreich und der Schweiz wird es rot erleuchtete Gebäude und Wahrzeichen geben. Damit rufen die Initiatoren die Politik auf, echte Hilfe anstelle von Kredit-Programmen auf den Weg zu bringen. "Wir fordern einen Branchendialog mit der Politik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden", heißt es im Aufruf.

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