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Protest-Picknick für Investorin

Die Posse um den abgerissenen Elberadweg bekommt ein neues Kapitel. Sympathisanten rufen zu Spenden für Regine Töberich auf. Das gefällt nicht allen.

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© André Wirsig

Die Posse um den abgerissenen Elberadweg bekommt ein neues Kapitel. Hans-Jürgen Mrosk, Betreiber einer Laubegaster Zimmervermietung, hat jetzt bei Facebook aufgerufen, für Regine Töberich zu spenden. Sie muss rund 20 000 Euro für Bußgeld und Reparatur des Elberadwegs an das Rathaus bezahlen. Töberich hatte am Donnerstagnachmittag aus Protest gegen die Rathauspolitik ein Stück des Elberadwegs zwischen Pieschen und der Neustadt weggerissen – im Glauben, es sei ihr Grundstück. Tatsächlich erwischte sie einen Teil, der der Stadt gehört. Der Fehler war beim Übertragen eines Lageplans auf eine Google-Maps-Karte entstanden.

Töberich frühstückt mit FDP-Leuten

Mrosks Spendeninitiative erhielt aber auch Gegenwind. „Die Firma hat genug Asche, sonst könnten die nicht eine Wohnanlage für 50 Mille planen“, schreibt der Dresdner Andreas Mehlig. „Das Geld für den Radweg ist fest eingeplant. Die Idee ist einfach nur blöd!“ Regine Töberich will selber für ihre Baggeraktion geradestehen, sagte sie gestern. Dafür soll es ein Picknick mit Sympathisanten geben. FDP-Mitglieder, unter anderem der frühere Dresdner Parteichef Johannes Lohmeyer und Ex-Stadträtin Barbara Lässig haben dazu aufgerufen, am Sonnabend auf dem Grundstück der Investorin neben dem Elberadweg zu frühstücken. Töberich will das Picknick auch dazu nutzen, um Fragen der Bürger zu beantworten.

Unterdessen geht die Debatte um ihr Bauprojekt Marina Garden weiter. Töberich erwecke den Eindruck, dass ein Werkstattverfahren für einen Bebauungsplan für das Areal an der Leipziger Straße eine besondere Schikane sei, so Grünen-Fraktionschef Thomas Löser. „Der 2010 vom Stadtrat beschlossene Masterplan sieht auf dem Grundstück von Frau Töberich eine Bebauung nur auf der einen Hälfte vor und auf der anderen Hälfte Grünfläche.“ So ist auch ein Flutschutz für die Leipziger Straße vorgesehen. Die Investorin habe das beim Kauf im Sommer 2014 gewusst. Danach richte sich der Preis. Jetzt so zu tun, als ob sie darüber getäuscht wurde, sei nicht redlich.

Töberich weist das zurück. Sie habe bisher zu keinem Zeitpunkt mit am Planungstisch gesessen. Ein Werkstattverfahren verweigere sie, weil auf einem Privatgrundstück keine öffentliche Grünfläche geplant werden könne. Auch eine Flutmauer will die Investorin nicht. Nach den Plänen von Rot-Grün-Rot dürfe sie nur 20 Prozent der ursprünglich geplanten Fläche mit Wohnungen bebauen. Das lehnt sie ab. (SZ/two)