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Radeberg

Havarie im Milchwerk Leppersdorf

Bei Müllermilch gab es offenbar einen Vorfall, von Säureaustritt und Verletzten ist die Rede, Rettungskräfte sind vor Ort. Nun hat Müller sich geäußert.

Im Milchwerk Leppersdorf gab es am Freitag eine Havarie.
Im Milchwerk Leppersdorf gab es am Freitag eine Havarie. © xcitepress

Am Milchwerk in Leppersdorf gab es am Freitag einen Feuerwehreinsatz. Ein Fotoreporter berichtete gegenüber Sächsische.de zunächst, dass giftige Dämpfe ausgetreten seien, mehrere Menschen könnten verletzt worden sein. In anderen Medien war von Säureaustritt die Rede. Ein Großangebot von Rettungskräften war vor Ort. 

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Nach dem Vorfall im dem Milchwerk ist der genaue Hergang noch unklar. Der Ruf nach einer Werksfeuerwehr wird lauter.

Das ist bei Sachsenmilch in Leppersdorf passiert:

„Der Notruf ging bei uns um 8.40 Uhr ein. Wir wurden darüber informiert, dass es einen Vorfall auf dem Firmengelände gab. Wir haben dann die Feuerwehren mit dem Stichwort ABC alarmiert“, bestätigt Lutz Petrick von der Rettungsleitstelle Hoyerswerda auf Sächsische.de-Nachfrage. ABC bedeutet dabei, dass atomare, biologische oder chemische Stoffe ausgetreten sein könnten. Deswegen wurde ein Gefahrgutzug alarmiert.

Bei dem vermeintlichen Säureunfall sollen Augenzeugenberichten zufolge mehrere Menschen im Rettungswagen vom Firmengelände gebracht worden sein. Nach Sächsische.de-Informationen bereiteten sich die umliegenden Krankenhäuser auf zahlreiche Patienten aus Leppersdorf vor. Auch einen Schwerverletzten soll es gegeben haben. Nach bisher unbestätigten Informationen musste bei einer Person aufgrund der eingeatmeten Dämpfe eine Tracheotomie, sprich ein Luftröhrenschnitt, durchgeführt werden.

Wie viele Verletzte es wirklich gab und wie groß das Ausmaß des Vorfalls wirklich ist, konnte zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen. Augenzeugen berichteten auch, dass mehre Rettungswagen hintereinander auf das Gelände des Milchkonzerns fuhren. Auch die Wachauer Feuerwehr musste immer wieder zwischen dem Werk und dem Gerätehaus pendeln.

Der Mutterkonzern Müllermilch, mit Sitz im bayerischen Freising, konnte dabei aber nicht bestätigen, dass es sich wirklich um den Austritt einer Säure handelt. Eine Sprecherin sagte nur, dass etwas passiert sei und der Konzern an einer Stellungnahme arbeite. Bis in die späten Nachmittagsstunden herrschte eine unklare Situation. 

Von Seiten der Polizei gab es keine konkreten Auskünfte. „Wir können bestätigen, dass es einen Vorfall gab. Angaben zur Art und zum Ausmaß können wir aber nicht geben, da sich der Vorfall auf dem Betriebsgelände ereignet hat. Angaben dazu muss die Firma machen“, sagte Thomas Knaup, Sprecher der Polizeidirektion Görlitz. Die Müller-Gruppe kündigt eine Pressemitteilung für den frühen Abend an.

Das sagt Müllermilch:

Inzwischen hat auch die Müller-Gruppe genauere Umstände bekannt gegeben. „Am Freitagmorgen kam es zu einer Rauchentwicklung infolge einer chemischen Reaktion in einem Produktionsgebäude der Sachsenmilch Leppersdorf GmbH“, teilt Carolin Linseis vom Hauptsitz der Firma in Freising mit. 

Nach ihren Angaben wurde die Feuerwehr unmittelbar nach Auftreten der Rauchentwicklung informiert, auch das Gebäude wurde sofort vorsorglich geräumt. „Die Rauchentwicklung konnte somit schnell abgestellt werden, die Mitarbeiter und Dienstleister dieses Bereichs wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.“

Derzeit laufen nach ihren Angaben weitere Überprüfungs- und Sicherungsmaßnahmen der Feuerwehr am Gelände, die, wie in solchen Fällen üblich, von Polizei und Behörden begleitet werden. Beeinträchtigungen für Personen außerhalb des Unternehmens sowie das umliegende Gelände habe es nicht gegeben.

Für den Einsatz in Leppersdorf wurde der Gefahrgutzug Süd alarmiert. Beim Einsatz waren insgesamt elf Feuerwehren im Einsatz. Sie kamen aus Bautzen, Wilthen, Cunewalde, Wachau, Lichtenberg, Seifersdorf, Frankenthal, Lommnitz, Großerkmannsdorf und Medingen.