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Knapper Sieg für Ilko Keßler in Arnsdorf

Der Kandidat des Bürgerforums 1990 erhielt bei der Bürgermeisterwahl die meisten Stimmen. In drei Wochen folgt der nächste Urnengang.

Freude bei Ilko Keßler. Er bekam im ersten Wahlgang bei der Bürgermeisterwahl in Arnsdorf die meisten Stimmen.
Freude bei Ilko Keßler. Er bekam im ersten Wahlgang bei der Bürgermeisterwahl in Arnsdorf die meisten Stimmen. © privat

Arnsdorf.  Der Vorfall in einem Arnsdorfer Supermarkt, bei den ein psychisch kranker Asylbewerber an einen Baum gefesselt wurde, die Angriffe gegen die ehemaligen Bürgermeisterin Martina Angermann und schließlich ihr Rücktritt, und dann die Frage: Holt die AfD in Arnsdorf ihren ersten Bürgermeisterposten in Sachsen. Die Wahl in Arnsdorf war keine Gewöhnliche. Das Ergebnis wurde über das Rödertal hinaus mit Spannung erwartet.Gegen 19.30 Uhr konnte Wahlleiterin Angela Bendix dann am Sonntagabend die vorläufigen Zahlen verkünden. 

Danach kommt Ilko Keßler (SPD), Kandidat des Bürgerforums 1990 auf 36,97 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgt mit 35,93 Prozent der CDU-Kandidat Frank Eisold. Detlef Oelsner (parteilos), der für die AfD ins Rennen ging, kommt auf 27,09 Prozent. Da keiner der Kandidaten mindestens 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, findet am Sonntag, dem 11. Oktober, ein zweiter Wahlgang statt. Dann genügt die einfache Mehrheit eines Kandidaten. Ob alle drei wieder antreten, stellt sich in dieser Woche heraus. Bis Freitag müssen sie das der Wahlleiterin mitteilen.

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Viele Briefwähler

Die Wahlbeteiligung lag mit 65 Prozent leicht unter der der Kommunalwahl vom vergangenen Jahr. Damals gingen 68,1 Prozent der Arnsdorfer zur Wahl. Besonders hoch war diesmal der Anteil der Briefwähler. Rund 600 Arnsdorfer wählten diesen Weg, um ihre Stimme abzugeben. Angela Bendix führte das auf die noch andauernde Urlaubszeit zurück. „Viele konnten im Hochsommer nicht verreisen. Sie sind vermutlich jetzt unterwegs. Natürlich ist Corona auch ein Grund für die hohe Zahl der Briefwähler“, sagt sie.Ilko Keßler war in einer ersten Reaktion sehr erfreut. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Ich bedanke mich bei allen Arnsdorfern, die mir ihre Stimme gegeben haben. Bedanken möchte ich mich auch bei allen Helfern vom Bürgerforums 1990, und allen anderen Arnsdorfern, die mich im Wahlkampf unterstützt haben.“ Seinen Erfolg führt er auf die vielen Gespräche und Veranstaltungen zurück, die er in der Gemeinde geführt hat. „Als Außenstehender aus der Gemeinde Großharthau musste ich mich in Arnsdorf erst bekannt machen. Ich konnte mich nicht ausruhen. Dabei habe ich offenbar mit meinem Konzept überzeugen können. Ich habe offen gesagt, was angesichts der klammen Haushaltskasse der Gemeinde nicht geht, aber auch Vorschläge gemacht, wie die Gemeinde vorangebracht werden kann. Das ist offenbar angekommen.“ 

Zutritt nur mit Mundschutz: In den Wahllokalen mussten sich die Arnsdorfer an die Hygienevorschriften halten.
Zutritt nur mit Mundschutz: In den Wahllokalen mussten sich die Arnsdorfer an die Hygienevorschriften halten. © René Meinig

CDU-Kandidat Frank Eisold ist mit dem Ergebnis hochzufrieden. „Der Rückstand ist hauchdünn. Entschieden wird die Abstimmung im zweiten Wahlgang. Ich freue mich, dass mir so viele Arnsdorfer das Vertrauen gegeben haben.“ Sein offener und ehrlicher Wahlkampf ohne unrealistische Wahlversprechen habe sich ausgezahlt, sagt er. Die nächsten Wochen werde er für weitere Gespräche mit den Arnsdorfern nutzen. Detlef Oelsner (parteilos), der für die AfD für das Bürgermeisteramt kandidierte, gibt sich trotz des dritten Platzes kämpferisch. „Das Ergebnis ist etwas enttäuschend. Dennoch werde ich beim zweiten Wahlgang am 11. Oktober wieder antreten.“

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Das Bürgerforum 1990 konnte mit dem jetzigen Wahlerfolg an frühere gute Ergebnisse anknüpfen. So wurde das Forum bei der Gemeinderatswahl im Mai 2019 mit Abstand stärkste Kraft. Mehr als 40 Prozent der Wähler machten ihr Kreuzchen bei ihnen. Auf Platz zwei kam damals die CDU mit knapp 30 Prozent, dicht gefolgt von der AfD. Auch bei der Bürgermeisterwahl 2015 siegte das Bürgerforum 1990. Mehr als 75 Prozent der Stimmen konnte es auf sich vereinigen. Dass es offenbar eine hohe Zahl von Wechselwählern in Arnsdorf gibt, hatte sich bei der Landtagswahl im September 2019 gezeigt. Bei den Zweitstimmen lag die AfD mit 34,8 Prozent vorn.

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