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Ist der Coswiger Dehner-Brand aufgeklärt?

Im Februar 2018 war der Gartenmarkt angezündet worden. Seit Donnerstag sitzt nun ein junger Mann in Dresden in Untersuchungshaft.

Am Tag nach dem Großfeuer sicherten Polizisten die Brandstelle des Dehner-Gartenmarktes in Coswig und suchten nach Spuren.
Am Tag nach dem Großfeuer sicherten Polizisten die Brandstelle des Dehner-Gartenmarktes in Coswig und suchten nach Spuren. © Norbert Millauer

Noch sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei nicht abgeschlossen. Aber die bisher vorliegenden Ergebnisse sind offenbar so schwerwiegende, dass am Donnerstag ein Tatverdächtiger vorläufig festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurde.

Wie die Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Dresden in einer gemeinsamen Medieninformation weiter schreiben, hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet.

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Ermittelt wird gegen den 21-jährigen Deutschen wegen des Verdachts der Brandstiftung. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, sich am 14. Februar 2018 gegen 0.30 Uhr auf das Gelände des Dehner Gartenmarktes an der Dresdener Straße in Coswig begeben zu haben, um diesen anzuzünden.

Der Mann sei in den Markt eingedrungen, in dem sich auch viele leicht brennbare Gegenstände befanden - unter anderem Rasenteppiche und Gartenmöbel aus Holz. Dort entzündete der Beschuldigte ein Feuer, welches sich rasch ausbreitete und einen Teil des Gartenmarktes völlig zerstörte, heißt es weiter in dem Schreiben. Durch den Brand sei dem Eigentümer ein Schaden von mindestens zwei Millionen Euro entstanden.

Der Beschuldigte wurde im Rahmen umfangreicher Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei identifiziert. Die weiteren Ermittlungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Über wenige Monate verteilt, hatte es 2017/18 in kurzen Abständen in Coswig und Umgebung gleich mehrere große Brände gegeben. Das hatte für Aufregung bei den Bewohnern gesorgt. Im Juli 2017 brannten zwei Lagerhallen der Coswiger Lackfabrik, im November das Zentrallager von Landmaxx in Coswig, im Dezember eine Hülsbusch-Lagerhalle in Weinböhla die dem dortigen Karnevalsverein als Lager diente. Und nur einen Tag nach der Brandstiftung im Dehnermarkt, brannte die große Lagerhalle des WHG Holzhandels lichterloh. Auch dort war der Schaden gewaltig.

Der Brandstifter des Holzmarktes wurde bereits zu sechs Jahren Haft verurteilt. Und auch die mutmaßlichen Schuldigen für zehn weitere Brände sind inzwischen ermittelt und angeklagt. Dabei geht es um mehrere Brände in Wohnhäusern in Meißen, in der ehemaligen Gaststätte Waldschlösschen in Röderau und das Großfeuer in der leerstehenden früheren Zellstofffabrik in Coswig-Kötitz. Auch der Brand bei Hülsbusch wurde aufgeklärt.

Ein knappes Jahr nach der Brandstiftung wurde der Markt am 31. Januar 2019 wieder eröffnet.
Ein knappes Jahr nach der Brandstiftung wurde der Markt am 31. Januar 2019 wieder eröffnet. © Arvid Müller

Im Dehnermarkt hatte am 13. Februar kurz nach Mitternacht die automatische Brandmeldeanlage des Hauses reagiert. Dass es sich diesmal nicht um einen Fehlalarm handelte - was bei solchen Anlagen immer mal wieder vorkommt -, merkten die Feuerwehrleute gleich bei der Anfahrt. Denn es rauchte aus dem Glasdach des Mittelbaus. Schnell wurden weitere Kräfte angefordert.

Schließlich waren 60 Feuerwehrleute aus Coswig, Weinböhla und Radebeul vor Ort, dazu Rettungsdienst und Polizei. Mit insgesamt etwa 20 Fahrzeugen. Die Brandbekämpfer mussten sich einiges einfallen lassen, um der helllodernden Flammen Herr zu werden. Von mehreren Seiten rückten die Kameraden gegen das Feuer vor. Um es auch von oben bekämpfen zu können, kam ein Habsteiger zum Einsatz. Doch die eisige Witterung mit Temperaturen bis minus fünf Grad stellte sie noch vor ein anderes Problem: die Gefahr gefrierenden Löschwassers.

Das wurde einem Feuerwehrmann am frühen Morgen zum Verhängnis. Er stürzte auf dem Eis, verletzt sich, kam ins Krankenhaus. In den sozialen Netzwerken gab es auf diese Information hin Genesungswünsche. Zum Glück konnte das Mitglied der Coswiger Wehr am selben Tag wieder nach Hause.

Glück hatten auch die zahlreichen Tiere - von den Vögeln bis zu den Kaninchen -, die im Gartenmarkt zu erwerben sind. Da sie sich im vorderen Marktteil befanden, wurden sie vom Feuer verschont. Die Feuerwehr, die gegen 6.45 Uhr wieder einrücken konnte, musste keines retten. Auch dank der Brandschutzwand, die noch schlimmeren Schaden verhinderte.

Ein knappes Jahr nach der Brandstiftung öffnete der Dehner-Gartenmarkt am 31. Januar 2019 wieder seine Tore. Obwohl der vordere Teil des Geschäfts nicht direkt vom Feuer betroffen war, hatte das Unternehmen die Brandschadenbeseitigung gleich zum Anlass für eine Generalüberholung genommen. Das Vordach über der Eingangstür wurde verglast, damit mehr Licht reinkommt und das Grünsortiment gleich am Eingang präsentiert werden kann. Die gesamte Innenraumgestaltung und Warenpräsentation erfolgt moderner, es gibt eine komplett neue, barrierefreie Kundentoilette und mehr Parkplätze.

Weil bei den Arbeiten auch das Außengelände neu gestaltet wurde, verbesserte sich auch die Situation für die Brockwitzer Grundschüler. Neben dem großen Kundenparkplatz entstand noch ein kleiner mit Platz für etwa fünf Autos. Dieser Parkplatz hat einen direkten Zugang zur Fußgängerampel, was den Schulweg noch sicherer macht. (mit SZ/IL,pz,per,jm)

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