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Karl-May-Museum wird deutlich billiger

Mit neuen Bauplänen können die Kosten für Neubau und Sanierung in Radebeul um sechs Millionen Euro reduziert werden.

Der geplante Neubau für das Karl-May-Museum an der Meißner Straße in Radebeul soll verkleinert und damit Geld gespart werden. Links: die ursprüngliche Fläche.
Der geplante Neubau für das Karl-May-Museum an der Meißner Straße in Radebeul soll verkleinert und damit Geld gespart werden. Links: die ursprüngliche Fläche. © aT2 Architekten

Radebeul. In die Vorhaben des Radebeuler Karl-May-Museums kommt wieder Struktur. War im Frühjahr der vorherige Museumsdirektor zurückgetreten, weil aus seiner Sicht mit dem Neubauvorhaben nichts voranging, so hat die jetzige Leitung, vor allem aber der Stiftungsvorstand, die Pläne gründlich überarbeitet.

Das Haupthindernis, aus den Neubauplänen etwas werden zu lassen, waren die immer mehr anwachsenden Kosten. Zuletzt wurde über eine Planungssumme für den Neubau eines Gebäudes an der Meißner Straße und der dringenden Sanierung des Blockhauses, der Villa Bärenfett, von zwölf Millionen Euro gesprochen.

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Volkmar Kunze, Vorstandsvorsitzender der Karl-May-Stiftung und Geschäftsführer der Museums GmbH, Museumsleiter Robin Leipold und die seit Jahren mit dem Projekt befassten Radebeuler Architekten Frank Mehnert und Dirk Georgi vom Büro aT2 haben sich Gedanken gemacht, wie die Kosten reduziert werden können. Ohne wesentliche Bereiche wegfallen zu lassen.

Volkmar Kunze: „Wir haben es geschafft, die Grundfläche von 520 Quadratmetern auf 340 Quadratmeter zu reduzieren.“ Das große Gebäude an der Ecke Meißner Straße, Schildenstraße wird in seiner Grundfläche auf 170 Quadratmeter verkleinert - allerdings alle wesentlichen Funktionen beibehalten. Auch die äußere Ansicht soll so bleiben.

Bis Jahresende 2021 kann das Grundstück der Aral-Tankstelle als Ergänzung des Sanierungsgebietes Radebeul-Ost in den Händen der Stadt sein. Auf dieser Fläche sollen Busse vorfahren können und die Besucher aus der Straßenbahnhaltestelle über einen Vorplatz zum Museumseingang gelangen.

Das direkte Eckgrundstück Meißner Straße, Schildenstraße gehört bereits der Karl-May-Stiftung. Das Gelände auf diesem Grundstück ist etwa 1,50 Meter höher als das übrige Areal. Und genau das wurde für die neuen Pläne ausgenutzt.

An der äußeren Gestaltung des Empfangsgebäudes für das Karl-May-Museum soll sich nichts ändern.
An der äußeren Gestaltung des Empfangsgebäudes für das Karl-May-Museum soll sich nichts ändern. © aT2 Architekten

Nämlich indem es eine Ebene ebenerdig gibt, in der die Besucher barrierefrei eintreten können. Der neue Sonderausstellungsbereich im Neubau wird dann auf der Höhe des Eckgrundstückes sein, also als Hochparterre. Darunter, aber eben nicht im Keller, das Souterrain mit dem Platz für das künftige Depot des Museums. Der Geländesprung und Höhenunterschied wird mit wenigen Treppen und einem Aufzug dann barrierefrei ausgeglichen.

Es muss kein Keller gebaut werden. Kunze: „Das Depot war bisher mit den entsprechenden statischen Verstärkungen in der ersten Etage vorgesehen. An dieser Stelle werden, neben der Verkleinerung des Gebäudes, weitere Kosten gespart.“

Die nächste neue Idee im Plan ist, den Neubau mit einem Übergang direkt mit der Villa Bärenfett zu verbinden. Wieder barrierefrei. Wer nicht in die Villa, sondern in den Park möchte, für den gibt es einen zweiten Ausgang - über eine kleine Treppe oder einen Aufzug.

Der Ostteil der Villa Bärenfett muss durch einen Ersatzneubau an der Nordostseite, der dringend für das 1936 errichtete und sanierungsbedürftige Haus notwendig ist, erneuert werden. Der Westteil, das Blockhaus, steht unter Denkmalschutz und muss so erhalten bleiben.

Die Verbindung zwischen Neubau und Villa Bärenfett, so erläutert der Stiftungsvorstandschef, erlaubt es, nur einmal Sanitärräume einrichten zu müssen. Außerdem kann die Heizungsanlage im Keller der Villa Bärenfett installiert werden und beide Gebäude versorgen. Der Neubau wird zuerst gebaut. Die Indianistik-Ausstellung wird beim Errichten des Ersatzneubaus der Villa Bärenfett in den schon fertigen Neubau umziehen.

In der ersten Etage des Neubaus soll die Verwaltung des Museums zusammengefasst werden. Diese ist jetzt auf die Villa Shatterhand und die Villa Bärenfett verteilt. Das Dachgeschoss der Villa Bärenfett hätte dann Platz als Fachbibliothek Karl May, Ethnologie und als gemeinsames Archiv mit der Karl-May-Gesellschaft.

Volkmar Kunze: „Aus der Villa Shatterhand wird auch der Shop in den Neubau verlagert, ein Raum für Mitarbeiter ist nicht mehr notwendig. Das bringt uns in der Villa Shatterhand 60 bis 70 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche.“ Die obere Etage unterm Dach, so der Plan, könnten die Karl-May-Gesellschaft und das Museum zum Aufbewahren wissenschaftlicher Schriften gemeinsam nutzen. Ins ehemalige Wohnhaus von Karl May müsste noch ein Aufzug für den barrierefreien Zugang eingebaut werden.

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Fazit, so der Stiftungsvorstand um Volkmar Kunze: Die Kosten, einschließlich der Veränderungen in der Villa Shatterhand, würden sich bei 6,3 Millionen Euro bewegen. Eine Halbierung der bisher berechneten Aufwendungen. Ziel von Stiftung und Kuratorium sei es, so Kunze, das Geld für Neubau, Ersatzneubau und Umgestaltung in den nächsten Jahren zusammenzutragen. Dabei werde auf die Unterstützung der Stadt und des Landes Sachsen gebaut.

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