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Reichhaltige Figurenwelt und Freiluft-Atelier

Der Bildhauer Friedemann Dietzel ist erstmals dabei bei „Kunst geht in Gärten“. Auf Schloss Wackerbarth gibt es ein Pleinair mit 16 Künstlern.

Bildhauer Friedemann Dietzel sitzt in seinem Garten im Lößnitzgrund.
Bildhauer Friedemann Dietzel sitzt in seinem Garten im Lößnitzgrund. © Norbert Millauer

Von Lilli Vostry

Radebeul. Umgeben von hohen Bäumen im Lößnitzgrund taucht das bezaubernd urwüchsige Gartenreich von Friedemann Dietzel auf. Von Grün umwucherte Treppenstufen führen den Hang hinauf zu seinem Garten mit Sommerhaus. Das Dach ist üppig berankt mit Weiß- und Blauregen. Davor stehen eine Bank und ein alter Holztisch. Ein Stück weiter eine hohe, farbig bemalte Holzskulptur mit erhobenen Armen wie eine Tanzende.

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Kleine und größere Skulpturen wachsen aus dem Grün und zwischen blühenden Hortensien hervor. Begleitet von kaukasischen Vergissmeinnicht, Kugeldisteln, Phlox, Rosen und Dahlien. Noch eine Terrasse höher befindet sich Dietzels Werkstatt „PrijArtzwo“ (auf Russisch: Obdach). Hier hat er ein neues „Obdach für die Kunst“ errichtet, aus hellem Fichtenholz, mit großem Fenster und weitem Blick auf die Lößnitzlandschaft, nachdem seine Werkstatt 2015 nach einem Kurzschluss abgebrannt war. Verkohlte Skulpturen erinnern daran.

23 Stationen zur Kunst in Gärten

Neben ihnen steht eine grazile Figur in blauen und sonnigen Farbtönen. Eine „Himmelsguckerin“, die vom Scheitern und Fliegen erzählt, sagt Friedemann Dietzel. Er ist erstmals dabei bei der letztes Jahr ins Leben gerufenen Aktion „Kunst geht in Gärten“, initiiert vom Kulturamt der Stadt Radebeul, am 17. und 18. Juli von 13 bis 18 Uhr. Die Besucher können Natur, Kunst und Gartenlust an 23 Stationen mit rund einhundert Künstlern erleben.

Bei Friedemann Dietzel in seinem Garten auf dem Langenwiesenweg 64 unweit der Schefflermühle lockt eine reichhaltige Figurenwelt aus meterhohen Holzskulpturen und kleinen, filigranen Bronzegussfiguren. Sie haben auffallend große Hände und verkörpern mal kraftvoll, mal raumgreifend, springend, tänzerisch bewegt und mit Krücken das Zerbrechliche des menschlichen Seins. Dort kann man poetische Texte und Notizen von ihm zu seinem bildhauerischen Schaffen an der Werkstattwand lesen, stehen philosophische Zitate entlang des Treppenaufgangs zum Garten, und dort wird zum Verweilen und Genießen bei Kaffee und Kuchen und Wein vom Winzer Michail Kruchak nebenan in die Kunstoase im Grünen eingeladen. Außerdem können die Gäste den Klängen der in den Gärten umherwandelnden Musiker lauschen.

Künstlern auf Wackerbarth über die Schulter schauen

„Alles Leben begann in Gärten. Sie erzählen, wie der Mensch sich in der Welt einrichtet“, sagt Friedemann Dietzel. Der Garten sei sein Refugium, Rückzugsort für die Seele und Schaffensort seiner Skulpturen. Darunter ein Figurenzyklus mit dem Titel „Zeichen der Zeit“, zu denen „die Haltung“ und „die Hoffnung“ gehören. Diesen Winter entstanden „die Dankbarkeit“ und „die Würde“, „die Versöhnung“ ist gerade im Entstehen. Die über zwei Meter hohen Eichenholzskulpturen stehen in einem weiteren Garten in der Nähe, den Dietzel für Interessierte öffnet. „Das Spiel zwischen Freiheit und Begrenzung und einen Umgang damit finden“, darum geht es ihm vor allem in seinem Werk.

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Außerdem wird innerhalb der Veranstaltung „Kunst geht in Gärten“ erstmals zu einem Pleinair mit 16 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region im Areal von Schloss Wackerbarth eingeladen. Der Rotary Club Radebeul veranstaltet dieses gemeinsam mit dem Staatsweingut. Ein ganzes Wochenende (täglich ab 10 Uhr, Eintritt frei) verwandelt sich die barocke Anlage in ein Freiluft-Atelier, wo die Besucher den Künstlern beim Zeichnen, Malen, Drucken und plastischen Gestalten über die Schulter schauen können. Zudem gibt es Musik, Wein und kulinarische Genüsse. Wackerbarth ist seit 20 Jahren das Clublokal des Rotary Clubs Radebeul mit derzeit 32 Mitgliedern aus verschiedenen Berufen.

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