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Umgebautes Haus und neues Fahrzeug

Die Kameraden der Radeburger Ortswehr konnten sich jetzt gleich doppelt freuen. Ihr neuer Gerätewagen hat seine Feuertaufe schon bestanden.

Der neue Gerätewagen Logistik der Radeburger Ortswehr. Das Fahrzeug löste ein mehr als 40 Jahre altes Fahrzeug ab, das aufgrund seines Zustandes außer Dienst genommen werden musste.
Der neue Gerätewagen Logistik der Radeburger Ortswehr. Das Fahrzeug löste ein mehr als 40 Jahre altes Fahrzeug ab, das aufgrund seines Zustandes außer Dienst genommen werden musste. © Feuerwehr

Radeburg. Normalerweise wären zwei solch freudige Ereignisse ein guter Grund für die Kameradinnen und Kameraden der Radeburger Ortswehr, ihr Gerätehaus in der Lindenallee zu öffnen und gemeinsam mit den Zille-Städtern zu feiern.

Aber coronabedingt sind solche Normalitäten ja noch immer Grenzen gesetzt. Und so wurden jetzt das neue Feuerwehrauto und das umgebaute Haus nicht nur mit Verspätung an die Kameraden übergeben, sondern auch in einem deutlich kleineren Rahmen. So gehörten zu den ausschließlich geladenen Gästen Stadträte, Vertreter aller Ortswehren, Kreisbrandmeister Ingo Nestler und natürlich die Radeburger Feuerwehrleute - von der Kinder- über Jugend- und aktive Wehr bis hin zu den Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung mit ihren Familien.

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Bürgermeisterin Michaela Ritter bedauert, dass leider kein Vertreter der ebenfalls eingeladenen Baufirmen begrüßt werden konnte. Unterstützt wurde die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung durch den Verein Feuerwehr-Historik Radeburg e.V.

Der neue Gerätewagen Logistik ersetzt einen noch aus dem DDR-Bestand übernommenen LO. Allerdings ist das neue Auto nicht nur deutlich größer, sondern kann auch mehr leisten. Der 1972 gebaute LO hatte bei der Radeburger Wehr bis 2018 gute Dienste geleistet. Eine mit fast 8.000 Euro veranschlagte Reparatur gab schließlich den Ausschlag, die im Brandschutzbedarfsplan vorgesehene Ersatzbeschaffung zu beschleunigen.

Anfang 2019 wurde das jetzt übergebene Fahrzeug als Gebrauchtwagen gekauft. „Es war vorher in den Diensten eines Bahnunternehmens in der Schweiz im Einsatz“, so die Rathauschefin. Danach wurde es für die Bedürfnisse der Feuerwehr umgebaut. Die Finanzierung, der für den Kauf notwendigen knapp 60.000 Euro, erfolgte komplett aus Eigenmitteln der Stadt Radeburg. Für die 34.000 Euro Umrüstung konnten Fördermittel in Höhe von fast 5.750 Euro in Anspruch genommen werden. Der Neupreis eines solchen Feuerwehrfahrzeugs hätte bei rund 250.000 Euro gelegen.

Ein Fahrzeug für fast alles

Wie Radeburgs Stadtwehrleiter Marcus Mambk sagt, ist der Logistik-Gerätewagen für nahezu alle Feuerwehreinsätze geeignet, mit Ausnahme des Erstangriffs bei einem Brand. „Das Auto dient vor allem dem Transport von Material und Einsatztechnik“, so der Feuerwehrchef. Dafür ist es unter anderem mit verschiedenen Rollcontainern ausgestattet, die sich dank einer Ladebordwand einfach und schnell auf- und abladen lassen. So hat das Fahrzeug unter anderem mehrere Hundert Meter Schlauch an Bord, aber auch Schaummittel und einen speziellen Beleuchtungscontainer. Seine Feuertaufe hat es bereits bei einem Waldbrand in Freitelsdorf bestanden. Das Auto ist nicht nur geländegängig, sondern auch hoch. „Das ist vor allem bei Einsätzen auf der Autobahn wichtig, da es besser gesehen wird“, ergänzt Marcus Mambk.

Im umgebauten Gerätehaus befindet sich im Dachgeschoss jetzt ein großer, gut ausgestatteter Schulungsraum. Weiterhin sind dort Räume für die Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie den Feuerwehr-Verein entstanden. Im ersten Obergeschoss wurde aus dem ehemaligen Schulungsraum eine Kleiderkammer für alle Ortswehren sowie ein Erste-Hilfe- und Lagebesprechungsraum. Michaela Ritter: „Mit der Umgestaltung wurden bauliche Defizite der vergangenen Jahre beseitigt, moderne technische Bedingungen und dringend notwendige Räume geschaffen.“

Für den Umbau erhielt die Stadt 36.750 Euro Fördermittel. Bei Gesamtbaukosten von rund 138.400 Euro betragen die beigesteuerten städtischen Eigenmittel fast 102.000 Euro. „In jedem Fall gut investiertes Geld in die Zukunft des Feuerwehrwesens in der Stadt“, so die Bürgermeisterin.

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