merken
PLUS Radebeul

Magische Fotos

Der Radebeuler Fotograf André Wirsig hat fast 30 Jahre Weinfest in besonderen Momenten festgehalten - zu sehen in der Stadtgalerie.

Eternamagica - ewiger Zauber nennt Fotograf André Wirsig seine Fotoschau zu den Weinfesten von Radebeul in der Stadtgalerie.
Eternamagica - ewiger Zauber nennt Fotograf André Wirsig seine Fotoschau zu den Weinfesten von Radebeul in der Stadtgalerie. © Arvid Müller

Radebeul. Wer das noch nicht gesehen hat, sollte hingehen. Erst recht, wenn er das Radebeuler Herbst- und Weinfest mit seinem Wandertheaterfestival kennt. Etwa drei Dutzend Fotos vom Weinfest sind in der Stadtgalerie von Altkötzschenbroda zu sehen.

Die Aufnahmen sind von André Wirsig, einem, der in Radebeul aufgewachsen ist, für die SZ auch fotografiert hat, vor allem aber, dessen Leidenschaft es ist, besondere Momente einzufangen. Was in den 1990er-Jahren mit Bedacht noch auf Filmrollen projiziert wurde, lässt sich heute auf Miniprozessoren tausendfach in die Kamera speichern. Wirsig ist nicht der Tausendfachfotoschießer. Er wählt mit Bedacht und Berechnung seine Motive.

Anzeige
Nicht verpassen: Die SZ-Auktion startet bald
Nicht verpassen: Die SZ-Auktion startet bald

Ab 6. November warten bei der SZ-Auktion wieder tolle Schnäppchen, ob als Geschenk oder für einen selbst. Gleichzeitig wird damit der regionale Handel unterstützt.

„Der Flug“ heißt eines aus dem Jahr 2013. Ein Mann, ein Künstler auf einer riesigen Bewässerungsmaschine als Kunstinstallation in frühnächtlichen Nebelschwaden und Wasserlichtern. Wenn der Fotograf vor dem Foto in der Stadtgalerie steht, kann er zur Entstehungsgeschichte eine ganze Story erzählen - wie er auf den Moment gelauert hat, mit den Akteuren das Besondere fürs Foto besprach, bis das Bild perfekt war.

Am Ende, auf dem Miniprozessor, ist es ein Moment, der die einmalige Stimmung beim Abschluss des Weinfestes am Deich vor Kötzschenbroda vor 10.000 Zuschauern wiedergibt. Genauso wie die aus dem Holzlabyrinth züngelnden Flammen der von Richard von Gigantikow alias Reinhard Zabka aufgebauten Kurzzeitstadt am Elbufer.

Die Weinhoheiten teilt Wirsig rotzfrech in Ober- und Unterkörper. Böswetters Meckerkopf fotografiert er nur von hinten, und jeder weiß trotzdem, wer gemeint ist. Wirsig lässt einen Fischschwarm auf der Elbe schwimmen, obwohl der gar nicht schwimmt. Er hat Winzer Friedrich Aust mit der gewaltigen Kalebstraube eingefangen, die Tänzer und Zuschauer nicht vergessen und auch den Müll am Festmorgen nicht. Nicht einfach so, sondern eben immer, wirklich immer in Momenten, die einmalig sind.

„Eternamagica, 1.000 Jahre Weinfest“ haben André Wirsig und Stadtgalerist Alexander Lange die Ausstellung genannt. Der Radebeuler Dichter Thomas Gerlach fabulierte zum Auftakt der Schau zu 1.000 Jahre Wein und Weintrinken und dass ja eternamagica ewiger Zauber heißt.

Das Radebeuler Fest, seit 30 Jahren auf die Beine gestellt, musste 2020 unter besonderen Bedingungen stattfinden. Sicherer, besinnlicher, aber dennoch als Weinfest. Gerade deshalb an die teils wilden, ungestümen und magischen Momente in der Ausstellung in der Stadtgalerie erinnert zu werden, sind Glücks- und eben besondere Augenblicke. Noch eine Woche, bis zum 18. Oktober, sind die Fotos von André Wirsig zu sehen.

Geöffnet: Di., Mi., Do., So., 14-18 Uhr, Eintritt frei

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Radebeul