merken
PLUS Radebeul

„Gegen die Besten spielen, um besser zu werden“

Seit 15 Monaten trainiert Eric Kramer die 1. Damenmannschaft des HSV Weinböhla. Die neue Saison startet am Sonnabend mit dem Spiel gegen Dresden.

Bereit für die neue
Saison. Handballtrainer Eric Kramer und seine
Frauenmannschaft
1. Damen trainieren zweimal wöchentlich in der
Nassauhalle Weinböhla.
Bereit für die neue Saison. Handballtrainer Eric Kramer und seine Frauenmannschaft 1. Damen trainieren zweimal wöchentlich in der Nassauhalle Weinböhla. © Norbert Millauer

Von Julian Wolf

Am Wochenende stand das erste Punktspiel für die 1. Damenmannschaft des Handball-Sport-Vereins HSV Weinböhla auf dem Programm. Die Partie wurde gegen den Eisenbahner-Sportverein Dresden, kurz ESV, ausgefochten und Handballtrainer Eric Kramer und seine Spielerinnen hatten große Lust drauf, endlich wieder auf die Platte zu können.

Klinik Bavaria Kreischa
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Dementsprechend liefen die Vorbereitungen in der Weinböhlaer Nassauhalle in den vergangenen Wochen auf Hochtouren. Zweimal die Woche geht es für seine Mannschaft, bestehend aus Frauen im Alter zwischen 17 und 37 Jahren, zum Training. Montags ab 20 Uhr geht es los. Zwischen 90 und 120 Minuten liegt dann der Fokus auf dem Handballsport. Stärken verbessern, Schwächen verringern. Frischen Wind brachte der neue, 34 Jahre alte Trainer aus A Lommatzsch in den Weinböhlaer Verein, dessen Handballherz bereits seit mehr als 22 Jahren schlägt. Als eine reizvolle Aufgabe bezeichnet Eric Kramer seine Tätigkeit. Vom leistungsorientierten Schiedsrichterwesen kommend, kann er auch schnell und unter enormem Druck Aufgaben bewältigen und notwendige Entscheidungen treffen.

Die 1. Damen trainiert der inzwischen in Weinböhla wohnhafte Coach seit 15 Monaten. Für die Spielerinnen erfolgte eine Umstellung. „Zuerst haben wir eine Trainingsstruktur geschaffen, die funktioniert und dann haben wir angefangen, die Spielerinnen individuell zu fördern“, berichtet Eric Kramer. „Wir haben Informationen gesammelt und uns vor allem mit den unangenehmen Bereichen beschäftigt. Meine Mädels haben es nicht immer ganz einfach mit mir“, sagt er augenzwinkernd.

Eine klare Linie wird seitdem gefahren. Grundwerte wie Verantwortung, Disziplin und Zuverlässigkeit haben neben dem Sport eine Priorität. Was das Sportliche betrifft, fällt ein kurzer Vergleich zu Fußballtrainer Jürgen Klopp: „Er ist ein brillanter Sportsmann. Seine Leidenschaft für Fußball in Verbindung mit seiner authentischen Persönlichkeit machen ihn zu einem der wertvollsten Trainer der Welt.“ Im September des letzten Jahres startete die 1. Damenmannschaft gemeinsam mit Eric Kramer gut in die Saison. Ein Sieg und ein Unentschieden. Es folgten zwei Niederlagen, doch die wurden gleich zur Informationssammlung genutzt. Dann kam Corona.

Einzelne Spielerinnen bereiteten Online-Trainings vor. Koordinations- und Athletik-Trainings, immer zwischen 30 und 45 Minuten lang, per Videokonferenz einmal pro Woche. Erst ging es ums Fitbleiben, danach ums Zusammenbleiben. Das bereitete sogar dem Trainer eine Gänsehaut. „Es ist nicht selbstverständlich, mit welcher Einsatzbereitschaft unsere Mannschaft in dieser Zeit gearbeitet hat“, erklärt Eric Kramer. „Ich bin dankbar, dass wir diese sehr unübersichtliche Zeit und alle Herausforderungen, die diese Krise mit sich gebracht hat, gemeistert haben. Meine Spielerinnen haben das außergewöhnlich gut hinbekommen.“

Anfang Juni konnten die ersten Trainingseinheiten wieder normal in der Nassauhalle stattfinden. Es war für die Mannschaft eine sehr intensive Zeit: vom Nichtstun zur Höchstform. Abläufe mussten neu erlernt und konsequent trainiert werden. Die Mannschaft engagierte sich und Eric Kramer ist stolz auf seine „Mädels“ wie er sagt. In der Zwischenzeit wurden schon einige Testspiele absolviert. Hauptsächlich gegen Gegner aus höheren Spielklassen. Hilfreich waren die Partien, weil Schwachstellen schnell entdeckt und Stärken ausgebaut werden konnten. „Wir müssen gegen die Besten spielen, um besser zu werden“, heißt es vom Trainer. „Hier in Weinböhla haben wir eine Damenmannschaft, die sehr viel kann. Meine Herausforderung besteht darin, dass meine Spielerinnen ihr eigenes Leistungsvermögen erkennen und dieses situativ abrufen können.“

Auf die Frage, warum er so viel Interesse, Spaß und Liebe am Sport hat, findet der Handballtrainer eine schnelle und eindeutige Antwort: „Sport ist ehrlich. Du hast immer einen Wettkampf gegen Dich selbst und am Ende steht das auf der Punktetafel, was du bist.“ Für seine Mannschaft wünscht sich Eric Kramer eine bestmögliche Weiterentwicklung. „Ich denke, dass wir an einer Art Wendepunkt stehen. Kommt der richtige Auslöser, wird unsere Rakete zünden“, sagt der Trainer. Der Fokus liegt jetzt auf der aktuellen Saison. Es soll um das Wesentliche gehen: Handball macht Spaß. Auch wenn das Auftaktspiel am Sonnabend mit 19:27 verloren wurde.

Mehr zum Thema Radebeul