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Videoschalte mit der Ministerin

Ein Weinböhlaer Gitarrist bekam überraschend einen Anruf. Was er Barbara Klepsch, auch für seine Künstlerkollegen, gesagt hat.

Über eine Stunde haben sie miteinander über junge Kultur und deren Förderung in Sachsen gesprochen: Kultusministerin Barbara Klepsch und Gitarrist Julian Wolf.
Über eine Stunde haben sie miteinander über junge Kultur und deren Förderung in Sachsen gesprochen: Kultusministerin Barbara Klepsch und Gitarrist Julian Wolf. © Julian Wolf

Weinböhla/Dresden. Er war ziemlich aufgeregt nach dem Telefonat vom letzten Freitag. Julian Wolf, Gitarrist aus Weinböhla, auch SZ-Autor und wie viele seiner Künstlerkollegen in den letzten Monaten von Corona total aus dem Job geworfen. Allerdings, Wolf entwickelte sofort neue Ideen. Bietet seinen Zuhörern Heimvideos an und hat auch schon Ideen für nach Corona.

Offenbar hatte sich der Einsatz des 22-Jährigen bis in die Dresdner Regierungsetagen herumgesprochen. Kurz: Sachsen Kultusministerin Barbara Klepsch (CDU) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollten mit dem jungen Mann eine halbe Stunde per Videoschalte reden.

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Julian Wolf: „Ich sollte über meine Erfahrungen als Livemusiker während der Corona-Pandemie Auskunft geben.“ Eine Aufforderung, die den sonst eher Lässigen nervös machte. Ihm wurde schnell klar, dass er stellvertretend für viele seiner Kollegen mit der Kultusministerin sprechen werde. Michael Kretschmer rief kurz an, war aber dann doch verhindert. Aber im Januar wolle er dabei sein.

„Das ganze Wochenende lang war ich unruhig, habe viel nachgedacht und nur wenig geschlafen“, sagt der Gitarrist.

Am Montagvormittag war es dann so weit. Punkt 11 Uhr begann die Videokonferenz mit Kultusministerin Barbara Klepsch (CDU). „Sehr freundlich empfing mich Frau Klepsch im Video und grüßte mich herzlich von unserem Ministerpräsidenten“, sagt Julian Wolf, der sich im Gespräch auf zwei wichtige Themen fokussierte.

Erst wurde über die mögliche Dauer des zweiten, harten Lockdowns gesprochen - also, wie lange die Künstler, Ton- und Lichttechniker und Veranstalter noch warten müssen. Mindestens bis April, so die Ministerin mit einer vorsichtigen Aussicht.

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Anschließend folgte eine Diskussion über Finanzhilfen für Musiker und Veranstalter, die 2021 dann wieder arbeiten dürfen. Wolf: „Ich habe versucht, persönliche Eindrücke zu schildern, habe auch Fragen meiner Künstlerkollegen und Fans vorgetragen und machte Vorschläge für ein schnelles Wiederaufleben der Kultur im nächsten Jahr.“ Dazu zählen mögliche Benefiz-Konzerte und ein bundesweiter Bandwettbewerb, um junge Musiker weiter zu fördern, beschreibt Wolf den Gesprächsverlauf. Ministerin Klepsch habe sich sehr über den Erfahrungsaustausch mit dem Gitarristen gefreut, hätte sich viel von den Vorschlägen notiert und wolle sich im nächsten Jahr noch konkreter mit Wolf und Kollegen besprechen.

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