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Warum der Bahnhof Coswig nicht ausgebaut wird

Eigentlich sollten dort längst eine Tagespflege und Seniorenwohnungen sein. Vom Besitzer gibt es neue Antworten.

Das Bahnhofsgebäude in Coswig soll im Inneren umgebaut werden. Geplant sind darin Tagespflegeplätze und Seniorenwohnungen.
Das Bahnhofsgebäude in Coswig soll im Inneren umgebaut werden. Geplant sind darin Tagespflegeplätze und Seniorenwohnungen. © Norbert Millauer

Coswig. Vor reichlich einem Jahr war angekündigt worden, dass in wenigen Wochen der Umbau des Bahnhofes Coswig zum Pflegezentrum beginnen soll. Bis jetzt hat sich an dem roten Backsteingebäude noch nichts getan. Was waren die Pläne der Besitzer?

Der Bahnhof gehört seit 2015 der in Frankfurt am Main ansässigen Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Einer Firma, die Immobilien aufkauft und diese weiterentwickelt und einer Nutzung zuführt. Die Vorbereitungen dafür hat Aedificia offenbar auch getroffen. Es gibt eine Vereinbarung mit der Coswiger Krankenpflege Lange. Demnach soll Die ambulante Krankenpflege im Bahnhof eine Tagespflege und Wohnen mit Service eröffnet. Für die Tagespflege ist das Erdgeschoss vorgesehen, einschließlich der einstigen Bahnhofshalle. Mit Zutritt über den Eingang auf der Rückseite des Gebäudes, hieß die Beschreibung der Situation vor einem Jahr.

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Zur tagespflege sollen auch Maniküre, Pediküre und Friseur angeboten werden - speziell für die Besucher. Mit 15 Tagespflegeplätzen könne der Start erfolgen, der Platz gibt eine Erweiterung auf bis zu 25 her. Auf der Bahnhofshalle solle eine Dachterrasse eingerichtet werden, für den schönen Ausblick über die Stadt.

Beidseits der Bahnhofshalle schließen die Kopfbauten an. In diesen, so die vorgestellten Pläne, sollen Appartements entstehen - jeweils drei auf einer Seite, per Aufzug erreichbar. In der Erläuterung von Aedificia hieß es, dass mit einer bauzeit von sechs bis neun Monaten zu rechnen sei.

Die SZ schrieb im September 2019: Insgesamt sind für das Pflegezentrum etwa 800 Quadratmeter auszubauen. Der Eigentümer will rund eine Million Euro investieren. Nach der Tagespflege sollen die Appartements fertig werden, dann die Senioren-WG, die in dem kleinen Haus östlich vom großen Bahnhofsgebäude geplant ist.

Stefan Steiner ist Geschäftsführer der Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung bestätigte er die Pläne seines Unternehmens. Es sei weiterhin die ambulante Krankenpflege lange aus Coswig als Betreiber vorgesehen. Alle Ausbaupläne für Tagespflege und Seniorenwohnungen bestünden weiter.

Stefan Steinert: "Es liegt jetzt an der Finanzierung. Der Finanzierungs- und Kreditantrag liegt bei der Bank. Von dort haben wir die Auskunft, dass das jetzt abgearbeitet werden soll." Durch Corona habe es erhebliche Verzögerungen gegeben.

Coswigs Fachbereichsleiter Bauwesen, Wolfgang Weimann, sagt: "Die Baugenehmigung für den Ausbau des Bahnhofes ist Ende des Jahres 2019 ausgereicht worden. Sie hat drei Jahre Gültigkeit und kann auch verlängert werden." Seine Informationen zu dem geplanten Vorhaben würden sich mit denen der SZ decken. Weitere Gründe für die Verzögerung seien ihm nicht bekannt.

Der Bahnhof wurde im Jahr 2000 schon mal saniert, durch die Deutsche Bahn. Die Mieter zogen aus den Wohnungen in den Kopfbauten aus - einst Dienstwohnungen für den Bahnhofsvorsteher und seine Mitarbeiter. Dass mit dem neuerlichen Ausbau noch mehr verschwindet, müsse niemand befürchten, so Aedificia 2019. Der DB-Shop mit Fahrkartenverkauf und Imbiss sei auch weiterhin zu erreichen. Das sei bis 2027 vertraglich gesichert. 

Aedificia-Chef Stefan Steinert versicherte, dass der Umbau des Bahnhofes beginne, sobald die Finanzierung geklärt sei. 

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