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Dynamos Architekten planen Schule Gröditz

Die Oberschule ist in die Jahre gekommen. Soll sie um- oder sogar neugebaut werden? Ingenieure, die schon für Dresdens Fußballer arbeiteten, sollen das klären.

Die Gröditzer Oberschule ist ein typischer DDR-Schulbau und hat ihre besten Jahre schon hinter sich.
Die Gröditzer Oberschule ist ein typischer DDR-Schulbau und hat ihre besten Jahre schon hinter sich. © Sebastian Schultz

Gröditz. Die Architekten von "Phase 10" haben schon viel entworfen und auch manchen Preis eingeheimst. Aber mit einem Gebäude werben die Freiberger Ingenieure besonders gern: Aus ihrer Feder stammt das dreigeschossige Funktionsgebäude der Walter-Fritzsch-Akademie. Die Fußballer von Dynamo Dresden haben es nach zweijähriger Bauzeit am 26. Juni vorigen Jahres einweihen können. Kurz nach dem Abstieg in die 3. Liga. Dabei haben die Schwarz-Gelben mit dem neuen Trainingszentrum jetzt erstklassige Bedingungen.

Mit diesem Anspruch treten nun auch die Freiberger Bauingenieure in Gröditz an. Sie sollen die Oberschule "Siegfried Richter" in die Bundesliga deutscher Schulen katapultieren. Oder wenigstens in die zweite Liga. Denn der Stahlbetonbau aus DDR-Zeiten hat seine besten Zeiten schon längst hinter sich. Daran ändert auch die Sanierung vor 19 Jahren nichts.

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"Die Räume an unserer Schule sind einfach zu klein", so Schulleiterin Silke Arlt. Die jetzigen Bedingungen würden zu einem hektischen Klima beitragen. "Das Lernen hat sich massiv verändert", sagt sie. Es sei wesentlich individueller, technischer und digitaler geworden. Dem könne das jetzige Gebäude immer weniger Rechnung tragen.

Silke Arlt ist seit Oktober 2017 die Leiterin der Gröditzer Oberschule "Siegfried Richter". Sie mahnt bessere Unterrichtsbedingungen an.
Silke Arlt ist seit Oktober 2017 die Leiterin der Gröditzer Oberschule "Siegfried Richter". Sie mahnt bessere Unterrichtsbedingungen an. © Eric Weser

Dazu kommt auch, dass die Gröditzer Oberschule fast durchgängig dreizügig ist. Insgesamt 356 Kinder und Jugendliche aus Gröditz sowie den Nachbargemeinden Röderaue und Wülknitz lernen hier. Und das mit sehr guter Qualität. 25 von ihnen besitzen eine gymnasiale Empfehlung . "Doch das Gymnasium ist nicht mehr das vorrangige Ziel", sagt Silke Arlt. Immer mehr Eltern würden sich dafür entscheiden, ihre Kinder an eine Oberschule zu schicken. Das hat aber zur Folge, dass die Gröditzer Plattenbau-Schule aus allen Dehnungsfugen platzt.

Das hat aber auch Auswirkungen auf die Lehrer, was die Attraktivität einer Schule betrifft. Denn wer unterrichtet schon gern an einer überfüllten Schule mit engen Klassenzimmern? Gerade im ländlichen Raum, wohin es junge Lehrer, die in Dresden und Leipzig studiert haben, nur ungern verschlägt, müssten Schulen besonders erstrebenswerte Arbeitsplätze sein, argumentiert die Gröditzer Schulleiterin.

Reinicke: "Wir stehen vor einer großer Aufgabe"

"Unsere Oberschule entspricht noch ein oder zwei Jahre den Anforderungen", sagt Bürgermeister Jochen Reinicke voraus. Im Stadtrat wandte er sich an dessen Mitglieder: "Wir stehen vor einer großen Aufgabe. Und Sie haben die Möglichkeit, die Weichen für die Zukunft stellen."

Hier präsentierten sich auch Phase-10-Geschäftsführer Ronny Erfurt und seine Tochter Marie per Videoschalte aus Freiberg. Sie verwiesen auf 27 Jahre Erfahrung des einst in Siebenlehn gegründeten Architekturbüros, das mit wenigen Ingenieuren begonnen hat und mittlerweile 40 Angestellte an den Standorten Freiberg, Dresden und Leipzig beschäftigt.

Das moderne Trainingszentrum der SG Dynamo Dresden stammt aus der Feder der Freiberger Architekten.
Das moderne Trainingszentrum der SG Dynamo Dresden stammt aus der Feder der Freiberger Architekten. © Jürgen Lösel

Neben dem Trainingszentrum für Dynamo Dresden haben Ronny Erfurt und seine Mitarbeiter u. a. auch den Umbau des Erzgebirgsstadions in Aue entworfen. Doch auf besonderes Interesse bei den Gröditzer Stadträten stoßen die Schul- und Kita-Projekte der Freiberger Architekten. Vor allem die Grundschule Freiberg als Nullenergiehaus ist durchaus ein Thema für die Stadt Gröditz, die im vergangenen Jahr für ihre Energieeinsparungen vom sächsischen Umweltminister Wolfram Günther ausgezeichnet wurde. So ein Nullenergiehaus könnte sich auch Bürgermeister Reinicke gut für die Oberschule "Siegfried Richter" vorstellen.

Doch zuvor soll das Ingenieurbüro "Phase 10" eine Machbarkeitsstudie erstellen. Vier Varianten sollen dabei untersucht werden. Die erste Variante ist eine nochmalige Sanierung der Oberschule. Die zweite Variante sieht einen Umbau vor, bei dem sich die Ansicht der Schule durch teilweisen Rückbau und Erweiterung verändert. Die dritte Variante wäre ein kompletter Neubau am Eichenhain, an der Stelle, wo momentan noch die alte Sport- und Schwimmhalle stehen. Der vierten Variante, dem Zusammenschluss von Ober- und Grundschule, wird jetzt schon wenig Chancen eingeräumt.

Ronny Erfurt hat ein sechsköpfiges Team mit der Studie betraut. Sie haben rund drei Monate Zeit dafür. Im Juli soll die Machbarkeitsstudie fertig sein.

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