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Elternbeiträge: Zu früh gefreut?

Stauchitz hat die Satzung zur Erhebung der Elternbeiträge in Kindereinrichtungen geändert. Auf den ersten Blick bleibt es bei den bisherigen Kosten.

Die Elternbeiträge für die Betreuung in Stauchitzer Kindereinrichtungen bleiben gleich - vorerst.
Die Elternbeiträge für die Betreuung in Stauchitzer Kindereinrichtungen bleiben gleich - vorerst. © Sebastian Schultz

Stauchitz. Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel in den Städten und Gemeinden. Die Elternbeiträge für die Betreuung von Mädchen und Jungen in den Kindereinrichtungen werden angepasst. Und das heißt in aller Regel: erhöht. Denn die Elternbeiträge richten sich nach den Betriebskosten, die im jeweils vergangenen Jahr angefallen sind. Und die steigen fast immer, vor allem durch Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst und höhere Energiekosten. Letzteres können auch umfangreiche Wärmedämmmaßnahmen nicht ausgleichen.

Nur rechtliche Unsicherheit beseitigt

Auch der Stauchitzer Gemeinderat hat jetzt die Elternbeitragssatzung geändert und veröffentlicht. Diese gilt seit dem 1. Juli. Manche Eltern werden sich verwundert und erfreut die Augen gerieben haben. Denn die Preise bleiben auf den Cent genau gleich. Doch zu früh gefreut: "Wir haben die Satzung nur geändert, weil wir eine rechtliche Unsicherheit beseitigt haben", sagt Bürgermeister Dirk Zschoke (parteilos). Konkret ging es um einen pauschalen "Ferienzuschlag" im Hort von zehn Euro pro Woche. Dieser wurde jetzt gestrichen. "Mit den Elternbeiträgen haben wir uns noch gar nicht befasst. Das wird erst in den nächsten Wochen geschehen", so der Bürgermeister. Allerdings liegt die Betriebskostenabrechnung bereits vor. Und diese Kosten sind auch im vergangenen Jahr, wie erwartet, angestiegen. "Es wird also eine Erhöhung der Elternbeiträge geben, allerdings eine sehr moderate", verspricht er.

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Stauchitz gehört mit seinen Elternbeiträgen im Landkreis zum Mittelfeld. So kostet Eltern derzeit eine neunstündige Betreuung des ersten Kindes in der Krippe 241 Euro im Monat. In Käbschütztal sind dafür 300 Euro zu zahlen, in Lommatzsch 253 Euro, in Diera-Zehren jedoch nur 218 Euro und in Hirschstein 238 Euro. Im Vergleich zu Käbschütztal zahlen Stauchitzer Eltern also für die Betreuung für das erste Kind in der Kinderkrippe 708 Euro weniger an Beiträgen pro Jahr.

Neun Stunden im Kindergarten kosten 130 pro Kind und Monat, in Käbschütztal 163 Euro, in Lommatzsch 158 Euro, in Diera-Zehren 138 Euro und in Hirschstein 144 Euro. Hier liegt die Differenz zum teuersten Anbieter immerhin noch bei 396 Euro im Jahr. Während in Käbschütztal die Kindereinrichtungen von der Johanniter Unfallhilfe betrieben werden, machen dies alle anderen hier aufgeführten Gemeinde und die Stadt Lommatzsch in eigener Regie.

Gemeinde bleibt unter Höchstsatz

Bei der Hortbetreuung sind die Unterschiede nicht so groß. Bei der sechsstündigen Betreuung ist man in Stauchitz mit 80 Euro monatlich dabei, in Käbschütztal und Lommatzsch kostet die gleiche Leistung je 88 Euro, in Diera-Zehren 76,50 Euro, in Hirschstein 81 Euro.

Alle Beiträge sind gerundet und die jeweiligen Höchstbeträge. Vergünstigungen gibt es zum Beispiel für das zweite Kind und für Alleinerziehende. Die Betreuung eines dritten Kindes in der gleichen Altersgruppe ist stets kostenfrei.

Dass die Elternbeiträge in Stauchitz vergleichsweise günstig sind, liegt auch daran, dass die Gemeinde den Eltern nicht den rechtlich höchstmöglichen Satz abnimmt. So können in der Kinderkrippe 25 Prozent der Betriebskosten auf die Eltern umgelegt werden, in Kindergarten und Hort sind es sogar 30 Prozent. Stauchitz verlangt in der Krippe derzeit 20 Prozent, im Kindergarten 25 und im Hort 26 Prozent der Betriebskosten.

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