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Riesaer Mumien kommen ins Fernsehen

Mehrere Jahre lang hat ein Forscherteam die Gruft der Klosterkirche untersucht. Jetzt werden die Ergebnisse präsentiert - in Film, Ton und Sonderausstellung.

Eine der Mumien in der Gruft der Klosterkirche in Riesa. Ab Ende August wird es wieder geführte Rundgänge durch Kirche und Gruft geben.
Eine der Mumien in der Gruft der Klosterkirche in Riesa. Ab Ende August wird es wieder geführte Rundgänge durch Kirche und Gruft geben. © Sebastian Schultz

Riesa. Sie speisten wie die Medici und trugen Kleider, die mit dem Dresdner Hof keinen Vergleich scheuten: Als Amelie Alterauge im Jahr 2016 damit begann, die in der Riesaer Klostergruft bestatteten Adligen zu untersuchen, hatte sie wohl mit solchen Überraschungen nicht gerechnet.

Eine ganze Reihe neuer Details und Erkenntnisse förderte die Forschung der Archäologin zutage. Mit dabei waren zuletzt auch Radio- und Fernsehteams des Mitteldeutschen Rundfunks. In zwei separaten Sendungen haben sie nicht nur mit Amelie Alterauge gesprochen, sondern auch mit weiteren Verantwortlichen - von der Restauratorin über den Kirchenvorstand bis hin zu einem Nachkommen der früheren Rittergutsbesitzer.

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Die beiden jeweils etwa 30 Minuten langen Sendungen sind schon einmal ein Vorgeschmack auf das Programm, das ab Ende August in Riesa startet: Dann nämlich soll in Riesa eine Sonderausstellung detailliert die Fundstücke und Forschungsergebnisse präsentieren. Unter dem Titel "Geschichten über den Tod hinaus" geht es neben Mumien und Grüften auch um die Adelsfamilien und die Bestattungskultur.

Darüber hinaus haben Museum und Kirche gemeinsam ein umfangreiches Begleitprogramm erarbeitet, das ab Ende August bis in den Dezember hinein laufen soll und mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche am 22. August beginnt. Gleich dreimal sind Expertenführungen durch die Ausstellung geplant: mit Archäologin und Kuratorin Amelie Alterauge, mit der Dresdner Restauratorin Cornelia Hofmann und mit der Historikerin Juliane Lippok. Letztere wird beispielsweise detaillierter über die Bedeutung der Totenkronen sprechen, mit denen verstorbene Kinder in der Gruft beigesetzt worden sind.

Vorträge sind auch geplant. Andreas und Regina Ströbl von der Forschungsstelle Gruft in Lübeck sprechen über den Umgang mit neuzeitlichen Grüften, der Leipziger Theologe Peter Zimmerling will über "Tod, Sterben und Ewigkeit - und was der christliche Glaube dazu sagt" berichten. Kirchenhistoriker Reiner Sörries aus Erlangen wird sich dagegen der Kulturgeschichte des Friedhofs widmen.

Gruft wird ab Ende August geöffnet sein

Den Bogen zur Gegenwart spannt schließlich eine Podiumsdiskussion im Januar, die gleichzeitig den Abschluss der planmäßig bis 16. Januar laufenden Sonderausstellung sein wird. Dann wird über den "Umgang mit Tod und Sterben heute" gesprochen. Die Bandbreite macht schon deutlich: Den Machern geht es nicht bloß um einen "Gruseleffekt", das betont auch Museumsleiterin Maritta Prätzel - und räumt gleich mit einer Erwartung auf: "Wir werden keine Mumien ausstellen." Im Museum zu sehen sein werden stattdessen etwa kostbare Kleidung und vergoldete Sargfragmente, die man im Vorfeld aus Riesa nicht erwartet hätte.

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Der Einblick in die geöffnete Gruft soll ab 22. August ebenfalls möglich sein - und zwar am Wochenende, 14 bis 18 Uhr, auch ohne vorherige Anmeldung. Parallel dazu finden bereits seit Juni die Rundgänge übers Schlossgelände statt, ebenso wie zwei Konzerte in der Klosterkirche. In der Kirche wird auch eine Fotoausstellung über deren Geschichte und die Erforschung der Riesaer Grüfte zu sehen sein.

  • Die beiden MDR-Sendungen sind in der ARD-Mediathek beziehungsweise der MDR-Audiothek abrufbar. Ausstrahlungstermin im MDR-Fernsehen ist der 4. August, 21.15 Uhr. Das Radio-Feature läuft bei MDR Kultur am 21. August um 9 Uhr.

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