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Stauchitzer Wirt startet durch

Acht Monate hatte der "Kochtempel" zwangsweise geschlossen. Die Zeit hat Inhaber Marko Ullrich nicht sinnlos verstreichen lassen.

Geschafft! Marko UIlrich (links) und Jürgen Dräger freuen sich über die neue, 60 Quadratmeter große Fläche für den Biergarten.
Geschafft! Marko UIlrich (links) und Jürgen Dräger freuen sich über die neue, 60 Quadratmeter große Fläche für den Biergarten. © Foto: Lutz Weidler

Stauchitz. Es war ein ambitioniertes Ziel, das sich Marko Ullrich vor sechs Jahren stellte, als er die Gaststätte im Stauchitzer Einkaufszentrum "Keller Nr. 1" übernahm. „Ich möchte das beste Restaurant in der Region werden“, sagt er damals. Eine Dorfkneipe mit Billigangeboten sollte sein Lokal, das er fortan "Kochtempel" nannte, jedenfalls nicht werden. Er wollte seinen Gästen etwas Besonderes bieten - auch und gerade auf dem Dorf.

Dieses Ziel hat er erreicht. Der Parkplatz ist gerappelt voll, die Kennzeichen verraten, dass die Gäste nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Es geht wieder vorwärts im "Kochtempel", der wie alle anderen gastronomischen Einrichtungen eine schwere Zeit hinter sich hat. Acht Monate musste wegen Corona geschlossen bleiben. "Zum Glück konnte ich mein Personal halten", sagt der 42-Jährige. Er und sein Team blieben in dieser Zeit nicht untätig. "Wir haben in dieser Zeit Essen außer Haus angeboten. Das wurde sehr gut angenommen" sagt er. Und Marko Ullrich hat an einer neuen Idee getüftelt. Er hat sechs Menüs mit drei bis fünf Gängen entwickelt. "Unsere Gäste sind begeistert. Aber natürlich kann man auch nach wie vor nach Karte essen", sagt der gelernte Koch und Küchenmeister.

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Dann ging es endlich wieder los, aber mit großen Einschränkungen. Abstände mussten eingehalten, Tische auseinandergerückt werden. Doch zeitweise durfte nur im Außenbereich bedient werden. Zum Glück gibt es einen Biergarten. Dieser hat 20 Sitzplätze, doch diese reichen nicht aus. "Wir haben da noch nichts verdient. Zum Überleben braucht man 25 bis 30 Gäste am Tag", sagt der Betreiber, der vor seiner Stauchitzer Zeit unter anderem in Leipzig und danach mehrere Jahre im Riesaer Mercure-Hotel gearbeitet hatte.

Biergarten wird erweitert

Um mehr Gäste bedienen zu können, half ihm Vermieter Jürgen Dräger. Der Unternehmer ließ den Biergarten um rund 60 Quadratmeter erweitern. Jetzt gibt es 40 statt zuvor 24 Plätze. Nächte Woche soll alles fertig werden. Wird am Mittwoch wie geplant der Zaun montiert, könnten am Donnerstag die ersten Gäste kommen. Zu spät für dieses Jahr? "Das ist ja vor allem eine Investition in die Zukunft. Schließlich weiß keiner, wie lange das mit Corona noch geht und was als Nächstes kommt", sagt der Ostrauer.

Aller Sorgen ist er aber längst nicht ledig. Obwohl er seine Mitarbeiter im Gegensatz zu vielen anderen Gaststätten halten konnte, sucht er weitere Mitstreiter, möchte einen weiteren Koch oder Köchin, gern als Küchenleiter einstellen. Denn mit mehr Plätzen im Biergarten ist auch eine Vergrößerung der Küche nötig. Derzeit ist er selbst der Küchenchef. "Als solcher bin ich sehr am Fortschritt und ebenso an der Herkunft und Güte meiner Waren interessiert. Wir werten unsere Karte mit vielen regionalen Produkten auf, um das beste und frischeste Ergebnis für unsere Gäste zu erzielen", sagt er. Dabei ist es für ihn und sein Team selbstverständlich, dass nur frisch zubereitetes Essen auf den Tisch kommt. Fertigprodukte und Tiefkühlkost sind bei ihm auf dem Index.

Versprechen gehalten

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Auch ein anderes Versprechen, das er zur Eröffnung im August vor sechs Jahren gab, hat er eingehalten. Er bildet einen Lehrling aus, dieser ist jetzt im dritten Lehrjahr. Das Geschäft läuft jedenfalls wieder im "Kochtempel", allein für Schulanfangsfeiern gibt es Vorbestellungen für insgesamt rund 150 Personen. Er ist zufrieden: "Jetzt verdienen wir nach der langen Durststrecke endlich wieder Geld."

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