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Riesaer Berufsschüler planen Ausbildungsbörse

Rund 60 Unternehmen nicht nur aus dem Landkreis Meißen präsentieren sich am BSZ. Die Veranstaltung ist in ihrer Art einmalig.

Von Stefan Lehmann
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Julia Krenbauer (li.) und Trixi Weiß lernen Veranstaltungskauffrau im 3. Lehrjahr. Hier planen sie die Raumbelegung für die Riesaer Ausbildungsbörse.
Julia Krenbauer (li.) und Trixi Weiß lernen Veranstaltungskauffrau im 3. Lehrjahr. Hier planen sie die Raumbelegung für die Riesaer Ausbildungsbörse. © Andreas Weihs

Riesa. Das erste Mal hatte Rita Harzbecker von der Riesaer Ausbildungsbörse gehört, als sie noch in Zittau lehrte. So viel Strahlkraft habe die Veranstaltung am Berufsschulzentrum gehabt, die dort weitgehend allein von Schülern gestemmt wird. "Wir haben uns dann gesagt: So etwas muss hier doch auch funktionieren."

Der Kopierversuch ging schief. "Es fehlte das Know-how, und es fehlten die Partner", bilanziert Harzbecker, die mittlerweile das BSZ Riesa leitet. Hier habe man eben die angehenden Veranstaltungskaufleute aus ganz Sachsen, die ihr Vorwissen und auch schon die erste praktische Erfahrung mit einbringen und seit vielen Jahren schon die Ausbildungsbörse stemmen – vom Raumkonzept über das Rahmenprogramm bis hin zur Pressekonferenz vor dem Termin.

Und gleichzeitig gebe es eben Jobcenter und Agentur für Arbeit als Konstanten, die die wechselnden Schüler und ihre Ideen bei der Umsetzung unterstützen.

Von den Fluren in die Klassenräume

Die mittlerweile 13. Ausbildungsbörse findet am 1. Oktober statt. Fast zwei Monate früher, als das in den Vorjahren der Fall gewesen ist. Man habe die Lehren aus den ersten Pandemiejahren gezogen, heißt es. 2020 musste die Börse erstmals ausfallen, 2021 war nur eine abgespeckte Version mit Voranmeldung möglich. Das ist diesmal nicht nötig. Dank des früheren Termins können einige Programmpunkte auch draußen stattfinden – sofern das Wetter mitspielt. Davon abgesehen, werden die Stände aus den Fluren heraus und in die Zimmer verlagert. Das Geschehen der Börse breitet sich außerdem übers gesamte Schulhaus aus – um die Abstände zu erhöhen.

Damit es dennoch einen Anreiz gibt, mit möglichst vielen Ausbildungsbetrieben ins Gespräch zu kommen, bekommen die jungen Gäste eine Stempelkarte am Eingang. Wer sich bei fünf Ständen nach dem Gespräch einen Stempel abgeholt hat, wird dafür bei einer Tombola mit zwei Freilosen belohnt. "Es gibt keine Nieten, jedes Los gewinnt", erzählt Julian Schenker. Bei den Ideen für das Rahmenprogramm habe jeder seine eigenen Erfahrungen eingebracht. "Ich bin zum Beispiel in der Gastronomie tätig, andere im Eventbereich", erklärt er. Auch für Musik soll am 1. Oktober gesorgt sein.

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Um die 100 Aussteller hat die Ausbildungsbörse vor Corona einmal gezählt. Aktuell sind es mit 60 deutlich weniger. Die Unternehmen kommen nicht nur aus dem Landkreis Meißen. Mit dabei sind beispielsweise auch Infineon aus Dresden und einige Betriebe aus Brandenburg und Oschatz. Aus Riesa neu dabei sei beispielsweise die Wäscherei Elis, erklärt Berit Kasten, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Riesa. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in der Region seien sehr gut. "Der Ausbildungsmarkt hat sich zu einem Bewerbermarkt entwickelt." Kein Jugendlicher müsse die Region verlassen. Gleichzeitig sei ein kleiner demografischer Knick überwunden: 1.371 Jugendliche hätten sich zuletzt bei Arbeitsagentur oder Jobcenter als Bewerber gemeldet, 55 mehr als im Vorjahr.

Dana Michel vom Jobcenter appelliert auch an die Schüler der Klassenstufen 7 und 8, mal bei der Ausbildungsmesse vorbeizuschauen. "Man kann nie früh genug anfangen, sich zu informieren."

  • Ausbildungsbörse im BSZ für Technik und Wirtschaft Riesa, 1. Oktober von 9.30 Uhr bis 14 Uhr. Details zum Programm unter www.focus-future.net