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Hoffnung an der Dr.-Kurt-Fischer-Straße in Riesa

Eine der Staubpisten in Poppitz soll eine Asphaltschicht bekommen. In der Nachbarschaft hofft man, dass das Modell Schule macht.

Frieder Zschätzsch (l.) und Jörg Reinicke auf der Dr.-Kurt-Fischer-Straße in Riesa-Poppitz.
Frieder Zschätzsch (l.) und Jörg Reinicke auf der Dr.-Kurt-Fischer-Straße in Riesa-Poppitz. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Der Regen hat seine Spuren hinterlassen. Eine mehrere Meter lange Pfütze hat sich auf dem Weg gebildet. Genau an der Stelle, an der sich die Dr.-Kurt-Fischer-Straße gabelt. Die gröbsten Löcher in der Schotterstraße hat die Stadtverwaltung vor ein paar Tagen erst verschließen lassen. Frieder Zschätzsch zeigt ein paar Fotos auf dem Handy: Eine Kraterlandschaft war die Straße vor seinem Haus, die jede Autofahrt zur Zumutung mache, selbst bei Schritttempo. Die Bilder seien aus dem Sommer, seitdem musste die Stadt die Löcher schon zweimal auffüllen.

Der Zustand ihrer Straße ist Frieder Zschätzsch und seinen Nachbarn schon lange ein Dorn im Auge. Bei feuchtem Wetter ist zumindest der Staub kein Problem. "Sonst reicht hier schon der kleinste Wind, und man kann keine Wäsche aufhängen", erklärt Jörg Reinicke. Wenn es stärker regne, bringe man den Dreck dafür mit ins Haus.

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Im Juli glich die Straße einer Kraterlandschaft. Autofahren war selbst bei Schrittgeschwindigkeit eine Zumutung, sagen die Anwohner.
Im Juli glich die Straße einer Kraterlandschaft. Autofahren war selbst bei Schrittgeschwindigkeit eine Zumutung, sagen die Anwohner. © privat

Es sind Probleme, von denen so mancher in Riesa ein Lied singen kann. An der Ganziger Straße kämpfen die Anwohner schon seit Jahren, auch an der Friedrich-Turra-Straße ärgert man sich über den schlechten Zustand und die fehlende Asphalt-Decke.

Ausbau stand schon einmal auf dem Zettel

Dabei hatte die Stadt vor Jahren schon einmal den Ausbau der Dr.-Kurt-Fischer-Straße ins Auge gefasst. "Das war zu der Zeit, als es auch um die Umbenennung der Straße ging", sagt Zschätzsch. Beides sollte zeitgleich geschehen, bis 2014 verfolgte die Stadt Riesa dieses Ziel.

Passiert ist weder das eine, noch das andere. Was maßgeblich daran lag, dass der grundhafte Ausbau die Anwohner einiges an Geld gekostet hätte. Mit Kosten von 420.000 Euro rechnete die Stadt damals. Auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke wären - je nach Grundstück - Straßenbaubeiträge in Höhe einiger tausend Euro zugekommen. Einige Anwohner berichten gar, sie hätten sich mit 10.000 Euro beteiligen müssen. Die Mehrheit der Anwohner lehnte den Straßenausbau deshalb ab - und die Straße blieb unsaniert. Bis jetzt.

Nun schöpfen Frieder Zschätzsch und die anderen Anwohner neue Hoffnung. Weil die benachbarte Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße momentan durch Umleitungsverkehr deutlich stärker frequentiert ist, hatte die Stadt beschlossen, dort eine Asphaltdecke aufzubringen. Im Bauausschuss sprach man sich dafür aus, der Stadtrat beschloss nun, 70.000 Euro aus der Pauschale für die Stärkung des ländlichen Raums dafür aufzuwenden.

Sperrung sorgt für mehr Verkehr

Als Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) diese einfachere Variante Ende Juni ankündigte, wurden auch Frieder Zschätzsch, Jörg Reinicke und die anderen Anwohner von Fischerstraße und Friedensweg hellhörig. Sie sammelten Unterschriften - und schrieben an die Stadt. "Der Zustand unserer Straßen ist derart schlecht, dass gehandelt werden muss", heißt es in dem Brief, den alle Anwohner unterzeichnet hätten. Und weiter: "Die Straßen werden ihrer Widmung für den öffentlichen Verkehr nur noch eingeschränkt gerecht."

Auch ihre Straße sei vom Umleitungsverkehr infolge der gesperrten Poppitzer Landstraße betroffen, argumentieren Frieder Zschätzsch und Jörg Reinicke. "Jeder, der nach Meißen will, fährt hier lang", so Reinicke. Das Verkehrsaufkommen sei merklich gestiegen.

Im jüngsten Bauausschuss hatte der Oberbürgermeister nun bereits signalisiert: Auch für die anderen unausgebauten Straßen in Poppitz wolle man die "kleine Lösung" einer Asphaltdecke zumindest untersuchen. Aus dem Rathaus heißt es auf Nachfrage, "die Möglichkeit einer Entwässerung durch einen Graben (werde) Bestandteil einer Prüfung durch das Bauamt sein". Anders geht es nicht, weil die Entwässerung gewährleistet sein muss. "Dabei muss unter anderem betrachtet werden, wie die Einfahrten zu den Grundstücken auf der entsprechenden Seite die mögliche Dimension solch eines Grabens beeinflussen", sagt Rathaussprecher Uwe Päsler.

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Bezahlen müssten die Anwohner mittlerweile nichts: Kurz vor den Kommunalwahlen 2019 hatte der Stadtrat für die Abschaffung der Straßenbaubeiträge gestimmt. Was die Anwohner freut, bedeutet auch: Die Stadt muss Anliegerstraßen momentan aus Eigenmitteln finanzieren. Nach dem Bauausschuss haben die Anwohner erst einmal ein gutes Gefühl. Das Problem sei erkannt. "Wir warten jetzt auf eine Reaktion des OB", sagt Jörg Reinicke. Der hatte angekündigt, mit den Anwohnern in der nächsten Zeit vor Ort sprechen zu wollen. "Das Angebot wollen wir gern annehmen."

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