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Rettung für Wülknitzer Feuerwehrmann

Bei einem Löscheinsatz in Lichtensee wird ihm plötzlich schwindelig. Er muss ins Krankenhaus gefahren werden. Der Mann feiert dieses Jahr ein seltenes Jubiläum.

Aus einer ehemaligen Scheune in Lichtensee dringt Qualm. Die Feuerwehr hat Schläuche ausgerollt und mit dem Löschen begonnen.
Aus einer ehemaligen Scheune in Lichtensee dringt Qualm. Die Feuerwehr hat Schläuche ausgerollt und mit dem Löschen begonnen. © Feuerwehr Lichtensee

Lichtensee. Wenn es mitten am Tag und während eines Werktages brennt, haben es die meisten freiwilligen Feuerwehren schwer, mit genügend Kameraden zum Einsatz zu fahren. Dann schlägt oft die Stunde der älteren Feuerwehrleute, die zuhause sind. Und so ist der unermüdliche Einsatzwille einem Wülknitzer fast zum Verhängnis geworden.

Der 66-Jährige war am Donnerstagmittag mit seinen Kameraden in die Bauerngasse nach Lichtensee ausgerückt. Dort brannte eine ehemalige Scheune, die zur Werkstatt ausgebaut war. Neben der ortsansässigen Feuerwehr waren auch zahlreiche Löschfahrzeuge aus Wülknitz, Streumen, Tiefenau, Koselitz, Zeithain, Neudorf und Gröditz vor Ort. Die Röderstädter brachten auch ihre Drehleiter mit, was ein große Hilfe war.

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Die Wülknitzer Kameraden arbeiteten eher im Hintergrund und waren für die Wasserversorgung zuständig. Der 66-jährige Feuerwehrmann war mittendrin und erlitt offenbar einen Schwächeanfall. "Auf einmal ist er kreidebleich geworden", berichtet Gemeindewehrleiter Maik Apitz. Der ältere Kamerad habe sich selbst zum Rettungswagen begeben, wo er sofort versorgt und anschließend ins Krankenhaus gefahren wurde.

Vorsichtshalber unter Beobachtung der Ärzte

Wie Apitz bestätigt, musste der Wülknitzer Feuerwehrmann vorsichtshalber über Nacht im Krankenhaus bleiben und beobachtet werden. "Ihm geht es aber wieder besser", sagt der Gemeindewehrleiter am Tag danach und ist erleichtert.

Er hat einen riesigen Respekt vor dem Einsatzwillen des älteren Kameraden. Denn der Wülknitzer feiert in diesem Jahr sein 50. aktives Dienstjubiläum. "Das schaffen nur die Wenigsten", so Apitz.

In den meisten freiwilligen Feuerwehren wechseln die Kameraden spätestens mit 67 Jahren von der aktiven Abteilung in die Ehren- und Altersabteilung. Viele Kameraden machen das auch schon eher. Je nachdem, wie sie sich gesundheitlich fit fühlen, um noch mit zu Einsätzen raus zu fahren. "Das ist seine eigene Entscheidung", sagt der Gemeindewehrleiter.

Vielleicht sein letzter Einsatz

Möglicherweise war es nun der letzte Einsatz für den Wülknitzer Kameraden, der in diesem Jahr 67 wird und ohnehin in die Altersabteilung wechseln wird. Am 29. Januar sollte er wegen seines seltenen 50. aktiven Dienstjubiläum im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Wülknitzer Feuerwehr ausgezeichnet werden. Doch wegen des Lockdowns wurde diese Veranstaltung auf den 7. Mai verschoben.

Was die Ursache für den Brand in Lichtensee war, ist nicht bekannt. Apitz vermutet, dass es sich um einen technischen Defekt in der zur Werkstatt ausgebauten Scheune handeln könnte. Hinter Gipskartonplatten hatten die Feuerwehrleute eine Strohschicht entdeckt, die als Wärmedämmung diente.

Das verbrennende Stroh habe einen enormen Qualm verursacht, den Bewohner des geteilten Dreiseithofes zuerst bemerkten. Mit mehreren Wärmebildkameras suchten die Feuerwehrleute nach dem Brandherd. "Als der Rauch weg war, ging des Löschen relativ schnell", so Apitz. Nach drei Stunden waren alle Feuerwehren wieder zurück in ihren Gerätehäusern.

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