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Schnee verhindert ungeliebten Funkmast

Die Gemeinde Zeithain kann den Bau dank des Wetters noch einmal aufhalten. Aber wie lange noch? Die Anwohner sind verärgert.

Das Plakat am Zaun des Telekom-Geländes ist eindeutig: "Wir wollen keinen Funkmast!" Auf dem Grundstück soll der Masten gebaut werden. Das Fundament ist schon fertig.
Das Plakat am Zaun des Telekom-Geländes ist eindeutig: "Wir wollen keinen Funkmast!" Auf dem Grundstück soll der Masten gebaut werden. Das Fundament ist schon fertig. © Jörg Richter

Zeithain. Noch mal Glück gehabt. Dank der Schneemassen der letzten Woche haben die Anwohner der Langenberger Straße in Zeithain noch keinen Funkmasten vor die Nase gesetzt bekommen. Den wollte die Deutsche Funkturm GmbH am Montag aufstellen lassen. Die Gemeindeverwaltung Zeithain erteilte die dafür notwendige verkehrsrechtliche Anordnung nicht.

Die Fuchs Europoles GmbH aus Taucha, die den Masten errichten soll, wollte Anfang der Woche sowohl die Langenberger Straße als auch die Parkstraße als Zubringerstraße komplett sperren lassen. Autos sollten noch nicht mal anhalten dürfen, damit der Autodrehkran und der Sattelauflieger mit den Masten-Bauteilen bis zum eingezäunten Telekom-Gelände durchkommen können.

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Doch Frau Holle machte den Bauleuten einen Strich durch die Rechnung. Denn an den Straßenrändern liegt der zur Seite geschobene Schnee. Auch ohne parkende Autos hätten es die Baufahrzeuge schwer gehabt, ihren Zielort am Ende der Langenberger Straße, die eine Sackgasse ist, zu erreichen.

"Wer hier einen Funkmast baut - unsere Zukunft klaut", steht auf einem der vielen Protestbekundungen entlang der Langenberger Straße in Zeithain.
"Wer hier einen Funkmast baut - unsere Zukunft klaut", steht auf einem der vielen Protestbekundungen entlang der Langenberger Straße in Zeithain. © Jörg Richter

Das verkündete der kommissarische Bürgermeister Dieter Wamser auf der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag. Der Vorsitzende der Bürgerinteressengemeinschaft Gemeindegebiet (BIG) Zeithain steht auf der Seite der Anwohner der Langenberger Straße, die sich gegen den Funkmasten wehren. "So lange es möglich ist, sollten wir uns schützend vor unsere Bürger stellen", sagte er. Diese Auffassung teilen auch alle anderen Parteien im Gemeinderat.

Wamser informierte darüber, dass die Gemeindeverwaltung der Deutsche Funkturm GmbH einen Ausweichstandort vorgeschlagen habe. Er soll sich in der Nähe des Sportplatzes befinden. Das Münchener Unternehmen habe ihn zwar begutachtet und hält ihn ebenso für geeignet. Aber es lehnt die Alternative ab mit der Begründung, dass das Fundament in der Langenberger Straße schon fertiggestellt ist. Auch den Vorschlag der Gemeinde Zeithain, für die bereits entstandenen Baukosten aufzukommen, soll die Betreiberfirma abgelehnt haben.

Das bringt die Anwohner in Rage. "Die Deutsche Funkturm GmbH bleibt stur und will dort nicht bauen", sagt einer von ihnen. Und ein anderer, der ebenfalls nicht genannt werden möchte, freut sich darüber, dass die Zeithainer dank des Wetters nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. "Bloß gut, dass es geschneit hat", sagt er. Doch er weiß, dass der Bau des Funkmastens nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben ist. "Die kommen sicherlich wieder."

"Hinterhältig hoch 20"

Der 82-jährige Mann sieht den künftigen Wert seines Hauses in Gefahr. "Es ist eine Unverschämtheit, einen 40 Meter hohen Masten so nah an die Wohnhäuser zu bauen", schimpft der Rentner. Dass hier überhaupt so ein Funkmast errichtet werden soll, habe einer der Nachbarn eher zufällig in einer öffentlichen Bekanntmachung gelesen. Und das nur wenige Monate vor Baubeginn im September letzten Jahres, als die stählerne Fundamenthülse in den Boden gerammt wurde. "Das ist hinterhältig hoch 20", sagt der ältere Anwohner. Das hätte nichts mit Demokratie und Bürgerbeteiligung zu tun.

Tatsächlich ist auf der Internetseite der Deutschen Funkturm GmbH zu erfahren, dass der Prozess zum Bau des Mobilfunk-Standorts in Zeithain schon sehr fortgeschritten ist. Er befindet sich bereits in der Endphase - und das bedeutet die Realisierung des Projektes. Das Baugenehmigungsverfahren ist abgeschlossen.

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Das blaue Punkt markiert den geplanten Funkmasten in Zeithain. Der graue Punkt rechts steht für den Masten in Bauda. Die Farben haben ihre Bedeutung.
Das blaue Punkt markiert den geplanten Funkmasten in Zeithain. Der graue Punkt rechts steht für den Masten in Bauda. Die Farben haben ihre Bedeutung. © Quelle: DFGM Deutsche Funkturm Gesellschaft Münche

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