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Bald Baustart für neues Walzwerk bei Feralpi Stahl in Riesa

Der Stahlwerksbetreiber präsentiert sich auf den Weltleitmessen für Draht, Kabel und Rohre. Dort gibt Feralpi Einblicke in seine Pläne.

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Bei Feralpi in Riesa wird Schrott zu neuem Stahl geschmolzen, der anschließend weiter zu Baustahl verarbeitet wird.
Bei Feralpi in Riesa wird Schrott zu neuem Stahl geschmolzen, der anschließend weiter zu Baustahl verarbeitet wird. © Sebastian Schultz

Riesa/Düsseldorf. Noch bis zum 24. Juni ist Feralpi Stahl in Düsseldorf zu finden. Auf den Fachmessen „Wire“ und „Tube“ stellt der Betreiber des Riesaer Stahlwerks am gemeinsamen Stand mit der Feralpi-Gruppe vor, was er in Zukunft vorhat.

Schon seit 30 Jahren ist Feralpi Stahl in Riesa aktiv: Das Unternehmen produziert dort jährlich rund eine Million Tonnen Baustahl. Das zur italienischen Feralpi-Gruppe gehörende Werk hat viel vor: In den kommenden Jahren werden mehr als 160 Millionen Euro investiert, um das Stahlwerk, das als eines von nur zweien in Deutschland das EMAS-Siegel trägt, noch effizienter und umweltfreundlicher zu machen.

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Auch wenn die meisten Emissionen bereits jetzt weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten liegen und zum Teil gar nicht mehr messbar sind, investiere man kontinuierlich in weitere Möglichkeiten zur Reduktion. Ziel bleibt der grüne Stahl, so Werksdirektor Uwe Reinecke. Trotz eines Stahlwerks, das mit seinem Elektrolichtbogenofen, dem Walz- und Drahtwerk zu den großen Energieverbrauchern im Freistaat zählt.

„Wir werden Strategien zur Elektronikbeschaffung sowie zur -erzeugung ausfindig machen“, sagt Reinecke. Dazu arbeitet Feralpi Stahl auch mit innovativen Start-ups zusammen, etwa Smart Steel Technologies (SST) aus Berlin: Mithilfe künstlicher Intelligenz werden automatisierte Prozesse optimiert. Die SST Temperature AI überwacht Temperaturen im gesamten Produktionsprozess, gibt Temperaturvorhersagen und Empfehlungen in Echtzeit. Das reduziert unnötige Temperaturschwankungen, was wiederum den Produktionsprozess von der Stahlerzeugung bis zum Strangguss stabilisiert und damit das Gesamttemperaturniveau in der Produktion senkt.

Nicht zuletzt ist die Energie- und Versorgungssicherheit ein großes Thema. Damit ist Feralpi in der Region aber nicht allein – und setzt auf Synergien. „Wir haben mit Unternehmen aus der Nachbarschaft – unter anderem Wacker Chemie, dem Schmiedewerk Gröditz, Mannesmann Zeithain und Ervin in Glaubitz – eine Gemeinschaft gebildet, die Energie- und Wasserstoffallianz im Industriebogen Meißen. In dieser Region werden pro Jahr rund 1,2 TWh Strom verbraucht, das sind mehr als acht Prozent des Verbrauchs von ganz Sachsen“, sagt Reinecke. „Wir wären alle interessante Wasserstoffverbraucher und daher wichtige Partner bei der Energiewende im Freistaat. Würden diese Unternehmen Erdgas mit Wasserstoff ersetzen, könnten rund 220.000 Tonnen CO2 eingespart werden“, so Reinecke.

Feralpi Stahl will demnächst den Einsatz von Wasserstoff im Werk testen. Die Schaffung einer echten Anschlussstelle von der zentralen H2-Pipeline des Industriebogens an die vom Land geplante Wasserstofftrasse wäre bis zum Jahr 2027 möglich – doch sinnvoll sei sie nur, wenn der Wasserstoff günstiger sei als Strom und Gas, betont Reinecke. „Und er sollte mit regenerativen Energien hergestellt sein, sonst können wir auch keinen ‚grünen Stahl‘ produzieren.“

Derweil geht es in die heiße Phase für die Umsetzung eines weiteren Großprojekts auf dem Werksgelände. Am 6. Juli 2022 findet der symbolische Spatenstich für ein neues zusätzliches Walzwerk statt, die Anlage soll CO2-reduziert arbeiten. Mit künftig zwei Walzwerken kann Feralpi Stahl insgesamt mehr produzieren: „Statt rund einer Million Tonnen soll unser Output auf 1,25 Millionen Tonnen Stahlerzeugnisse im Jahr steigen“, sagt Reinecke. (SZ)

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