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Warum der Osten Russland besser versteht

Will Putin wirklich Krieg? Viele Ostdeutsche sind da skeptischer als die schrillen Warnungen im Westen. Und dafür gibt es gute Gründe. Ein Kommentar.

Von Olaf Kittel
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SZ-Autor Olaf Kittel fragt sich, warum der Blick auf Russland im Osten und Westen Deutschlands oft so unterschiedlich ist.
SZ-Autor Olaf Kittel fragt sich, warum der Blick auf Russland im Osten und Westen Deutschlands oft so unterschiedlich ist. © A. Zemlianichenko/AP/dpa, SZ

Sie ist geschickt aufgetreten in Moskau, die neue Außenministerin Annalena Baerbock. Sie vermied schrille Töne, betonte Dialog- und Kooperationsbereitschaft und fand zum russischen Truppenaufmarsch den weisen Spruch: "Es ist schwer, dies nicht als Bedrohung zu sehen." Ihr Auftritt hob sich wohltuend ab von vielen harschen Worten und Boykottdrohungen, die sich auch in den Medien niederschlugen. Die Süddeutsche Zeitung behauptete "So steigert Deutschland die Kriegsgefahr" – gemeint ist die zurückhaltende deutsche Politik. Der Spiegel fordert, "Putin als Gegner betrachten – nicht als Partner". Und die FAZ malt gleich den Teufel an die Wand: "Nach der Ukraine ist Europa dran." Wirklich? Im Ernst? Ist es so weit?

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