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Deutlich mehr Waffen und Sprengstoff in Sachsen geborgen

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen musste im vergangenen Jahr zu 664 Einsätzen ausrücken. Über 150 Tonnen Kampfmittel wurden geborgen - 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Von Maximilian Helm
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Wie hier in der Dippoldiswalder Heide werden immer noch große Mengen Munition in Sachsen gefunden.
Wie hier in der Dippoldiswalder Heide werden immer noch große Mengen Munition in Sachsen gefunden. © Karl-Ludwig Oberthuer

Dresden. Im Jahr 2022 hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen (KMBD) deutlich mehr Waffen und Sprengstoffe gefunden. Insgesamt wurden bei 664 Einsätzen über 150 Tonnen an Kampfmitteln gefunden und entsorgt - ein Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders häufig waren Artilleriemunition (130 Tonnen) und Nahkampfmittel (50 Tonnen) dabei.

Bei sogenannter Abwurfmunition hat sich die Menge hingegen verringert. 16 Bomben konnten entschärft werden, 31 Sprengkörper wurden noch am Fundort kontrolliert in die Luft gejagt. Als besonderen Fall bezeichneten die Spezialisten die Entschärfung einer 250-Kilogramm-Fliegerbombe im Oktober in Dresden.

Die Arbeit des KMBD ist auch mehr als 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von großer Bedeutung, da noch immer potenziell gefährliche Kriegs-Kampfmittel gefunden werden. Neben der Gefahrenabwehr durch die fachgerechte Vernichtung von Kampfmitteln bearbeitet der KMBD auch Anfragen zur Prüfung von Grundstücken auf eine Kampfmittelbelastung. Im Jahr 2022 gingen insgesamt 236 Anfragen ein.

Der KMBD rät der Bevölkerung, bei Auffinden von verdächtigen Gegenständen im Wald oder sogar im eigenen Garten die Fundstelle gut zu sichern und die Polizei zu rufen. In keinem Fall sollte die mögliche Munition berührt werden.