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Langjähriger Chef der Freien Wähler geht

Steffen Große war über viele Jahre Vorsitzender. Nun verlässt er die Partei. Er geht nicht allein.

Zwischen Steffen Große und dem Bundesvorstand der Freien Wähler schwelte schon länger ein Konflikt.
Zwischen Steffen Große und dem Bundesvorstand der Freien Wähler schwelte schon länger ein Konflikt. © René Meinig

Der langjährige Vorsitzende der Freien Wähler in Sachsen hat die Partei verlassen. Steffen Große bestätigte die Entscheidung der Sächsischen Zeitung. Zuvor hatte die Bildzeitung darüber berichtet. Mit Große verließen am Wochenende nach dessen Angaben rund 20 Politiker die Partei. Der Altenberger Oberbürgermeister Thomas Kirsten sei bereits im Sommer gegangen.

Der Entscheidung war ein Konflikt zwischen Große und der Bundespartei vorausgegangen. Der Bundesvorstand um den bayerischen Minister Hubert Aiwanger hatte Große im Zuge interner Ordnungsmaßnahmen seiner Funktion enthoben und für drei Jahre für Parteiämter gesperrt.

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Harte Kritik an Kretschmers Lockdown

Große hatte im April in einem Schreiben an Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) das Ende des damaligen Corona-Lockdowns gefordert. Vorwürfe, es gebe ein rechtes Netzwerk bei den Dresdner Freien Wählern, wies der Politiker mehrfach zurück. Vorsitzender der als Verein organisierten Freien Wähler in der Landeshauptstadt will Große bleiben und generell politisch aktiv sein.

Der 53-Jährige sagte dieser Zeitung: „Ich kann für die Freien Wähler keine Werbung mehr machen.“ Ihm war es gelungen, eine Landesliste der vor allem kommunalpolitisch verwurzelten Vereinigungen zu formen. Große sprach mit Blick auf die Mandate in Stadt- und Ortschaftsräten damals von Sachsens größter Bürgerbewegung. 

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Auf Landesebene war der Schwung spürbar: Bei der Wahl 2019 erreichten die Freien Wähler 3,4 Prozent der Stimmen, was in etwa einer Verdopplung entspricht. Im damaligen Wahlkampf engagierten sich der Grimmaer Rathauschef Matthias Berger und die frühere Grünenfraktionschefin Antje Hermenau für die Freien Wähler.

Große gilt als konservativ. Auch im Landesverband gab es um die Ausrichtung Differenzen. Vizechefin Denise Wendt, die den Corona-Brief kritisiert hatte, wurde abgesetzt, vom Bundesvorstand aber wieder eingesetzt. Zudem scheiterte ein gegen sie gerichteter Abwahlantrag. (SZ/ale)

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