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Kretschmer macht LUA-Verlagerung zur „Chefsache“

Sachsens Ministerpräsident will am Montag die Mitarbeiter der Landesunterschungsanstalt von einem Umzug nach Bischofswerda überzeugen.

Noch arbeiten die rund 260 Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Dresden. Doch wenn der Neubau nach Bischofswerda entsteht, müssten sie täglich zur Arbeit pendeln.
Noch arbeiten die rund 260 Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Dresden. Doch wenn der Neubau nach Bischofswerda entsteht, müssten sie täglich zur Arbeit pendeln. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden/Bischofswerda. Der „Chef“ kommt selbst vorbei, doch der Termin steht in keiner offiziellen Terminliste und ist bisher hochgeheim: Regierungschef Michael Kretschmer wird am Montagnachmittag die Mitarbeiter der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) aufsuchen, um mit ihnen über den geplanten Neubau des Amtes zu sprechen. Das Landesamt soll – jedenfalls nach Kretschmers Vorstellung – von Dresden nach Bischofswerda ziehen. Um 15.30 Uhr am Montag sind die rund 260 Landesbediensteten eingeladen, sich im Innenhof des Gebäudes zu versammeln – coronabedingt muss auch bei diesem Termin auf Abstand geachtet werden.

Begleitet wird der Regierungschef unter anderem von Sozialministerin Petra Köpping (SPD), der formal das Landesamt untersteht. Sie hatte sich bereits demonstrativ auf die Seite der Mitarbeiter und der Amtsleiterin gestellt, die bereits vor Wochen „nachdrücklich auf die organisatorischen, fachspezifisch-personellen und sozialen Anforderungen“ für den geregelten Betrieb des Landesamtes hingewiesen hatte, die ein möglicher Standort in Bischofswerda „nicht gewährleisten kann“.

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Die Fronten sind wenige Wochen, nachdem die Umzugspläne Ende Juli durch SZ-Recherchen bekannt geworden sind, eher verhärtet. Während man in Bischofswerda bereits mit einem Baugrundstück voller Vorfreude auf die Großansiedlung wartet – unterstützt vom Regierungschef –, scheint sich der besorgte Widerstand unter den LUA-Mitarbeitern eher zu festigen.

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Nach dem ersten Schock über den drohenden Umzug schickten sie Mitte August einen „Offenen Brief“ mit ihren Bedenken und Nachfragen an Kretschmer, den 169 Mitarbeiter unterzeichnet haben. In dem Schreiben kritisieren die Mitarbeiter vor allem, dass ihnen bisher stets versichert worden sei, dass der Neubau in Dresden geplant sei. Eine Verlagerung nach Bischofswerda bedeute für rund 200 Mitarbeiter einen täglichen Pendelbedarf von ein bis zwei Stunden und sei damit für junge Familien nur schwer leistbar. Eine Antwort Kretschmers auf das Schreiben hat es dem Vernehmen nach bisher nicht gegeben.

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