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LUA-Neubau in Bischofswerda beschlossen

Die Landesregierung hat für einen Neubau der Landesuntersuchungsanstalt in Bischofswerda gestimmt. Der Umzug soll 2026 beginnen.

Die Liegenschaft der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) in Dresden.
Die Liegenschaft der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) in Dresden. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Rund 260 Landesbedienstete müssen sich auf eine Verlagerung ihres Arbeitsplatzes von Dresden nach Bischofswerda einstellen. Das hat das sächsische Kabinett am Dienstag bereits beschlossen. Bekannt gemacht wurde der Beschluss erst am Freitag. Demnach hat sich die Ministerrunde darauf geeinigt, die beiden Dresdner Standorte der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Bischofswerda anzusiedeln. Sie werden in einem Neubaukomplex im Gewerbepark in der Geislinger Straße untergebracht. Das teilten Sozial- und Finanzministerium mit.

Laut Ministeriumsangaben sollen die Interessen und Belange der von dem Ortswechsel betroffenen Bediensteten berücksichtigt werden. Hierzu soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die in den Planungsprozess eingebunden wird.

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Mit der Realisierung könnte den Angaben zufolge 2023 begonnen werden. Bis dahin laufen die Planungen und Bauvorbereitungen. 2026 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein, der Umzug dann bis 2027 abgeschlossen sein. Dann sollen auch die neuen Labore und Büros in Betrieb gehen. Die Kosten für das Vorhaben liegen nach Informationen von Sächsische.de bei mehr als 150 Millionen Euro. 

Die Mitarbeiter des Landesamtes waren bereits vor einer Woche in einem Rundbrief von LUA-Präsidentin Gerlinde Schneider über die Entwicklung informiert worden, dass es auf diese Entscheidung hinausläuft. Demnach hatte die Stadt Dresden zwar drei weitere mögliche Standorte eingereicht, um die Behörde in der Landeshauptstadt zu halten, darunter Flächen in den Gewerbegebieten Bannewitz und Nickern. Doch dafür fällige Änderungen der Bebauungspläne hätten den dringend notwendigen Neubau um Jahre verzögern können. Das Finanzministerium hielt daher am geplanten Neubau in Bischofswerda fest. Dafür hatte sich auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eingesetzt. 

LUA-Präsidentin Schneider und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatten sich aus Sorge um die Mitarbeiter gegen einen Umzug aus Dresden gewehrt. Köpping gab schließlich nach. „Eine weitere Verzögerung wäre nicht zu verantworten“, hieß es am vergangenen Freitag aus dem Sozialministerium. „Uns ist diese Entscheidung sehr schwergefallen, aber die Arbeitsfähigkeit der LUA steht für uns im Mittelpunkt.“

In einem persönlichen Schreiben an alle LUA-Mitarbeiter, das Sächsische.de vorliegt, bedauerte Köpping, dass sie als Ministerin erst so spät in den Entscheidungsprozess miteinbezogen worden sei. "Wir können ihre Argumente gegen den Umzug nach Bischofswerda sehr gut nachvollziehen", schreibt Köpping. "Deswegen haben wir uns von Anfang an auf ihre Seite gestellt. Das hat auch den Ministerpräsidenten verärgert, besonders als der Widerstand andauerte. Wir haben gemeinsam versucht, ihn zu überzeugen", so Köpping. Als Hausspitze habe man aber schließlich "schweren Herzens entschieden, den Widerstand gegen den Umzug nach Bischofswerda aufzugeben". 

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Letztlich hätten so viele Faktoren dafür gesprochen, dass sie wie alle anderen Ressorts am Ende mehrheitlich dem Vorschlag des Finanzministeriums gefolgt sei. "Auch ich konnte nicht gegen alle beteiligten Ressorts stimmen", bedauerte Köpping.  Sie habe sich "die Entscheidung nicht leicht gemacht". Für sämtliche Probleme und Fragen des Übergangs werde es in Kürze einen Obmann geben, an den sich alle Mitarbeiter wenden könnten.

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