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Nach Krebs: Landtagsvize Dombois kämpft sich zurück

Im März bekam die CDU-Politikerin aus Paulsdorf die Diagnose. Jetzt ist sie zurück, tritt aber kürzer.

Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU). "Ich bin ganz gut davongekommen."
Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois (CDU). "Ich bin ganz gut davongekommen." © Egbert Kamprath

Hinter der CDU-Landespolitikerin Andrea Dombois aus Paulsdorf bei Dippoldiswalde liegen schwere Monate. "Im März bekam ich die Diagnose: Krebs", sagt sie zur SZ. Von einem Tag zum anderen war sie nach 30 Jahren abrupt raus aus dem politischen Geschäft. Keine Termine, keine Verpflichtungen, nur noch der Kampf gegen die Krankheit. Dass es ihr nicht mehr ganz so gut geht, habe sie schon lange vor der Diagnose gespürt. Aus dem CDU-Kreisvorstand zog sie sich seinerzeit auch deswegen zurück.

AfD torpediert Ausstieg aus dem Kreistag

Mit fast zehn Monaten Abstand zum Schock im März sagt die Landtags-Vizepräsidentin: "Ich bin ganz gut davongekommen. Der Krebs hat nicht gestreut." In den vergangenen Monaten habe sie viel Unterstützung von allen Seiten erfahren, insbesondere vom Landtag, wo sie aussetzen konnte. Wobei sie aber betont, dass ihr Arbeitgeber nicht der Landtag, sondern das Wahlvolk sei.

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Mittlerweile ist aber Dombois wieder zurück im Sachsenparlament und merkt, dass es nicht leicht sei, das richtige Maß zu finden, was die Belastung angeht. "Ich bin schon wieder mehr dort als ich sollte." Dafür habe sie aber begonnen, andere Verpflichtungen zu reduzieren. Es geht um zahlreiche Ehrenämter. Bereits Anfang November bat sie den Kreistag in Pirna, sie aus dem Kommunalparlament zu entlassen.

Dombois gibt zahlreiche Ehrenämter ab

Dem gab der Kreistag auf seiner Sitzung diese Woche statt, allerdings nicht einstimmig. Aus Richtung der AfD kam Unverständnis, warum Dombois nicht auch ihr Amt als Landtags-Vizepräsidentin niederlegt. 25 AfD-Kreisräte votierten gegen das Rücktrittsgesuch. Die anderen 48 anwesenden Kreisräte fanden aber eine schwere und lang anhaltende Krankheit als ausreichende Begründung, um Dombois' Bitte nachzukommen. Im Kreistag rückt nun die frühere Pretzschendorfer Bürgermeisterin Kerstin Winkler für die CDU nach.

Ausgestanden ist eine solche Krankheit nach ein paar Monaten noch lange nicht. Sie müsse regelmäßig zur Kontrolle, sagt die 62-Jährige und sie sagt auch, dass sie sich alle Anstrengungen wie früher nicht mehr leisten könne. Daher ist sie mit mehreren Vereinen im Gespräch, wie sie aus diesen austreten kann. Die Paulsdorferin ist Präsidentin der Europäischen Bewegung Sachsen, Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und kümmert sich um die Partnerschaft von Parlamenten. Hinzu kommen auch noch weitere Vereinsmitgliedschaften.

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Im Landtag bleibt Andrea Dombois nicht nur Vizepräsidentin, sondern behält auch ihr Direktmandat. Dieses errang sie bei der letzten Wahl 2017 im Wahlkreis 49, zu dem das Osterzgebirge, Bannewitz, Rabenau und Kreischa gehören.

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