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Sachsen vertrauen dem Staat bei der Digitalisierung mehr als Firmen

Wirtschaftsminister Dulig stellt Ergebnisse der Online-Umfrage zum digitalen Wandel in Sachsen vor und zieht 100-Tage-Bilanz für Digitalagentur.

Von Nora Miethke
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Ines Fröhlich (SPD, 2.v.l), Staatssekretärin für Digitalisierung, und Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, bei der Eröffnung der Digitalagentur Sachsen im Februar 2022. Jetzt wurde schon die 100-Tage-Bilanz gezogen.
Ines Fröhlich (SPD, 2.v.l), Staatssekretärin für Digitalisierung, und Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, bei der Eröffnung der Digitalagentur Sachsen im Februar 2022. Jetzt wurde schon die 100-Tage-Bilanz gezogen. © dpa

Im Dezember dieses Jahres will das sächsische Wirtschaftsministerium die Digitalstrategie für den Freistaat vorstellen. Doch die Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel sollen nicht nur durch Wenige bestimmt werden, sondern Bürger und Bürgerinnen mit ihren Ideen und Erfahrungen beteiligt werden. Deshalb war eine der ersten Aufgaben der neu gegründeten Digitalagentur DiAS die Durchführung einer Online-Umfrage zum digitalen Wandel in Sachsen. Am Freitag stellte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) die Ergebnisse vor.

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Das für ihn wichtigste Ergebnis ist "der große Wunsch nach mehr staatlicher Gestaltung". 62 Prozent der 1.100 Teilnehmenden an der Umfrage würden den Einfluss des Freistaates auf den digitalen Wandel als gering einschätzen. 85 Prozent wünschten sich eine stärkere Einflussnahme. "Das bestätigt uns in dem Vorhaben, die sächsische Digitalstrategie weiterzuentwickeln", betonte Dulig. Der Prozess soll als Beteiligungsprozess gestaltet werden, zu dem die Online-Umfrage der Auftakt gewesen ist.

Positive Grundhaltung zur Digitalisierung

Denn die Landesregierung genießt mehr Vertrauen im Umgang mit den digitalen Daten der Bevölkerung (54 Prozent) als private Unternehmen innerhalb und außerhalb der EU. Bei Firmen außerhalb der EU, also den großen US-Internetkonzernen Amazon, Facebook oder Google, sagen weniger als acht Prozent, dass sie Vertrauen haben. Die Inanspruchnahme von digitalen Verwaltungsdienstleistungen oder die Akzeptanz der elektronischen Patientenakte machen fast alle Befragten davon abhängig, ob und wie die persönlichen Daten geschützt sind. Aber auch im Umgang mit sozialen Medien ist den Befragten Datensicherheit wichtig.

Insgesamt haben die Teilnehmenden jedoch eine positive Grundhaltung zur Digitalisierung. Über 81 Prozent sind der Auffassung, dass sich das Leben der Menschen in Sachsen durch den digitalen Wandel nachhaltig verbessern wird. Über 85 Prozent sehen sich selbst auf der Höhe der Entwicklung der Digitalisierung. Knapp 95 Prozent beurteilen den Nutzen digitaler Technologien als groß bis sehr groß. DiAS-Leiterin Frauke Greven schränkte jedoch selbst ein, dass es sich nicht um eine repräsentative Umfrage handele, da sich vor allem digitalaffine Personen im Alter zwischen 30 und 55 mit einem hohen Bildungsabschluss in den Großstädten beteiligten. "Das ist uns bewusst und fließt in die Bewertung mit ein", so Greven.

100-Tage-Bilanz Digitalagentur Sachsen

Dulig zog eine positive Bilanz der Digitalagentur Sachsen. "Schon in den ersten 100 Tagen hat die DiAS wieles angeschoben und bewegt." Die Agentur hat die Aufgaben des Breitbandkompetenzzentrums übernommen und bietet Beratungsleistungen für Kommunen, Unternehmen und Bürger wie Bürgerinnen an. Aktuell sind in Sachsen 184 geförderte Breitband-Projekte in der Umsetzung. Für eine bessere Transparenz wird der Aufbau eines sächsischen Infrastrukturatlas vorbereitet, erste Ergebnisse sollen Ende des Jahres zu sehen sein. Geplant ist, dass Bürger und Bürgerinnen in dem Atlas erkennen können, wie es um den eigenen schnellen Internetanschluss bestellt ist.

Die DiAS unterstützt das Wirtschaftsministerium beim Beteiligungsprozess für die Digitalstrategie auch mit Unternehmerfrühstücken mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), themenbezogenen Expertenworkshops und einem ressortübergreifenden Strategieseminar.

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