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Sachsen

Sachsen stellt Steuersünder-Statistik ein

Die Zahl der reuigen Steuersünder, die im Freistaat eine Selbstanzeige stellen, sinkt seit Jahren. Mittlerweile meldet sich gar keiner mehr.

© dpa/Armin Weigel

Dresden. In Sachsen hat es im ersten Halbjahr 2020 keine einzige Selbstanzeige reuiger Steuersünder mit Kapitalanlagen in der Schweiz mehr gegeben. Die entsprechende Statistik wurde daraufhin eingestellt, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums in Dresden auf Anfrage mitteilte.

Schon 2019 hatten sich im Freistaat nur noch drei Bürger gemeldet. 2018 fünf und im Jahr zuvor 17. Dennoch flossen bis Mitte vergangenen Jahres noch einmal 335.899 Euro an Nachzahlungen in die Staatskasse. Seit Beginn der Statistik 2010 summieren sich die Einnahmen auf fast 7,9 Millionen Euro.

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Seither gingen insgesamt 754 Selbstanzeigen ein, die im Zusammenhang mit dem Ankauf so genannter Steuer-CDs aus der Schweiz standen. Wegen der 2015 verschärften rechtlichen Anforderungen an die Wirksamkeit der strafbefreienden Selbstanzeige hätten Betroffene versucht, "auf den Weg der Steuerehrlichkeit" zurückzukehren, erklärte die Sprecherin den Rückgang auf Null. Zudem tauschten die europäischen Staaten seit 2017 automatisch Bankdaten aus, um Steuerhinterziehung durch das Verstecken von Vermögen im Ausland zu bekämpfen.

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Seit 2015 ist es in Deutschland für Steuerhinterzieher deutlich teurer, per Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Das geht nur bis zu einer hinterzogenen Summe von 25.000 Euro statt zuvor 50.000 Euro. Bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von Strafverfolgung abgehsehen. Das Geld fließt in den bundesweiten Steuertopf, aus dem es an die Bundesländer verteilt wird. (dpa)

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