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Sachsens Bistümer schaffen Kommission für Missbrauchsopfer

In den Bezirken Dresden-Meißen und Görlitz sollen Katholische Militärseelsorger eine Kommission mit Betroffenen von Missbrauch einrichten.

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Die katholischen Bistümer in Sachsen und Berlin schaffen neue Kommissionen für Missbrauchsopfer. Die sei die regionale Umsetzung entsprechender Beschlüsse.
Die katholischen Bistümer in Sachsen und Berlin schaffen neue Kommissionen für Missbrauchsopfer. Die sei die regionale Umsetzung entsprechender Beschlüsse. © Archiv/Nicolas Armer/dpa (Symbolfoto)

Dresden. Im Rahmen ihrer Bemühungen um Aufklärung von Missbrauch in der katholischen Kirche wollen die Bistümer Berlin, Dresden-Meißen und Görlitz sowie die Katholische Militärseelsorge in der kommenden Woche eine Kommission mit Betroffenen einrichten. Dies sei die regionale Umsetzung entsprechender Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz, bestätigte ein Sprecher des Erzbistums Berlin am Samstag.

Zuvor hatte der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, eine solche Kommission im rbb-Inforadio angekündigt. Die Bistümer hatten Betroffene von sexuellem Missbrauch um Mitwirkung im Beirat gebeten. Federführend ist das Bistum Dresden-Meißen.

In Berlin arbeitet bereits eine Kommission aus Priestern und Laien an der Aufarbeitung von Ergebnissen eines Gutachtens zu sexuellem Missbrauch.

Dunkelziffer von Betroffenen könnten hoch liegen

Nach dem von einer Kanzlei erstellten Gutachten waren mindestens 61 Geistliche im Bereich des Erzbistums Berlin zwischen 1946 bis Ende 2019 am sexuellen Missbrauch von Minderjährigen beteiligt. Insgesamt sind in dieser Zeit 121 Opfer aus den Akten bekannt geworden. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen, hieß es in dem Bericht.

Koch sagte damals, er übernehme die Verantwortung, "wo vertuscht oder nicht angemessen mit Schuld umgegangen wurde, wo Menschen im 'System Kirche' das Offensichtliche nicht wahrhaben wollten oder systematisch weggeschaut haben". Zum Erzbistum gehören die Stadt Berlin, Teile Brandenburgs, Vorpommern sowie die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt. (dpa)