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„Seid nicht so politikverdrossen“

Schauspieler Hardy Krüger kam 1941 auf eine Elite-Nazi-Schule. Nun kämpft er gegen rechte Gewalt und warnt vor Pegida.

© Sven Ellger

Von Andreas Weller

Seine Eltern haben sich nach der Machtergreifung von Adolf Hitler blenden lassen, sagt Schauspiellegende Hardy Krüger. Sie sind in die NSDAP eingetreten und er kam mit 13 Jahren an die Adolf-Hitler-Schule, sollte in der Ordensburg Sonthofen zur künftigen Führungskraft der Nazis ausgebildet werden. Dort kam er zum Schauspiel und wirkte zunächst im NS-Film „Junge Adler“ mit. Dann lernte er den Schauspieler Hans Söhnker kennen, der ihn über die Verbrechen der Nazis aufklärte. Mit 15 Jahren half er Söhnker, Juden aus Deutschland zu bringen. „Hans Söhnker prägte mich als Anti-Nazi“, sagt Krüger heute.

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Um zu verhindern, dass rechtsextremes Gedankengut wieder stark wird, veranstaltet Krüger eine Tour durch sechs Städte. „Gemeinsam gegen rechte Gewalt“, nennt sich das Projekt, mit dem er nun in Dresden ist. Am Dienstag trifft er Schüler des Gymnasiums Cotta und spricht mit ihnen. „Ich will den Jugendlichen sagen: Seid nicht so politikverdrossen wie die Generation eurer Eltern.“ Mit Sorge schauen Krüger und die Amadeu-Antonio-Stiftung, die das Projekt initiiert, auf Dresden. Pegida schade dem Ruf der Stadt. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Verachtung sei der „Job“ von Neonazis. „Aber es ist erschreckend, dass das Kleinbürgertum hier jedem Fremden misstraut“, so Anetta Kahane von der Stiftung. „Die Dresdner Mehrheit muss sich ihre Innenstadt zurückholen.“