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Skiweltcup Dresden: Sinnvoll oder nicht? 

Organisator René Kindermann und Kritiker André Schollbach treffen in einem exklusiven Streitgespräch bei Sächsische.de aufeinander.

Von Juliane Richter
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Ski-Weltcup mit Canalettoblick gibt es im Januar erneut. Doch nicht allen gefällt dieses Spektakel an der Elbe.
Ski-Weltcup mit Canalettoblick gibt es im Januar erneut. Doch nicht allen gefällt dieses Spektakel an der Elbe. © Thomas Kretschel

Er steckt noch in den Kinderschuhen, und doch ist er schon ein ganzes Stück gewachsen. Der Skiweltcup am Dresdner Elbufer geht am 12. Januar in die zweite Runde. Nach wie vor ist das Wintersportevent, das im vergangenen Januar rund 40.000 Zuschauer anlockte, umstritten. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Skilanglauf-Wettkampfs fern der Berge stellt sich den Kritikern noch immer.

Die beiden Organisatoren René Kindermann und Torsten Püschel bewerben den Skiweltcup dennoch als „nachhaltig gedachtes Event“. Sie setzen auf in Dresden produzierten Kunstschnee, der allein mit Regenwasser und ohne chemische Zusätze hergestellt wird. Zusätzliche Lkw-Transporte aus Zinnwald soll es bei der zweiten Auflage nicht mehr geben. 

Das wird auch dadurch realistischer, dass deutlich weniger Schnee gebraucht wird. Die Strecke ist nun mit 800 Metern sichtlich kürzer als bei der Premiere im vergangenen Januar. Damals waren 1.400 Meter angedacht, die dann mangels Schnee noch auf 1.200 Meter verkürzt wurden. Die Sportler legen dieses Mal deshalb zwei Runden zurück und sind dadurch häufiger für die Zuschauer zu sehen. 

Die Strecke am Elbufer ist mit 800 Metern deutlich kürzer als im vergangenen Jahr, dadurch sehen die Zuschauer die Athleten auch öfter. 
Die Strecke am Elbufer ist mit 800 Metern deutlich kürzer als im vergangenen Jahr, dadurch sehen die Zuschauer die Athleten auch öfter.  © Ski Weltcup Dresden

Kurz ist aber nicht nur die Strecke, sondern sind auch die Wege. In fünf Minuten sind die Sportler vom Wettkampfhotel, dem Hotel Westinn Bellevue, mitten im Geschehen. Lange Fahrten in ein abgelegenes Skigebiet bleiben damit aus.

Dass sie ein weltweit wirkendes Sportevent mit bestem Blick auf die Dresdner Altstadtkulisse schaffen, haben die beiden Journalisten Kindermann und Püschel stets als ihr stärkstes Argument präsentiert. Demnach haben sie bei ihrer Erstauflage laut der Studie eines Medienanalyse-Instituts dann auch 53 Millionen Zuschauer erreicht. Der Marketingclub Dresden hat den Organisatoren deshalb erst kürzlich den Dresdner Marketingpreis für das Konzept und seine Werbewirkung verliehen.

Beim Freistaat und der Stadtverwaltung konnten die Organisatoren mit den positiven Bildern aus Dresden auf jeden Fall punkten. Erst Mitte Dezember hat Sportminister Roland Wöller (CDU) den Fördermittelbescheid über 300.000 Euro an Püschel übergeben. Der Dresdner Stadtrat hatte sich schon eher bekannt und die Förderung von rund 390.000 Euro pro Event – und damit noch einmal 90.000 Euro mehr als im ersten Jahr – gleich bis 2022 festgeschrieben.

Gefallen war auch diese Entscheidung nicht ohne Gegenstimmen. Denn während Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zu den stärksten Befürwortern des Weltcups zählt, haben die Organisatoren in Linken-Fraktionschef André Schollbach ihren lautesten Kritiker gefunden. Für wichtige Aufgaben im Sozial- und Bildungsbereich fehle häufig das Geld. Gleichzeitig werde aber mehr als eine halbe Million Euro an Steuergeldern für das Event ausgegeben, hat Schollbach wiederholt gesagt.

In einem Streitgespräch, das Sächsische.de ausrichtet, treffen Schollbach und Kindermann nun aufeinander. Hier können sie ihre Argumente austauschen und herausarbeiten, was der Skiweltcup Dresden bringt, oder eben nicht. 

Das Gespräch wird aufgezeichnet, die wichtigsten Aussagen gibt es am 3. Januar bei Sächsische.de sowie in der Sächsischen Zeitung. In diesem Clip beziehen die Kontrahenten schon einmal Stellung.