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So schlimm wütete der Sturm

Demolierte Autos, abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen - circa 300 Einsätze hat "Eberhard" in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ausgelöst.

Der Transporter landete auf der B178n im Graben, nachdem eine Böe ihn erfasste. Im Löbauer Stadtwald sind Bäume entwurzelt. In Schönbach hat's Schilder umgeschmissen. In Oderwitz krachte ein Baum auf ein Haus. © Danilo Dittrich
Der Transporter landete auf der B178n im Graben, nachdem eine Böe ihn erfasste. © Danilo Dittrich

Sturmtief "Eberhard" ist in der Nacht zum Montag über die Oberlausitz gefegt und hat große Schäden hinterlassen.

So war ein Transporter - voll beladen mit Kartons und Barcodescannern - auf der 178n in Richtung Löbau unterwegs, als ihn eine Windböe erfasste. Der Fahrer kam von der Straße ab und rutschte etwa vier Meter einen Abhang hinunter. Er erlitt Verletzungen und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Am Montagmorgen rückte ein Bergungsunternehmen an, um den Wagen abzuschleppen. Der Unfallschaden betrug rund 10.000 Euro.

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Es blieb der einzige Fall, bei dem eine Person Verletzungen davontrug. Circa 300 Einsätze hat das Sturmtief seit Sonntagabend, ab etwa 22 Uhr, in den Landkreisen Bautzen und Görlitz ausgelöst, 15 liefen bis 9 Uhr noch, teilt Heiko Pietschmann von der Rettungsleitstelle Ostsachsen mit. "Hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume", sagt er. Aber auch demolierte Fahrzeuge, teils abgedeckte Dächer und beschädigte Telefon- und Stromleitungen hat "Eberhard" hinterlassen - dadurch war und ist so manche Straße versperrt. Mehrere Ortslandesfunkstellen gingen noch am Sonntagabend in Betrieb, um die Rettungsleitstelle zu entlasten, so Pietschmann.

Der Bahnverkehr musste zwischen Bischofswerda und Görlitz und zwischen Bischofswerda und Zittau bis zum Mittag komplett eingestellt werden. Dort galt Schienenersatzverkehr, jeweils zwei Busse waren im Einsatz, teilt der Trilex als Betreiber der Strecken mit. Seit 13 Uhr sind beide wieder freigegeben. Es könne aber noch bis in die Nachmittagsstunden Beeinträchtigungen geben, da sich der Verkehr erst wieder normalisieren müsse.

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Bis kurz vor dem Mittag war wegen umgestürzter Bäume der Abschnitt zwischen der B178n und Zittauer Straße voll gesperrt, berichtet die Polizei.

Im Löbauer Stadtpark Friedenshain führte "Eberhard"zu entwurzelten Bäumen und Astbrüchen - Wege waren versperrt. © Stadt Löbau

In Zittau ist die Feuerwehr bis Montagvormittag zu 18 Einsätzen ausgerückt. In der Stadt sind unter anderem die Dächer der Johanniskirche und Wohnblöcke in Zittau-Ost von Sturmschäden betroffen. 

In Görlitz haben 59 Kameraden von Berufs- und Ortsfeuerwehren unter anderem umgestürzte Bäume in der Arndstraße, Zittauer Straße, im Stadtpark und auf der Reichenbacher Straße beseitigt. Zudem kontrollierten sie die Straßenbahnlinie in Richtung Landeskrone und beseitigten mehrere Äste aus dem Gleisbett, wie Feuerwehrleiter Uwe Restetzki berichtet.

In Löbau war die Feuerwehr wegen zwei umgestürzter Bäume an der Görlitzer Straße und in Lautitz unterwegs. Weitere Schäden gab's in Ebersdorf, Großdehsa und Kittlitz, teilt die Stadt mit. Im Löbauer Stadtpark Friedenshain führte "Eberhard"zu entwurzelten Bäumen und Astbrüchen - Wege waren versperrt. Besondere Gefahr geht derzeit von umgestürzten Bäumen aus, die sich in den Kronen benachbarter Bäume verfangen haben. "Bei einem Besuch des Stadtwaldes gilt erhöhte Vorsicht", sagt Lars Morgenstern, Abteilungsleiter Forst bei der Stadt. Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. 

Dieser Baum krachte auf ein Haus an der B96 in Oderwitz. © lausitznews.de

Auf der B96 in Oderwitz kippte ein Baum auf ein Haus. Mithilfe einer Drehleiter konnte dieser schließlich beseitigt werden. Ähnliches passierte im Querxenland Seifhennersdorf, wo ein Baum auf das Dach eines Gebäudes fiel. Für Besucher gebe es aber keine Einschränkungen, heißt es. In Jonsdorf musste die Feuerwehr einen Baum entfernen, der auf ein Gleis der Zittauer Schmalspurbahn kippte. Auf einer Straße bei Spitzkunnersdorf waren gleich acht Bäume zu entfernen, die zuvor umfielen.

In Kodersdorf blieb die Lage ruhig. Anders sah es in Rothenburg und Horka aus. In Nieder Neundorf war gegen 21.30 Uhr ein Baum auf die S127 gestürzt. "Kurze Zeit später hatten unsere Kameraden das Hindernis beseitigt", so Stadtwehrleiter Torsten Juckel. Die darauf folgende Bereitschaft der Wehr im Gerätehaus sei dann nicht mehr in Anspruch genommen worden. Wehrleiter Andreas Fürll aus Horka berichtet von drei Einsätzen am Sonntagabend. Einmal mussten die Kameraden am Dorfweg in Horka einen umgefallenen Baum beseitigen, zweimal in Mückenhain an der Hauptstraße und am Mühlteich. Am Montagmorgen hätten die Kameraden noch umsturzgefährdete Bäume gefällt, die auf Straßen zu fallen drohten.

Am Rewe in Niesky hat der Sturm das Dach angegriffen. Gegen 6.30 Uhr am Montag musste die Feuerwehr noch einen Baum von der Jänkendorfer Straße beseitigen. Aber der war schon ausgetrocknet und wäre früher oder später auch umgefallen, so Stadtwehrleiter Steffen Block. In Hähnichen hat eine defekte Stromleitung zu Funkenflug geführt, da Drähte durch den Sturm zusammenstießen. Aber wie Block berichtet, haben die Hähnichener und Quolsdorfer Kameraden den Fall in den Griff bekommen. 

Ein vergleichsweise harmloser Schaden ist dieser umgeknickte Wegeweiser in Schönbach. © Sonja Haase

In Zittaus polnischer Nachbarstadt Bogatynia ist wegen des Sturms der Strom ausgefallen. Wie das Portal bogatynia.info.pl meldet, sind in der Stadt 9.170 Kunden betroffen gewesen, in der Gemeinde Bogatynia 2.152.

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Die Sturm-Auswirkungen im Landkreis Bautzen

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