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Bischofswerda

Old Shatterhand kommt diesmal digital

Auf der Bischofswerdaer Waldbühne finden 2020 keine Vorstellungen statt. Trotzdem gibt's zwei Wochen lang fast täglich eine Überraschung.

Konrad Simon als Indianer und Benjamin Boden als Old Shatterhand standen am vergangenen Wochenende auf der Waldbühne vor der Kamera. Peter Stutzner (Kamera) und Maria Bischof (Ton) zeichneten die Szene auf.
Konrad Simon als Indianer und Benjamin Boden als Old Shatterhand standen am vergangenen Wochenende auf der Waldbühne vor der Kamera. Peter Stutzner (Kamera) und Maria Bischof (Ton) zeichneten die Szene auf. © Rocci Klein

Bischofswerda. Zur Eröffnung der Bischofswerdaer Karl-May-Spiele gab Oberbürgermeister Holm Große in den vergangenen Jahren mit einer Flinte den Startschuss. In diesem Jahr ist das Kaliber einige Nummern größer: Der Startschuss am 5. Juli, 16 Uhr, fällt mit einer Kanone. 

Die hat sich die Spielgemeinschaft Gojko Mitic angeschafft, berichtet Spielleiter Uwe Hänchen. Und sie hat auch zwei ausgebildete Kanoniere. Ben Hänchen und Serdar Reitner, die in den vergangenen Jahren schon oft in Hauptrollen zu sehen waren, haben die Ausbildung absolviert, um die Kanone bedienen zu können. 

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Regelmäßig gibt es neue Videos

Gemessen an den anderen Besonderheiten der diesjährigen Spielzeit ist das Großkaliber schon wieder fast eine Kleinigkeit. Wer am Sonntagnachmittag zur Waldbühne am Schmöllner Weg geht, wird die Kanone nicht sehen. Der Startschuss erfolgt in diesem Jahr digital übers Internet. Die Eröffnungsszene wurde schon vor einigen Tagen gedreht. So wie rund ein Dutzend weiterer Videos. 

Wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen mussten Theater deutschlandweit ihre Open-Air-Veranstaltungen absagen. So auch Deutschlands kleinste Karl-May-Bühne mit den jüngsten Darstellern in Bischofswerda. Sie wollte in diesem Jahr das Stück "Unter Geiern - Der Geist des Llano Estacado" aufführen. Doch das ist nicht möglich. Deshalb gibt es digitalen Ersatz. 

An jedem ursprünglich geplanten Spieltag wird die Spielgemeinschaft ein neues Video ins Internet stellen - und auf diese Weise etwas vom Wilden Westen auch in diesem Jahr in die Stadt bringen.

Seit Wochen wird dafür auf der Waldbühne gedreht. Die Freunde der Karl-May-Bühne dürfen sich bis zum 19. Juli  aller ein bis zwei Tage auf eine Überraschung freuen.  Unter anderem für eine Blutsbrüder-Szene, für Späße mit Pferd und Esel, für Tänze und den Aufbau eines Tipis standen die Akteure, die größtenteils im Kinder- und Jugendalter sind, vor der Kamera. Den Schwatz am Silbersee gestalten dagegen zwei gestandene Schauspieler -  Friedemann Heinrich und Uwe Hänchen. 

Fast wie in einem Indianerfilm

Bischofswerdas erste digitale Karl-May-Spiele sind ein Projekt der jungen und jüngeren Mitglieder der Spielgemeinschaft, das Ben Hänchen koordiniert. Gedreht wurde in zwei Teams. Sowohl den Akteuren als auch den Organisatoren brachte das völlig neue Erfahrungen, auch positive. "Wir haben den Luxus, dass wir eine Szene mehrmals drehen können, zum Beispiel wenn sich einer der Schauspieler mal versprechen sollte", sagt Ben Hänchen.  Das geht live auf der Waldbühne natürlich nicht. 

500 Zuschauer finden auf den Bänken Platz. Auf ihr Feedback - der Applaus zwischendurch, das Lachen, die Bravo-Rufe - müssen die Schauspieler diesmal verzichten. Doch man kann auch im sozialen Netzwerk Facebook reagieren. Über die Internetseite der Spielgemeinschaft  www.karl-may-spiele-bischofswerda.de  und deren Facebook-Account kann das Eröffnungsvideo ab diesem Sonntagnachmittag heruntergeladen werden. Die nächsten Videos folgen dann in den kommenden Tagen. 

Außer den Dreharbeiten nutzten die Mitglieder der Spielgemeinschaft die vergangenen Wochen zum Proben sowie für Pflege- und Instandhaltungsarbeiten auf der Waldbühne.  An deren Zugang gibt es seit einigen Tagen einen Hingucker - einen Totempfahl, den der Bildhauer René Theurich aus Niesky gestaltet hat. Er ist einer von drei indianischen Wappenpfählen, die als Teil eines künftigen Themenpfades zwischen Bahnhof und Waldbühne aufgestellt wurden. 

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