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Sport

Staatskapelle spielt beim Eislöwen-Sieg

Der Dresdner Eishockey-Zweitligist schafft im zehnten Saisonspiel den ersten Dreier. Er wirkt wie eine Erlösung. Und nicht nur das macht Hoffnung.

Corona schafft Zusammenhalt: Die Sächsische Staatskapelle sorgt mit der Ouvertüre zu Händels Feuerwerksmusik für den richtigen Ton zur Eröffnung.
Corona schafft Zusammenhalt: Die Sächsische Staatskapelle sorgt mit der Ouvertüre zu Händels Feuerwerksmusik für den richtigen Ton zur Eröffnung. © kairospress

Dresden. Solche außergewöhnlichen Begegnungen bringt diese Zeit eben auch mit sich. 34 Musiker der Sächsischen Staatskapelle Dresden traten vor der DEL-2-Partie der Eislöwen am Sonntagabend in der Nordkurve der Energieverbund-Arena auf. Dort stehen ansonsten die Anhänger des Eishockey-Zweitligisten. Kultur trifft Sport. Die Berufsmusiker machten im Rahmen der Aktion „MitOhneEuch“ vor dem Spiel gegen die Bayreuth Tigers auf ihre derzeitige missliche Situation ohne Auftrittsmöglichkeit aufmerksam. Auf den Facebookseiten der Vereinsinitiative „Teamsport Sachsen“ und der Eislöwen wurde die Inszenierung live übertragen.

Die Aktion soll die solidarische Gemeinschaft zwischen Sport und Kultur in der Zeit der Corona-Pandemie und des neuerlichen Lockdowns aufzeigen. Profisport und Hochkultur leben von ihren Auftritten vor Publikum. Darauf soll mit diesem Schulterschluss aufmerksam gemacht werden. Allerdings dürfen die Eishockeyspieler, wie andere Profiligen in Deutschland, wenigstens spielen – und mithin Geld verdienen. Dennoch verdeutlicht auch Adrian Jones, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle Dresden, das dringliche Anliegen: „Konzertereignisse wie Sportevents sind ohne Publikum nur eine Notlösung. Mit den vereinten Kräften der Dresdner Eislöwen möchten wir bei dieser Aktion deutlich machen: Wir vermissen unsere Zuschauer! Die Synergie mit dem Sportbereich ist einleuchtend, denn Profisportler wie Spitzenmusiker eint der gemeinsame Wunsch, nach ihrem Training ihre Fähigkeiten und Leistungen mit anderen zu teilen.“ Passenderweise spielte die Staatskapelle bei ihrem ungewöhnlichen Auftritt in der eisigen Halle die Ouvertüre der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel.

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Nun, der Funke ist zumindest für diese Partie auf die Eislöwen übergesprungen. Sie feierten gegen das Schlusslicht Bayreuth Tigers im zehnten Auftritt ihren ersten Drei-Punkte-Erfolg der Saison. Die Hausherren setzten sich mit 3:0 (1:0, 0:0, 2:0) durch. Kapitän Jordan Knackstedt legte nach kreativer Vorarbeit von Tom Knobloch in der 20. Minute den Grundstein für den Premierensieg nach regulärer Spielzeit, der die Mannschaft von Trainer Rico Rossi in der Tabelle vorerst auf den zehnten Rang nach vorn spült. Nick Huard traf in der 46. Minute mit herrlichem Drehschuss zum vorentscheidenden 2:0. Steve Hanusch sorgte für den Endstand (52.). Die bisher bekannten Leistungsträger haben dem Team vorerst etwas Ruhe und Luft im anspruchsvollen Dresdner Umfeld verschafft.

Der 32-jährige Finne Roope Rante feiert sein Debüt bei den Dresdner Eislöwen.
Der 32-jährige Finne Roope Rante feiert sein Debüt bei den Dresdner Eislöwen. © kairospress

„Wir hatten einen guten Zusammenhalt und haben viel gesprochen. Den Rest hat der Riku hinten gemacht“, lobte Dennis Swinnen seinen Torhüter Riku Helenius. Allerdings versprechen auch einige in der vergangenen Woche umgesetzte Personalentscheidungen einen Aufwärtstrend bei den bislang wenig überzeugenden Dresdnern. Am Freitag vermeldeten die Elbestädter die Verpflichtung des bisher vertragslosen Finnen Roope Ranta. In den vergangenen beiden Spielzeiten hatte der 32-Jährige in Diensten von Heilbronn und Frankfurt in insgesamt 106 Partien die beträchtliche Anzahl von 64 Toren und 81 Vorlagen angehäuft. „Roope Ranta ist ein Name, der auf jeden Fall bekannt ist in dieser Liga. Er hat in der DEL 2 gezeigt, wozu er in der Lage ist, und genau das erwarten wir uns auch von ihm, nämlich Tore“, sagte Rossi über den Angreifer, der auch schon für Weißwasser spielte.

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Zudem soll Thomas Supis der zuletzt wackligen Abwehr (durchschnittlich 3,9 Gegentreffer pro Spiel) mehr Stabilität verleihen. Der inzwischen 28-jährige Verteidiger mit reichlich Erstliga-Erfahrung spielte bereits in der Saison 2013/14 im Eislöwen-Dress. Der 20-jährige Alexander Dersch kam per Förderlizenz vom DEL-Partner Düsseldorfer EG an die Elbe und feierte gegen Bayreuth wie auch die anderen Neuzugänge sein Debüt – eines, das nicht nur aufgrund des Ergebnisses Hoffnung macht.

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