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Neuer Krach um die Pokalrunde

Die Volleyballerinnen straffen den Zeitplan, da sind sich alle einig. Doch die Details sorgen für heftige Diskussionen. Beim DSC spricht man von Wettbewerbsnachteilen.

Hier will auch Pokalverteidiger Dresdner SC wieder hin: Ins Pokalfinale in der Mannheimer SAP-Aren. Über den Weg dahin gibt es nun Streit.
Hier will auch Pokalverteidiger Dresdner SC wieder hin: Ins Pokalfinale in der Mannheimer SAP-Aren. Über den Weg dahin gibt es nun Streit. © Lutz Hentschel

Dresden. Eine coronabedingte Terminhatz, wie es der Fußball gerade erlebt und dem Eishockey nun bevorsteht? Im Volleyball soll das kein Thema sein, und deshalb haben sich die Vereine zusammen mit dem Ligaverband auf eine Straffung der Pokalrunde verständigt. Es ist der einstimmige Wunsch der Frauen-Bundesligisten gewesen, dem der Ligaverband folgt und die Viertel- und Halbfinals zusammengelegt hat. Die Partien werden nun am 18. (Viertelfinale) und 19. November (Halbfinale) an zwei Standorten ausgetragen – doch damit endet der bis dato demonstrierte Zusammenhalt.

Über das Auswahlverfahren der Orte ist eine heftige Diskussion entbrannt, nachdem der Ligaverband entschieden hatte, dass in Stuttgart (mit Potsdam, Vilsbiburg, Erfurt) sowie Schwerin (mit dem Dresdner SC, Aachen und Suhl) gespielt wird. Vor allem der SC Potsdam protestiert gegen die Vorgehensweise.

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Jeder will beim Spektakel dabei sein

Der Vorwurf an die Liga-Spitze: Ohne Rücksprache mit den Vereinen seien die Spielorte festgelegt worden. „Über die Straffung der Spielrunden wurden sich alle Teams bei der Arbeitskreissitzung am 27.10. einig. In dieser Sitzung wurde weder über die jeweiligen Austragungsorte abgestimmt, noch wurde hier zugestimmt. Es standen mehrere Spielorte zur Auswahl“, heißt es in dem offenen Brief der Potsdamer. Mit großer Verwunderung habe man nun zur Kenntnis genommen, dass in Stuttgart und Schwerin gespielt wird.

Das Pokalfinale, das normalerweise in der Mannheimer SAP-Arena vor mehr als 10.000 Zuschauern stattfindet, gilt als medienwirksames Spektakel der Sportart. Logisch, dass jeder Klub dabei sein möchte und auch den Weg dorthin exakt kommuniziert haben will. Das Endspiel ist für den 28. Februar geplant.

Potsdam, beim ursprünglichen Modus mit Heimrecht im Halbfinale, hatte sich für das gestraffte Konstrukt auch als Ausrichtungsort beworben. „Ich hätte mir gewünscht, dass man vorher mit den Vereinen spricht“, sagt Potsdams Sportdirektor Toni Rieger auf SZ-Nachfrage und erklärt: „Stuttgart hätte in der normalen Pokal-Version im Halbfinale kein Heimspiel gehabt.“

Nun wird es wohl in Stuttgart im Halbfinale zum Duell der Gastgeber gegen Potsdam kommen, deren jeweilige Viertelfinalgegner Erfurt und Vilsbiburg sind krasse Außenseiter. „Eine Auslosung der Austragungsorte bei mehreren Bewerbern wäre fairer gewesen. Uns entstehen erheblich mehr Kosten. Wo ist denn das fair? Das ist unfassbar“, kritisiert Rieger. Stuttgart habe den leichtesten Gegner, keine Reisestrapazen – und das sei auch ohne Zuschauer ein großer Heimvorteil.

Bei Pokalverteidiger Dresdner SC sieht man zumindest die Spielort-Auswahl gelassener. Der DSC hätte weder im Viertel-, noch im Halbfinale ein Heimspiel gehabt, und dabei bleibt es. Nun spielt man zweimal in Schwerin. Allerdings bestätigt DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, dass die Standortvergabe vonseiten der Liga nicht mit den Klubs abgestimmt worden ist. Auch Dresden hatte Interesse.

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Mehr beschäftigt den Titelverteidiger jedoch der Zeitplan in der nächsten Woche. Schwerin spielt am nächsten Mittwoch um 16 Uhr gegen Aachen, der DSC danach um 19.30 Uhr gegen Suhl. Daraus ergibt sich ein „klarer Wettbewerbsnachteil“, betont Zimmermann und skizziert die Zeit nach dem Spiel: „Mit Essen und Nachbereitung ist es locker ein oder zwei Uhr nachts, und dann soll man sich noch auf den kommenden Gegner vorbereiten.“

Das werde man nicht akzeptieren, sagt die DSC-Geschäftsführerin und plädiert für eine neue Auslosung. Offen ist, wie die anderen Vereine darüber denken.

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