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Chaos, Festnahmen und Verletzte beim Finale ein Paris

Am Tag nach dem Endspiel der Fußball-Champions-League wird deutlich, wie groß die Mängel beim Stadioneinlass in Paris waren. Die Uefa sagt, Schuld seien gefälschte Tickets gewesen.

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Fans des FC Liverpool zeigen ihre Tickets, mit denen sie nicht ins Stadion kamen - zumindest nicht pünktlich.
Fans des FC Liverpool zeigen ihre Tickets, mit denen sie nicht ins Stadion kamen - zumindest nicht pünktlich. © dpa/

Die verstörenden Bilder des Tränengaseinsatzes gegen Fußballfans beim Einlass-Chaos am Stade de France wirken lange nach. Ein „katastrophales Bild von Frankreich“ sei vor dem verspätet angepfiffenen Champions-League-Finale des FC Liverpool gegen Real Madrid am Samstagabend gezeichnet worden, schrieb die Zeitung „Le Figaro“. Die Polizei registrierte rund um das Endspiel 238 Verletzte und 105 Festnahmen. In den Sozialen Medien kursieren viele Fotos und Videos, die einen mindestens unverhältnismäßigen Einsatz der Ordnungskräfte am Stadion zeigten.

Die Europäische Fußball-Union Uefa erklärte das Chaos durch das hohe Aufkommen von Fans ohne gültige Tickets. Die Drehkreuze am Eingang von Liverpool seien blockiert gewesen, weil Tausende Anhänger mit gefälschten Tickets diese nicht passieren konnten, teilte die Uefa am späten Samstagabend mit. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, wütend und verzweifelt hielten Anhänger ihre Tickets in die Kameras. Die Anstoßzeit wurde um 36 Minuten verschoben. Fanvertreter kritisierten eine einseitige Darstellung der Uefa.

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Der Dachverband kündigte eine Aufarbeitung mit der französischen Polizei und dem französischen Verband an. Bereits rund um das Finale der Europa League in Sevilla mit gravierenden Mängeln bei der Getränke-Versorgung der Fans von Frankfurt war große Kritik an der Uefa aufgekommen.

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Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ schrieb vom „Stade de Farce“. Laut Polizei habe es sich bei den Verletzungen um „leichte“ Blessuren gehandelt, die Versorgung habe vor Ort stattgefunden. Die Festnahmen zählte die Polizei im Stadtgebiet, also auch bei den Fanfesten. Die französische Sportzeitung „L’Équipe“ sah „ein absolutes Fiasko“. Es sei eine „Inkompetenz der französischen Organisatoren“ gewesen, die „dramatische Folgen hätte haben können, wenn die Liverpool-Fans nicht unendlich geduldig gewesen wären“. Polizisten der englischen Merseyside Police, die ebenfalls vor Ort waren, verteidigten die Fans, wie die BBC berichtete. Deren Verhalten an den Drehkreuzen sei „vorbildlich unter schockierenden Umständen“ gewesen und sie seien „zu 100 Prozent nicht zu spät gekommen“, betonten die Einsatzkräfte.

Der FC Liverpool forderte eine schnelle Aufarbeitung. „Wir sind sehr enttäuscht von den Problemen beim Stadion-Einlass und dem Zusammenbruch des Sicherheitsbereichs, dem Liverpool-Fans ausgesetzt waren“, teilte der Klub mit. (dpa)

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