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Dynamos Kreuzer: "Es tut mir leid für die Jungs"

Im Interview erklärt Niklas Kreuzer, warum er trotz des nahenden Aufstiegs auch ein bisschen traurig ist . Dazu die Höhepunkte des Sieges gegen Viktoria Köln im Video.

Niklas Kreuzer (vorn) wird von seinen Mitspielern umjubelt. Er weiß, wie es ist, mit Dynamos frenetischen Fans den Aufstieg zu feiern.
Niklas Kreuzer (vorn) wird von seinen Mitspielern umjubelt. Er weiß, wie es ist, mit Dynamos frenetischen Fans den Aufstieg zu feiern. © dpa/Robert Michael

Dresden. Auch wenn er nach einem halben Jahr Unterbrechung erst seit der Winterpause wieder zum Dynamo-Kader gehört: Niklas Kreuzer zählt neben Marco Hartmann noch immer zu den aktuell dienstältesten Profis des Drittligisten. Der Außenverteidiger hat in sieben Jahren bei den Elbestädtern einiges erlebt. 2016 ist er mit Dynamo unter Trainer Uwe Neuhaus in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Negativer Höhepunkt war für den 28-Jährigen der Abstieg in der vergangenen Saison.

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Nun stehen die Chancen bestens, dass es ein einjähriger – wenn auch teurer – Betriebsunfall bleibt. Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Viktoria Köln vom Samstag fehlt zwei Spieltage vor Schluss nur noch ein Sieg, um die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus perfekt zu machen. Erster Verfolger Hansa Rostock hat zwei Zähler Rückstand, 1860 München und FC Ingolstadt gleich vier. Beide treffen am letzten Spieltag direkt aufeinander. Im Interview spricht Kreuzer über den Druck und warum ihn seine Mitspieler leidtun.

Niklas Kreuzer, was war der Schlüssel zum 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln?

Vor allem die Mentalität. In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht und sind verdient mit 2:0 in die Halbzeit gegangen. Wenn du auf eine spielerisch so gute Mannschaft triffst, ist es dann vermutlich normal, dass sie den Druck erhöht. In so einem Spiel die Null zu halten, ist auch eine Qualität von uns, es haben sich alle in jeden Ball reingeschmissen. Daher gewinnen wir auch verdient.

Wie sicher waren Sie sich dennoch, dass Dynamo auch das vierte Spiel hintereinander kein Gegentor kassiert?

Sicher kannst du dir nie sein. Ein paar Spieler waren schon sehr müde. Aber wir haben einen guten Kader. Da sind nicht nur elf, sondern 18 oder 19 Spieler, die den Anspruch haben, in der ersten Elf zu stehen. Heute hat man gesehen, dass wir dann im Laufe des Spiels reagieren und frische Spieler bringen können. Dadurch konnten wir das Resultat auch über die Ziellinie bringen.

Dynamos Sieg gegen Köln - die Höhepunkte im Video:

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Welche Rolle wird der Blick auf die Tabelle in der Analyse spielen?

Ich habe es gerade schon kurz gehört, dass wir mit einem Sieg am kommenden Wochenende direkt den Aufstieg klarmachen können. Das ist unser Ziel. Es gab Höhen und Tiefen in der Saison. Dass wir das am vorletzten Spieltag klarmachen können, zeigt, dass wir Großartiges geleistet haben.

Sie sind im Winter wieder dazugekommen, haben vorher viel erlebt mit dem Verein. Was bedeutet der Schritt zurück in die 2. Bundesliga für den Verein?

Letztes Jahr ist einiges schiefgegangen. Als mir die Möglichkeit geboten wurde, diesen „Fehler“ wiedergutzumachen, habe ich nicht lange überlegt. Dieser Verein liegt mir am Herzen, und ich habe hier in den vergangenen sieben Jahren einiges erlebt. Dieser Verein hat in der 3. Liga nichts zu suchen, gehört mindestens in die 2. Liga. Für die Jungs tut es mir nur leid, dass sie solche Momente wie heute in einem stillen Stadion erleben müssen. Ich will nicht wissen, was hier heute in so einem Spiel losgewesen wäre. Daher wünsche ich ihnen, dass sie so schnell wie möglich wieder das erleben können, was Dynamo ausmacht: die Heimspielatmosphäre hier im Stadion.

Haben Sie Ihren Mitspieler vom Aufstieg 2016 erzählt?

Wir standen vor dem Spiel in der Kabine und das Trainerteam hat ein kleines Video mit Ausschnitten von damals vorbereitet. Als wir von Magdeburg heimgefahren sind, und Dresden gefühlt ein wenig unter Feuer stand. Ich habe jedem erzählt, was dann hier los ist. Nach dem großen Schritt heute hier vor ausverkauftem Haus - das kann sich keiner vorstellen, was hier los wäre. Jeder freut sich drauf, wenn hier mal wieder die Hölle los ist. Deswegen nächste Woche den Schritt machen, dass sie das in der 2. Liga erleben können.

Tim Knipping kamen nach dem Schlusspfiff die Tränen. Merkt man dann erst, was da für ein Druck war oder noch immer ist?

Auf jeden Fall. Ich erlebe es ja erst seit Winter. Aber selbst seitdem hatten wir Höhen und Tiefen. Auch die Hinrunde war eine Berg- und Talfahrt. Da fällt schon einiger Ballast jetzt ab. Gerade in Dresden ist der Druck sehr hoch. Da wird immer am Maximum gearbeitet. Gerade auf den Jungs, die das nicht so kennen, lastet ein enormer Druck. Da kann man auch mal eine Träne verdrücken. Vor allem wenn man hört, was auf den anderen Plätzen passiert ist. (Die Verfolger Hansa Rostock, 1860 München und FC Ingolstadt haben jeweils nur Unentschieden gespielt./Anm. d. Red.)

Dynamo hat vier Punkte Vorsprung auf 1860 München und den FC Ingolstadt. Beide treffen am letzten Spieltag direkt aufeinander. Bereits kommende Woche können Sie gegen Türkgücü den Aufstieg perfekt machen. Weckt das zusätzliche Kräfte?

Wir wollen jedes Spiel gewinnen. So verrückt die 3. Liga ist, kann noch alles passieren. Das muss uns bewusst sein. Wir müssen voll fokussiert ins nächste Spiel gehen. Türkgücü hat eine gute Mannschaft, fußballerisch ähnlich wie Köln. Wenn wir diese Mentalität von heute auch nächste Woche an den Tag legen, dann mache ich mir keine Sorgen.

Zumal es im eigenen Stadion sicherlich um einiges schöner wäre…

Wenn man es sich aussuchen kann, zu Hause aufzusteigen, dann ist es um einiges schöner. Vor allem in Dresden. Ich kann mir vorstellen, dass es dann nicht so leise sein wird wie heute. So eine Ausgangsposition haben wir uns gewünscht. Das muss unser Ziel sein. Jeder, der das nicht als Zusatzmotivation nimmt, lügt sich auch selbst an. Es ist bei uns auf alle Fälle im Hinterkopf.

Darf man sich das noch nehmen lassen?

Nein.

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