SZ + Dynamo
Merken

Testroet schießt Dynamo ab: "Ein mulmiges Gefühl"

Ex-Dynamo Pascal Testroet besiegelt Dresdens nächste Niederlage. Wieso er sich über sein Tor still freut, sagt er im Interview. Und wie er mit Dynamo fühlt.

 3 Min.
Teilen
Folgen
Die entscheidende Szene des Spiels: Ex-Dynamo Pascal Testroet nimmt den Ball volley und erzielt den Siegtreffer für Sandhausen. Richtig freuen mag er sich danach nicht.
Die entscheidende Szene des Spiels: Ex-Dynamo Pascal Testroet nimmt den Ball volley und erzielt den Siegtreffer für Sandhausen. Richtig freuen mag er sich danach nicht. © dpa/Robert Michael

Dresden. Es sind diese typisch-verrückten Geschichten, die der Fußball schreibt. Ausgerechnet er, ausgerechnet jetzt: Pascal Testroet, der von 2015 bis 2018 für Dynamo Dresden spielte und maßgeblichen Anteil am Zweitliga-Aufstieg 2016 hatte, erzielt das entscheidende Tor beim 1:0-Sieg seines SV Sandhausen gegen Dynamo. Danach ist er hin- und hergerissen, wie der 31-Jährige im Interview erzählt.

Pascal Testroet, Sie haben in der 50. Minute mit einem Volleyschuss das 1:0 erzielt. Ihr erster Gedanke danach?

Unglaublich, wirklich unglaublich.

Weil das Tor wirklich sehenswert war?

Naja, früher ist das Stadion normalerweise immer explodiert, wenn ich hier ein Tor geschossen habe. Das war heute mein erstes Tor in diesem Stadion gegen Dresden. Ein mulmiges Gefühl. Ich glaube, ich kann hier nicht feiern, das geht nicht. Für mich und meine Mannschaft habe ich mich natürlich gefreut.

War das ein typisches Testroet-Tor?

Ich denke schon. Ein Kontakt, gut getroffen, und drin war der Ball.

Mit welchen Gefühlen sind Sie ins Spiel gegangen?

Voller Vorfreude, weil ich mich immer noch auf das Stadion freue und die Fans hier. Angespannt war ich aber natürlich auch. Denn unsere Punktausbeute war bisher nicht so gut, deshalb mussten wir unbedingt gewinnen.

Die Bedeutung dieses Sieges für Sandhausen haben Sie eben betont, für Dynamo war es dagegen die nächste Niederlage. Danach gab es erste Pfiffe. Was sagen Sie dazu?

Ich fiebere immer noch mit Dynamo mit - so wie damals zu meiner Zeit hier. Ich habe mich sehr über den Aufstieg im Sommer gefreut und auch über den guten Saisonstart. Im direkten Duell bin ich natürlich gegen Dresden, das ist völlig normal. Und natürlich habe ich mitbekommen, dass es in den letzten neun Spielen acht Niederlagen gab. Ich hoffe, die Jungs kriegen jetzt wieder die Kurve. Ich bin mir sicher, dass sie schon im nächsten Spiel punkten.

Solche Phasen wie sie gerade Dynamo erlebt, in denen man machen kann was man will und doch erfolglos bleibt, kennen Sie auch, oder?

Ja, richtig. Besonders als Stürmer ist das extrem. Manchmal kann man wirklich machen was man will und der Ball geht nicht ins Tor. Bei mir ist es gerade andersherum, was mich persönlich sehr freut. Und auch Dynamo kriegt das wieder hin.

Notiert von Tino Meyer.