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Ex-Dynamo Schubert: "Das Problem war ich selber"

Der junge Torwart erlebt gleich zu Beginn seiner Karriere die Härten des Geschäfts - und zieht Konsequenzen. Die erstaunlichen Erkenntnisse eines 22-Jährigen.

Zurück auf dem Platz: Ex-Dynamo Markus Schubert ist jetzt Torwart Nummer zwei in Frankfurt.
Zurück auf dem Platz: Ex-Dynamo Markus Schubert ist jetzt Torwart Nummer zwei in Frankfurt. © Eibner

Frankfurt/Dresden. Der Torwart Markus Schubert und die Vereinswechsel - irgendwas ist da immer. Als er im Mai 2019 seinen auslaufenden Vertrag beim damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden nicht verlängerte und stattdessen in die Bundesliga zu Schalke 04 ging, war die Aufregung groß. Was weniger am Wechsel an sich lag als viel mehr an den Begleitumständen. Das Angebot war sportlich (und vermutlich auch finanziell) zweifellos lukrativ, nur hätte sich mancher in Dresden, insbesondere Sportchef Ralf Minge, vom Publikumsliebling eher eine klare Ansage gewünscht.

Nach einem Jahr in Schalke, wo er zwischenzeitlich sogar zur Nummer eins aufgestiegen war, in der Sommerpause aber das Duell um den Stammplatz gegen Ralf Fährmann verlor, spielt Schubert auf Leihbasis nun für den Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt. Oder besser: Der 22-Jährige sitzt auch dort auf der Bank, nun hinter Nationaltorwart Kevin Trapp. Im Gegenzug wechselte Frankfurts bisherige Nummer zwei, Frederik Rönnow, nach Schalke - und kam sofort zum Einsatz. Schalke-Torwart Fährmann verletzte sich im Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig, Rönnow ersetzte ihn in der zweiten Halbzeit. Wenn Schubert also nicht gewechselt wäre, dann...

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Wechsel nach Frankfurt: "Meine freie Entscheidung"

"Es war meine freie Entscheidung", sagt Schubert nun, als er sich erstmals den Medien in Frankfurt vorstellte. Er betont: "Ohne mich läuft gar nichts. Ich musste diesen Wechsel wollen, sonst hätte er nicht stattgefunden."

Und auch der Rückblick auf die turbulente Saison in Schalke ist ein positiver, zumindest erklärt es Schubert so. "Ich muss aber sagen, dass ich fast glücklich bin, auch so etwas schon erlebt zu haben“, sagt der gebürtige Freiberger. Er spricht von einer lehrreichen Zeit, in der er viele Erfahrungen sammeln konnte und daraus "die richtigen Schlüsse", so sagt er das, gezogen habe.

"So viel wie im letzten Jahr hätte ich wahrscheinlich nirgendwo sonst lernen können. Ich konnte für meine Persönlichkeit und Entwicklung viel herausziehen und bin jetzt viel reifer. Natürlich war es nicht einfach und in der Situation auch nicht glücklich, aber im Nachhinein hat es mir brutal geholfen", meint Schubert und stellt fest: "Das Problem war ich selber. Ich habe mir zu viel Druck gemacht."

Abgang mit Turbulenzen: Der damalige Sportchef Ralf Minge verabschiedet Markus Schubert, der in den letzten Saisonspielen im Mai 2019 nicht mehr Tor steht. Die Kritik der Fans war zu groß an den Begleiterscheinungen des Wechsels.
Abgang mit Turbulenzen: Der damalige Sportchef Ralf Minge verabschiedet Markus Schubert, der in den letzten Saisonspielen im Mai 2019 nicht mehr Tor steht. Die Kritik der Fans war zu groß an den Begleiterscheinungen des Wechsels. © dpa/Robert Michael

Der Druck von außen, dem widerspricht Schubert mit Nachdruck, sei überhaupt nicht das Problem gewesen. "Die ersten Spiele liefen top, da meckerte niemand, und ich war zufrieden", erzählt er. 

Dann kam Corona, der Re-Start mit den Spielen ohne Publikum und damit erstaunlicherweise das eigentliche Problem für den jungen Torwart, der sich - so berichten es Beobachter vor Ort - erstaunlich reflektiert und aufgeräumt präsentiert. "Ich liebe es, vor vielen Zuschauern zu spielen, wenn der Druck am größten ist. Bei Geisterspielen herrscht hingegen eine Atmosphäre wie bei Testspielen. Trotzdem wollte ich Höchstleistungen bringen", sagt Schubert und weiß jetzt: "Da habe ich mir selbst zu viel Druck gemacht. Das war am Ende auch verkrampft." Die Folge: Der Trainer nahm ihm den zugesicherten Stammplatz wieder weg.

Neue Einstellung: "Einfach Spaß am Fußball haben"

Daraus, auch das betont Schubert, habe er gelernt und seine Konsequenzen gezogen. Demnach will er jetzt mit einer veränderten Einstellung ins Training gehen. "Ich versuche, einfach Spaß am Fußball zu haben. Das ist das Allerwichtigste, so kannst du befreit aufspielen und erfolgreich sein", meint er. Der Wechsel nach Frankfurt soll auf diesem neuen Weg helfen, auch wenn er nur Reservist ist. "Ich habe den Schritt zur Eintracht bewusst vollzogen und wollte hierher. Es ist einfach ein neues Umfeld, ein neuer Trainer. Das gibt mir neue Impulse", sagt Schubert. Die EM mit der deutschen U21-Nationalmannschaft und die Olympiateilnahme im nächsten Sommer bleiben sein Ziel. 

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Von einem Rückschritt will Schubert jedenfalls nichts wissen. Ein Rückschlag aber dürfte sein erster Einsatz für die Eintracht gewesen sein. Im Testspiel gegen Zweitliga-Aufsteiger Würzburg setzte es für den Bundesligisten eine 0:3-Niederlage. Schubert stand in der ersten Halbzeit im Tor und patzte bei einem Eckball, der zum 0:1 führte.  

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