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Dynamo: Der Ärger nach der frühen Roten Karte

Die Dresdner verlieren in Ingolstadt mit 0:1 - und ausgerechnet Kutschke trifft per Elfmeter. Es ist nicht der einzige Aufreger - die erste Analyse mit den Reaktionen.

Die entscheidende Szene nach fünf Minuten: Stefan Kutschke (Nr. 30) verwandelt den Elfmeter zum Endstand.
Die entscheidende Szene nach fünf Minuten: Stefan Kutschke (Nr. 30) verwandelt den Elfmeter zum Endstand. © Foto: Picture Point

Ingolstadt. Diese englische Woche war eine geschenkte für Dynamo. Erst die verdiente Niederlage gegen Zwickau, nun das eher unglückliche 0:1 beim FC Ingolstadt nach einem frühen wie sehr umstrittenen Platzverweis. Trotzdem muss sich die Mannschaft den Vorwurf gefallen lassen, sich zu spät gegen die Niederlage gewehrt zu haben. Das einzige Tor des Spiels erzielte mit Stefan Kutschke ausgerechnet ein gebürtiger Dresdner.

Den Liveticker zum Nachlesen gibt es hier. 

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Das sind die fünf wichtigsten Fragen und Antworten:

Warum geriet Dynamo so früh in Rückstand?

Wieder wurde es gleich zu Beginn aufregend. Gegen Zwickau stand es schon nach wenigen Minuten 1:1, nun lag Dynamo bereits nach fünf Minuten mit 0:1 hinten - und hatte nur noch zehn Spieler auf dem Platz. Auslöser des frühen Gegentreffers war ein katastrophaler Pass von Keeper Kevin Broll, der den Ball unbedrängt in die Füße von Filip Bilbija spielte. Der passte auf Ex-Dynamo Stefan Kutschke, der am Torschuss im letzten Moment durch ein Foul von Max Kulke gehindert wurde.

Zweitliga-Schiedsrichter Martin Thomsen pfiff Elfmeter, den der Gefoulte sicher verwandelte. Auf den Jubel verzichtete er jedoch. „Sonst dürfte ich mich überhaupt nicht mehr in Dresden blicken lassen“, erklärte Kutschke. „Ich verspüre keine besondere Freude, weil ich gegen Dynamo getroffen habe. Aber ich habe auch kein schlechtes Gewissen.“ Kulke sah für das Foul auch noch Rot. „Dass wir an der Entstehung des ersten Tores selbst schuld sind, ist und bewusst“, sagte Trainer Markus Kauczinski. 

War der Platzverweis gegen Kulke berechtigt?

Das Entsetzen auf der Dynamo-Bank war groß, es fielen heftige Worte in Richtung des Schiedsrichtergespanns, die man im  leeren Audi-Sportpark gut hören konnte. Sportdirektor Stefan Becker formulierte es in der Halbzeitpause diplomatischer, der Tenor blieb aber der gleiche: „Über den Elfmeter kann man streiten, die Rote Karte ist eine klare Fehlentscheidung “, legte er sich fest.

Der Unparteiische wertete Kulkes Einsteigen offenbar als Notbremse und Vereiteln einer Großchance. Allerdings versuchte Kulke, den Ball zu spielen. Laut Regelwerk hätte es deshalb nur eine Verwarnung geben dürfen. 

Das sah auch Kulke so. „Die Entscheidung war für mich zu hart“, sagte er. „Ich dachte, dass ich den Ball und den Gegner getroffen habe. Das ist meiner Meinung nach eine Gelbe Karte.“ Kutschke kritisierte „die Doppelbestrafung“, die für ihn zu hart  gewesen sei. Für Dynamo war es der fünfte Platzverweis in den letzten sechs Auswärtsspielen. 

Warum erspielte sich Dresden kaum Chancen?

Nach dem frühen Rückstand brauchten die Schwarz-Gelben einige Zeit, um sich in Unterzahl zu sortieren. Die Dresdner lauerten auf Konterchancen, waren dabei aber viel zu zögerlich und passiv. Ingolstadts Torwart musste in der ersten Hälfte überhaupt nicht eingreifen. Erst nach gut einer Stunde erhöhten die Dresdner den Druck und kamen - meist durch Standards - zu einigen Möglichkeiten.

Kämpferisch konnte man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. „Sie hat alles gegeben und immer mal noch Wege nach vorne gesucht und gefunden. Ein Tor hätten wir verdient “, fand Kauczinski. Er kritisierte zudem berechtigterweise, dass der Schiedsrichter ein Foul an Marvin Stefaniak im Strafraum nicht geahndet hatte. Der Arm des Gegenspielers landete dabei im Gesicht des Dynamo-Profis.  „Das ist ein klarer Elfmeter für uns. Da kann das Spiel noch einmal in eine andere Richtung gehen“, meinte der Trainer. 

Ein Vergleich ist trotzdem interessant: Bei Dynamos Auswärtsspiel in Lübeck musste der VfB ab der 7. Minute in Unterzahl spielen, kam aber zu deutlich mehr Möglichkeiten als nun die Dresdner in Ingolstadt. 

Wie verlief das Startelfdebüt von Marvin Stefaniak?

Er fiel lange nicht sonderlich auf. Zum Einsatz kam er im zentralen Mittelfeld, ersetzte dort den zuletzt schwachen Patrick Weihrauch. Allerdings konnte er dort zunächst kaum Akzente setzen. Von seinen Ecken ging wenig Gefahr aus. Das erste Mal kam er nach 63 Minuten  zum Abschluss, sein Versuch aus zwölf Metern ging aber weit übers Tor.

In der 79. Minute köpfte Marcel Gaus seinen Freistoß von der Linie. Es war Dynamos größte Chance im Spiel. Das letzte Mal hatte der 25-Jährige im Mai 2017 für die Dresdner in der Startelf gestanden, bereitete damals beim 1:1 gegen Bielefeld das Tor vor.  

Stefaniaks Debüt war nicht die einzige Änderung in der Startelf, insgesamt wechselte Kauczinski auf fünf Positionen im Vergleich zur Partie gegen Zwickau. Ransford-Yeboah Königsdörffer ersetzte Panagiotis Vlachodimos, für Paul Will  spielte Julius Kade. Auf den Außenpositionen der Abwehrkette standen die verletzten Chris Löwe (Außenbandriss im Knie) und Robin Becker (Oberschenkelprobleme) nicht zur Verfügung. Der 20-jährige Jonathan Meier und der ein Jahr jüngere Kulke vertraten sie, Letzterer allerdings nur kurz. 

Was wird nun auf den Außenverteidiger-Positionen?

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Die Situation in der Abwehr wird immer brenzliger. Mit Meier steht derzeit nur noch ein einsatzfähiger Außenverteidiger im Kader. In Ingolstadt rückte nach dem Platzverweis für Kulke der Außenstürmer Königsdörffer als Rechtsverteidiger in die Abwehrkette. „Er hat das ordentlich gemacht“, lobte Kauczinski. Womöglich könnte das nun weiterhin die Lösung sein. Für das Spiel am Samstag gegen den SV Meppen werden der gesperrte Kulke und Löwe auf jeden Fall fehlen, ob Becker spielen kann, ist noch offen. 

Das Spiel zum Nachlesen - hier im Liveticker.

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