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Dynamo meldet sich mit Heimsieg zurück

Nach Rückstand gewinnt Dynamo gegen den Tabellenzweiten 1860 München. Die Reaktionen auf den hart erkämpften Erfolg, und der Liveticker zum Nachlesen.

Der Siegtorschütze freut sich nach seinem Treffer zum 2:1. Nach einem Eckball schaltet Ransford-Yeboah Königsdörffer am schnellsten.
Der Siegtorschütze freut sich nach seinem Treffer zum 2:1. Nach einem Eckball schaltet Ransford-Yeboah Königsdörffer am schnellsten. © dpa/Robert Michael

Dresden. Für Endspiele jeglicher Art ist es im November noch zu früh , selbst wenn bereits die ersten Trainerentlassungen zu vermelden sind. Auch in Dresden rumort es, zumindest im notorisch aufgeregtem Umfeld. Fakt ist: Dynamos neu zusammengestellte Mannschaft und auch ihr Trainer Markus Kauczinski haben gegen 1860 München schon gehörig unter Druck gestanden - und sich mit einem Heimsieg zurückgemeldet.

2:1 heißt es am Sonntagnachmittag, und das nach 0:1-Rückstand. "Das war ein ganz hart umkämpftes Spiel, doch wir haben es durchgezogen und am Ende aufgrund der zweiten Halbzeit auch verdient gewonnen", sagt Kauczinski danach. Wie sich die Mannschaft gewehrt hat, den Kampf annahm, sich trotz des Gegentreffers in der 27. Minute nicht entmutigen ließ und sofort ausglich - das habe ihm gut gefallen, erklärt der 50-Jährige.

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Nach dem 0:1 aus Dresdner Sicht trifft Yannick Stark in der 32. Minute zum 1:1, ehe der Jüngste auf dem Platz, Ransford-Yeboah Königsdörffer, in der 70. Minute den Siegtreffer erzielt. Für das 19-jährige Toptalent aus dem eigenen Nachwuchs ist es bereits das zweite Saisontor.

Michael Köllner, Trainer von 1860 München, spricht anschließend ebenfalls von einem guten Spiel, meint aber seine Mannschaft. "Wir haben alles reingehauen, ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Man sieht aber auch schon die Klasse von Dresden, wobei sie dieses Spiel nicht gewinnen müssen", meint Köllner.

Der Jüngste besiegelt den Sieg. Der 19-jährige Ransford-Yeboah Königsdörffer erzielt das 2:1 - bereits sein zweiter Saisontreffer.
Der Jüngste besiegelt den Sieg. Der 19-jährige Ransford-Yeboah Königsdörffer erzielt das 2:1 - bereits sein zweiter Saisontreffer. © dpa/Robert Michael

Marco Hartmann, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf steht, kontert: "Wir haben schon verdient gewonnen. Ich kann mich nicht an große Chancen von 1860 erinnern." 

So oder so, in der Tabelle springt Dynamo auf den sechsten Platz. Entscheidend dabei: Nur ein Punkt fehlt bis zum Ligazweiten 1860, der trotz Niederlage seine Tabellenposition verteidigen kann. Auch das zeigt, wie ausgeglichen die Liga ist und Konstanz am Ende den Ausschlag geben wird. Das weiß Kauczinski und fordert mit Blick auf das Ostduell am kommenden Samstag in Rostock: "Jetzt wollen wir gegen Rostock auch nachlegen."

Der Liveticker zum Nachlesen:

90. Minute + 5: Ende und Aus, der Schiedsrichter pfeift ab. Dynamo erkämpft sich mit ein bisschen Glück einen ganz wichtigen Heimsieg.

90. Minute + 4: Die letzten Sekunden... Dynamo hat den Ball, das müsste reichen. Noch mal ein Eckball. 

90. Minute: Und jetzt ist gleich Schluss. Dynamo hat noch mal gewechselt. Innenverteidiger Ehlers kommt für den Offensiven Weihrauch. 1860 versucht viel, doch es gelingt wenig bis nichts.

85. Minute: Der Blick auf die Tabelle zeigt, wie wichtig dieser Heimsieg wäre. Dynamo würde sich auf Tabellenplatz sechs verbessern - mit lediglich einem Punkt Rückstand auf den trotz Niederlage immer noch Ligazweiten 1860.

83. Minute: Die letzten Minuten laufen. Sieht nicht so aus, als könnte 1860 hier noch einmal richtig Druck entwickeln. Eher bieten sich Dynamo Räume und Möglichkeiten. Eine vergibt der eben eingewechselte Sohm, er stand allerdings auch knapp im Abseits.

78. Minute: Nächster Dynamo-Wechsel: Neuzugang Pascal Sohm, zuletzt lange verletzt, feiert sein Liga-Debüt im schwarz-gelben Trikot, er ersetzt Hosiner.

74. Minute: Damit kehren sich nun die Vorzeichen um. 1860 muss mehr machen, Dynamo kann kontern. Das dürfte eine sehr spannende Schlussphase werden.

Und drin ist der Ball. Ransford-Yeboah Königsdörffer trifft zum 2:1 für Dynamo.
Und drin ist der Ball. Ransford-Yeboah Königsdörffer trifft zum 2:1 für Dynamo. © dpa/Robert Michael

70. Minute: Und dieser Eckball bringt das 2:1 für Dynamo. Plötzlich liegt der Ball vor den Füßen von Königsdörffer, der seine Torjäger-Qualitäten unter Beweis stellt, sofort schießt und seine Mannschaft in Führung bringt.

69. Minute: Nach langer Zeit mal wieder eine gefährliche Aktion von Dynamo, doch Weihrauchs Pass in die Mitte wird abgewehrt. Es gibt zumindest Eckball.

65. Minute: Erster Wechsel bei Dynamo. Stefaniak, bei dem heute nicht viel zusammenlief, muss raus, für ihn kommt Paul Will.

61. Minute: Umso mehr wird gerade diskutiert. Nach einem Zweikampf im Strafraum, bei dem Daferner am Kopf getroffen wird, erhitzen sich die Gemüter. Mittendrin: Ex-Dynamo Dennis Erdmann, der daraufhin seine 107. Gelbe Karte im 298. Drittligaspiel kassiert. Gelb sieht zudem auch Dynamos Knipping. Ach ja, den von Dynamo geforderten Elfmeter gibt es nicht.

Das war nichts, weiß vermutlich auch Marvin Stefaniak. Der Rückkehrer deutete zwar in einigen Szenen sein Potenzial an, die wirklich entscheidenden Akzente aber konnte er diesmal nicht setzen.
Das war nichts, weiß vermutlich auch Marvin Stefaniak. Der Rückkehrer deutete zwar in einigen Szenen sein Potenzial an, die wirklich entscheidenden Akzente aber konnte er diesmal nicht setzen. © dpa/Robert Michael

60. Minute: Der Schwung der ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff ist verflogen, die Partie inzwischen eine zähe Angelegenheit. 

52. Minute: Von einem verhaltenen Beginn wie in Halbzeit eins kann jetzt keine Rede sein. Beide Teams sind sofort da, suchen ihre Chance. Mit dem Unentschieden, so sieht es momentan aus, ist keiner wirklich zufrieden. 

48. Minute: Große Möglichkeit für 1860. Mölders kommt zwischen Knipping und Hartmann aus Nahdistanz zum Kopfball, doch Broll rettet reaktionsschnell. 

46. Minute: Die zweite Hälfte hat begonnen, beide Mannschaften spielen personell unverändert weiter. 

Halbzeit: 1860 führt, doch Dynamo antwortet sofort

Halbzeit: Das Unentschieden zur Pause geht unterm Strich in Ordnung. Nach zähem, taktisch geprägtem Beginn ging 1860 mehr oder weniger überraschend in Führung, Dynamo meldete sich aber sofort zurück. Am Ende waren die Dresdner nah dran am 2:1, doch Münchens Torwart und die Querlatte hatten etwas dagegen.

45. Minute +2: Der Eckball bringt diesmal gar nichts ein, und dann ist Halbzeit. Dynamo dürfte das nicht recht sein, die Gastgeber hatten sich gerade richtig reingekämpft ins Spiel.

45. Minute + 1: Dynamo macht jetzt Druck, drängt auf die Führung. Und wieder gibt es Eckball.

42. Minute: Eckball Stefaniak, Kopfball Mai - und der Ball knallt an die Querlatte des Münchner Tores. Das wäre es gewesen so kurz vor der Pause. Zuvor scheiterte Mai bereits per Distanzschuss am Torwart.

Der Rückkehrer gegen den Ex-Dynamo: Marvin Stefaniak kann sich zumindest in diesem Zweikampf gegen Quirin Moll nicht durchsetzen.
Der Rückkehrer gegen den Ex-Dynamo: Marvin Stefaniak kann sich zumindest in diesem Zweikampf gegen Quirin Moll nicht durchsetzen. © dpa/Robert Michael

39. Minute: Jetzt ist Dynamo die spielbestimmende Mannschaft, auch wenn Ideen und Durchsetzungsvermögen in der Offensive mangelhaft bleiben. 1860 ist aber auch ein unbequemer, defensivstarker Gegner, der zudem gefährlich kontert.

32. Minute: Doch die Antwort der Gastgeber kommt prompt, Dynamo erzielt das 1:1. Stark hat den Ball, dribbelt kurz, schaut, schießt und trifft aus rund 20 Metern zum Ausgleich. Starke, entschlossene Aktion. Und vor allem: erfolgreich.

31. Minute: Der Gegentreffer kam einigermaßen unerwartet und erhöht natürlich den Druck auf Dynamo.

27. Minute: Erste Chance, erstes Tor: 1860 führt mit 1:0. Wobei von einer echten Chance zu sprechen, fast schon zu viel ist. Die Gefahr schien bereits gebannt, als Münchens Linksverteidiger Steinhart aus gut 18,20 Metern aufs Tor schießt und platziert trifft. Keine Abwehrchance für Dynamo-Torwart Broll. 

Dynamos Torwart Kevin Broll streckt sich vergeblich, beim Schuss von Philip Steinhart zum 1:0 für 1860 ist er machtlos.
Dynamos Torwart Kevin Broll streckt sich vergeblich, beim Schuss von Philip Steinhart zum 1:0 für 1860 ist er machtlos. © dpa/Robert Michael

20. Minute: Freistoß für Dynamo am Strafraumeck. Stefaniak versucht es direkt, doch sein Schuss sieht gefährlicher aus, als er letztlich ist.

16. Minute: Die Anfangsviertelstunde ist rum, auf dem Spielfeld alles wie gehabt. Man könnte auch Mittelfeldgeplänkel sagen. 1860 lässt Dynamo nicht zu einem geordneten Spielaufbau kommen, die Folge sind lange Pässe, die wiederum Münchens Abwehr um die Ex-Dynamos Erdmann und Moll abfängt.

8. Minute: Wie heißt es so schön: verhaltener Beginn ohne nennenswerte Szenen. Dynamo bemüht sich, das Spiel zu machen, 1860 attackiert frühzeitig. 

1. Minute: Das Spiel läuft, Schiedsrichter Florian Lechner aus Hornstdorf (Mecklenburg-Vorpommern) hat angepfiffen.

Und hier ist die Aufstellung, für die sich Kauczinski entschieden hat: Broll - Mai, Hartmann, Knipping - Stark - Königsdörffer, Stefaniak, Weihrauch, Daferner, Meier - Hosiner. 

Der erfahrene Marco Hartmann, nach Verletzungspause wieder fit, und Neuzugang Patrick Weihrauch rücken neu in die Mannschaft. "Harti ist jemand, der Erfahrung mitbringt und die Mannschaft führen kann, und Patrick Weihrauch kann Spiele entscheiden", erklärt Kauczinski seine Personalentscheidungen.

Vor dem Anpfiff hat sich auch Peter Pacult zu Wort gemeldet. Der gebürtige Wiener war schließlich bei beiden Klubs mal Cheftrainer: bei 1860 zu Bundesliga-Zeiten (2001 bis 2003), in Dresden gleich zweimal (2005/2006 und 2012/2013). 

Sein Herz aber, das betont Pacult, gehört den Löwen. "Das ist gar keine Frage - mein Herz habe ich an 1860 vergeben”, erklärt der ehemalige Stürmer dem Onlineportal dieblaue24: "Ich habe bei 1860 wunderbare Jahre erlebt - als Spieler und Trainer. Man sagt nicht umsonst: Einmal Löwe, immer Löwe. Das ist auch so." Dresden, wo er im August 2013 entlassen wurde, sei auch eine "sehr schöne Zeit" gewesen, schon allein wegen der "einzigartigen Fanszene". 

Zweimal war Peter Pacult Cheftrainer bei Dynamo. Sein Herz aber, sagt er, hat er an 1860 München vergeben.
Zweimal war Peter Pacult Cheftrainer bei Dynamo. Sein Herz aber, sagt er, hat er an 1860 München vergeben. © dpa

Pacult selbst, der derzeit die Mädchen des Wiener Landesverbandes trainiert, will bald wieder als Profitrainer einsteigen: "Ich führe einige interessante Gespräche, auch wenn es aufgrund von Corona nicht ganz so einfach ist, vor allem im Ausland. Und ich tendiere eher zum Ausland - keine Frage. Ich fühle mich noch zu jung, um aufzuhören", sagt der 61-Jährige.

Zurück nach Dresden: Nach drei Niederlagen aus vier Spielen muss für Dynamo diesmal unbedingt wieder ein Erfolgserlebnis her, was immer das gegen den Tabellenzweiten genau bedeutet. Dass gerade keine Zuschauer ins Stadion dürfen, könnte sich dabei sogar als Vorteil erweisen. So können schließlich keine Pfiffe kommen, sollte es weiter so unrund laufen wie zuletzt.

Der kritische Blick zurück muss sein, das weiß Markus Kauczinski. Noch wichtiger aber ist, was jetzt passiert. Und auch das ist Dynamos Trainer bewusst.
Der kritische Blick zurück muss sein, das weiß Markus Kauczinski. Noch wichtiger aber ist, was jetzt passiert. Und auch das ist Dynamos Trainer bewusst. © dpa/Matthias Rietschel

Und noch etwas steht schon vor dem Anpfiff fest: Die Partie gegen 1860 wird Dynamos insgesamt 200. Drittligaspiel. Die Bilanz bisher: 87 Siege, 51 Unentschieden und 61 Niederlagen. Und angefangen hat dieses Kapitel Vereinsgeschichte am 25. Juli 2008 mit dem 1:0-Sieg bei Rot-Weiß Erfurt, Torschütze Halil Savran. Es war zugleich das erste Drittligaspiel überhaupt in der damals neu gegründeten Liga.

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