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Die wichtigsten Fragen vor Dynamos Saisonstart

Viel Zeit bleibt nicht mehr bis zum Auftakt von Dynamo Dresden gegen Ingolstadt. Dabei muss Trainer Alexander Schmidt noch einige Baustellen bearbeiten.

Trainer Alexander Schmidt sah beim 0:3 gegen Union noch einige Baustellen.
Trainer Alexander Schmidt sah beim 0:3 gegen Union noch einige Baustellen. © dpa/Andreas Gora

Dresden. Die Laune von Alexander Schmidt war nicht gerade die beste. Eine mit 0:3 verlorene Generalprobe ist kurz vorm Zweitliga-Auftakt weder ein Stimmungsaufheller noch ein Mutmacher. Dabei hätte die Niederlage sogar noch höher ausfallen können. Dynamos Trainer wollte nach dem Test bei Union Berlin nichts schönreden, war aber auch um Schadensbegrenzung bemüht. „Wir dürfen jetzt nicht zu pessimistisch sein und alles negativ sehen“, forderte er. „Aber es sollten schon die Alarmglocken läuten.“

Yannick Stark sah den Grund für die Pleite vor allem beim Gegner. „Es wäre schon komisch, wenn es zwischen einem Europapokal-Teilnehmer und einem Zweitliga-Aufsteiger keine Unterschiede geben würde“, meinte der Mittelfeldspieler. Die Berliner haben sich für die Play-offs der neuen Conference League qualifiziert, allerdings stehen sie in der Vorbereitung noch am Anfang, das erste Pflichtspiel bestreiten sie erst am 8. August.

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Für Dynamo geht es dagegen schon am Samstag mit dem Heimspiel gegen Mitaufsteiger FC Ingolstadt los. Die wichtigsten Fragen und Antworten kurz vor dem Start:

Stand gegen Union Dynamos Stammelf auf dem Platz?

Es spricht einiges dafür. Abzüglich der vielen Verletzten war es die vermeintlich stärkste Startelf, die Schmidt aufgeboten hatte. Überzeugt hat die ihn allerdings nicht. „Ich habe einige spritzige Spieler gesehen und einige, bei denen ich mir mehr Aggressivität gegen den Ball gewünscht hätte“, erklärte der Trainer, der Brandon Borrello ein Sonderlob ausstellte. Der ersetzte auf der rechten Außenbahn nach der Pause Morris Schröter. Ein Fingerzeig?

Zum ersten Mal in der Vorbereitung kam Ransford-Yeboah Königsdörffer nach seiner Meniskus-OP zum Einsatz – wenn auch nur für gut 30 Minuten. „Wir wollten bei ihm kein Risiko eingehen. Nach der Trainingswoche dürfte es bei ihm dann für 60 Minuten reichen“, prognostizierte der Trainer. Die Qual der Wahl hat er im Angriff, wo Philipp Hosiner wegen Magenproblemen noch fehlte und sich auch Pascal Sohm und Panagiotis Vlachodimos Hoffnungen auf einen Startplatz machen können.

Wo gibt es noch Baustellen kurz vorm Saisonstart?

In der Abwehr, was auch daran liegt, dass mit Sebastian Mai und Kevin Ehlers zwei Verteidiger wegen Verletzungen fehlen. Gegen Union half erneut Paul Will in der Zentrale der Dreierkette aus. Beim zweiten Gegentor klappte die Absprache mit Torhüter Kevin Broll nicht, beim 0:3 ließ er Gegenspieler Robin Knoche frei köpfen. „Die Treffer waren alle vermeidbar“, fand Stark. „Das sind Kleinigkeiten, Abstimmungsprobleme – das kriegen wir bis nächste Woche hin.“ Auffällig beim 0:1 war zudem, dass Michael Sollbauer dem Torschützen Marcus Ingvartsen in Sachen Tempo nicht folgen konnte. Über die Seite des österreichischen Neuzugangs startete Union viele gefährliche Angriffe.

Wie wird sich der Kader von Dynamo noch verändern?

Er wird sich verkleinern, das kündigte Sportchef Ralf Becker am Rande der Partie an. Derzeit stehen 31 Profis unter Vertrag. „Darunter sind aber auch einige junge Spieler. Wir suchen nun bei denen, die kaum Chancen auf Einsätze haben, nach Lösungen.“ Gemeint sind wohl Ausleihen zu Dritt- oder Regionalligisten.

Zu einem Problemfall entwickelt sich zunehmend Luka Stor. Der Slowene vergab gegen Union erneut eine Riesenchance, spielte einen Querpass, anstatt selbst abzuschließen. „Er steht zehn Meter frei vorm Tor. Da muss er mal treffen“, knurrte Schmidt. „Aber ich will ihn jetzt auch nicht verdammen.“ Der Stürmer war zwischenzeitlich bereits ein halbes Jahr bei NK Aluminij und hat in Dresden noch einen Vertrag bis 2023. Er könnte also noch für eine Saison ausgeliehen werden.

Kehrt Julius Kade wieder nach Dresden zurück?

Es könnte eine ganz verrückte Transfernummer werden. Dynamo hatte den defensiven Mittelfeldspieler vor einem Jahr verpflichtet, nach der Saison zog Union die Rückkaufoption und überwies eine halbe Million Euro. Am Samstag stand er zwar im Kader, erwärmte sich aber als einziger Union-Spieler umsonst. Allein das war schon verdächtig. Bei den Berlinern dürfte er wie schon in der Saison 2019/20, als er keine einzige Minute auf dem Platz stand, kaum Einsatzchancen haben. Schmidt dagegen würde ihn „mit Kusshand“ zurücknehmen, „wenn so was im Bereich des Möglichen wäre. Und das ist nicht nur mein Wunsch.“ Im Gespräch ist wohl eine Ausleihe, die letzten Details dürften in den nächsten Tagen geklärt sein. Allerdings hat Kade bei den Schwarz-Gelben vor allem auf der zentralen Position gespielt, Schmidt dagegen hatte zuletzt betont, noch eine letzte Verstärkung für die linke Außenbahn zu suchen.

Wer trägt am Samstag die Kapitänsbinde?

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Die Entscheidung dürfte der Trainer längst gefällt haben, verkünden wird er sie – wie auch die Zusammensetzung des Mannschaftsrates – allerdings erst am Montag. Mai hatte erklärt, gerne Kapitän bleiben zu wollen. Die besseren Karten dürften jedoch Tim Knipping und Broll haben.

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