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Trifft der Neue jetzt auch in der Liga für Dynamo?

Vaclav Drchal hat mit vier Toren in zwei Testspielen gezeigt, dass er eine Alternative im Sturm ist. Ein weiterer Offensivspieler kommt dagegen nicht zu Dynamo.

Von Timotheus Eimert
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Neuzugang Vaclav Drchal erzielt 117 Sekunden nach seiner Einwechslung gegen Aues Erik Majetschak das 3:0.
Neuzugang Vaclav Drchal erzielt 117 Sekunden nach seiner Einwechslung gegen Aues Erik Majetschak das 3:0. © dpa/Robert Michael

Dresden. Er gehörte beim Testspiel gegen Erzgebirge Aue am Samstag zu Dynamos Besten. Winter-Neuzugang Vaclav Drchal erzielte beim souveränen 5:0-Sieg zwei Treffer und holte zudem einen Elfmeter heraus. Die Leihgabe von Sparta Prag überzeugte bereits am Mittwoch im internen Testspiel. Auch dort gelangen dem 1,87 Meter großen Mittelstürmer zwei Tore.

„Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Ich bin auch sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben“, resümierte der 22-Jährige nach der Partie, bei der dreimal 45 Minuten gespielt worden, etwas schüchtern auf Englisch. „Es war sehr schwierig. Der Platz war sehr weich. Es war ein gutes Spiel von uns, aber wir müssen weitermachen.“

Mit dem Tschechen scheint Dynamo einen echten Torjäger gefunden zu haben, der nun Stammkraft Christoph Daferner Konkurrenz machen soll. Besonders seine Schnelligkeit und seine Qualität beim Abschluss stellte er im Spiel gegen den Liga-Konkurrenten unter Beweis.

Schmidt: Drchal hat ein gutes Tempo, er läuft die Tiefe an

Bereits 117 Sekunden nach seiner Einwechslung in der 71. Minute traf der tschechische U21-Nationalspieler. Nach einem Pass von Patrick Weihrauch genau zwischen zwei Auer Verteidiger startete Drchal in Richtung gegnerisches Tor. Vor Aue-Keeper Martin Männel wartete er lange und schoss den Ball schließlich mit links über Männels Scheidel ins kurze Eck – ein starker Abschluss des Tschechen.

37 Minuten später erzielte er auch noch sein zweites Tor. Wieder bereitete Weihrauch den Treffer mit einem mustergültigen Pass durch die Innenverteidigung der Auer vor. Drchal startete aus abseitsverdächtiger Position, doch die Fahne des Linienrichters blieb unten. Vor dem gegnerischen Kasten ließ er dem eingewechselten Tim Roby Kips keine Chance.

Vaclav Drchal freut sich mit Paul Will über seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 im Testspiel gegen Erzgebirge Aue.
Vaclav Drchal freut sich mit Paul Will über seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 im Testspiel gegen Erzgebirge Aue. © dpa/Robert Michael

In der 118. Minute wurde der Winter-Neuzugang dann auch noch von Aue-Verteidiger Sascha Härtel im 16-Meter-Raum zu Fall gebracht. Den anschließenden Strafstoß verwandelte Heinz Mörschel sicher ins untere linke Eck. So sieht ein perfekter Einstand aus. „Die Mannschaft ist sehr stark. Die Art Fußball zu spielen ist in Deutschland etwas anders. Es ist etwas kraftvoller“, sagte Drchal nach dem Spiel.

Sein neuer Trainer lobte ihn für seine starke Leistung. „Er hat ein gutes Tempo, er läuft die Tiefe an. Das ist entscheidend für einen Stürmer, dass sie einfach die Räume nutzen. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall, dass wir die Tiefe so gut angelaufen“, betonte Alexander Schmidt.

Daferner an 40 Prozent aller Dresdner Treffer beteiligt

Christoph Daferner, der am Mittwoch beim internen Test noch einmal mehr getroffen hatte als sein neuer Sturm-Kontrahent, war gegen Aue nicht erfolgreich. Angst um seinen Stammplatz hat er aber vorerst nicht: „Wer vorne spielt, ist egal. Hauptsache wir sind als Mannschaft erfolgreich und wir halten die Klasse. Da geht es nicht um mich oder einen anderen Stürmer, sondern um uns alle als Mannschaft.“

Und mit acht Toren in 18 Spielen hat Daferner seine Qualitäten in der zweiten Liga bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Mitglied des Mannschaftsrates ist Dynamos erfolgreichster Schütze, erzielte 40 Prozent aller Dresdner Treffer. An diese Quote muss Drchal erst einmal herankommen, vorausgesetzt er kommt an Daferner überhaupt vorbei.

Eine gute Ergänzung ist er aber in jedem Fall. Auch deswegen lobte ihn sein Kontrahent um die Mittelstürmerposition: „Vaclav sitzt in der Kabine fast neben mir. Er ist ein sehr guter, bodenständiger Junge, der sich sehr gut in unsere Gruppe integriert. Ich glaube auf jeden Fall, dass er uns weiterhilft.“

Dynamo-Trainer Schmidt freut sich nun über mehr Auswahl in der Offensive: „Ich sehe es sehr positiv. Lieber ist mir so als andersherum.“ Dabei zählt er auch den zweiten Winter-Neuzugang Oliver Batista-Meier hinzu. „Er hat angedeutet, dass er gutes Tempo, eine sehr saubere Technik besitzt. Er hat auch sehr gut gegen den Ball gearbeitet“, lobte der Trainer das ehemalige Top-Talent von Bayern München.

Frieser kein Thema mehr bei Dynamo

Eine weitere Verstärkung hätte Dominik Frieser vom FC Barnsley sein können. Doch der Österreicher wird nun definitiv nicht nach Dresden wechseln, wie Sportchef Ralf Becker nun bestätigte. „Er ist ein sehr guter Spieler, aber kein Thema für uns“, sagte er.

Abgeben wird Dynamo dagegen Philipp Hosiner, Agyemang Diawusie und Pascal Sohm. Sie kamen beim Test am Samstag nicht zum Einsatz. „Wenn ein Wechsel bevorsteht, dann wäre es ärgerlich, wenn sich ein Spieler verletzt. Es war in ihrem Interesse und dann auch in unserem“, erklärte Alexander Schmidt.

Nach Bild-Informationen steht Sohm kurz vor einem Wechsel zum Drittligisten Waldhof Mannheim. Hosiner wird derzeit mit Viertligist Kickers Offenbach und Drittligist Viktoria Köln in Verbindung gebracht. Der Wechsel von Diawusie zum türkischen Zweitligisten Samsunspor soll sich zerschlagen haben. „Wir gucken, was die Tage passiert. Es kann durchaus sein, dass es in den nächsten Tagen Lösungen gibt“, sagte Ralf Becker.