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Bauen und Wohnen

Digitalisierte Haushaltsgeräte ziehen ein

In Deutschland gibt es etwa 41,5 Millionen Haushalte.

Die Bedienelemente auf den Haushaltsgeräten rücken immer mehr in den Hintergrund. Die Steuerung erfolgt durch entsprechende Apps auf dem Smartphone.
Die Bedienelemente auf den Haushaltsgeräten rücken immer mehr in den Hintergrund. Die Steuerung erfolgt durch entsprechende Apps auf dem Smartphone. © Pixabay.com © geralt CCO Public Domain

Ganze 7,2 Millionen davon haben laut den Daten des Statista Digital Market Outlooks bereits mindestens eine Smart-Home-Anwendung in den eigenen vier Wänden im Einsatz. Das entspricht einer Marktdurchdringung von über 17 Prozent. In den nächsten vier bis fünf Jahren soll diese Durchdringung noch einmal deutlich auf rund 30 bis 35 Prozent steigen. Zu den verbreitetsten Anwendungen zählen derzeit vor allem Geräte aus der Kategorie „Steuerung und Vernetzung“. Zu den berühmtesten ihrer Art zählt Alexa, der smarte Lautsprecher von Amazon. In den nächsten Jahren ist davon auszugehen, dass zunehmend digitalisierte Haushaltsgeräte den Markt erobern werden.  

Die Elektronikmesse IFA zeigt die Trends vor

Obwohl die bekannte Technikmesse IFA im September dieses Jahres nur virtuell stattfand, zeigte sich für die Besucher, die über Video teilnahmen, ein klares Bild: Auf die Haushalte kommen beeindruckende Neuigkeiten zu, die zu großen Veränderungen führen werden. Der Begriff Smart Home kursiert zwar schon seit den 1970er Jahren, nun werden die Entwicklungen aber wirklich greifbar.

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Egal ob in der Küche oder im Badezimmer. Die Hersteller sind sehr kreativ bei der Integration von aktuellen digitalen Errungenschaften in ihre Haushaltsgeräte. Viele setzen dabei auf den Einsatz von Smartphones und Tablets und entwickeln entsprechende Apps, um die Bedienung der Geräte zu erleichtern oder zu erweitern. Die intelligente Vernetzung von Mensch und Maschine steht im Mittelpunkt. Es soll noch einfacher werden, mit den Maschinen so zu kommunizieren, dass sie auch genau verstehen, was von ihnen verlangt oder erwartet wird. 

Kochen mit dem Cook Assist

Der bekannte Hersteller Miele hat seine Küchengeräte mit einem Assistenzsystem ausgestattet, das bequem per App gesteuert werden kann. Der sogenannte Cook Assist soll so für das perfekte Kocherlebnis sorgen. Zum Einkaufen in den Supermarkt kann der Elektroherd zwar leider noch nicht geschickt werden, doch sobald sich alle Zutaten in der Küche befinden, ist die Unterstützung groß.

Hobbyköche werden beispielsweise in der App mit Hilfe von entsprechenden Anleitungsfotos beim kompletten Kochprozess begleitet. Selbst das Aufheizen einer Pfanne auf einer der Herdplatten funktioniert anders und besser als bisher. Die Kontrolle der Temperatur wird von einem intelligenten Sensor übernommen, der bereits im Kochfeld integriert ist und die entsprechenden Daten an die App weiterleitet.

So kann dem Koch punktgenau der Zeitpunkt übermittelt werden, wann welche Zutaten in die Pfanne sollen. Miele verspricht, dass ständiges Nachregulieren und das Anbrennen von Speisen damit endgültig der Vergangenheit angehören. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Koch, der sich auch an die Anweisungen hält. 

Waschmaschinen schlagen dem Nutzer die richtigen Programme vor

Bei den Waschmaschinen und Trocknern von Samsung hat der Einsatz von künstlicher Intelligenz ein ganz klares Ziel. Es sollen damit vor allem Wasser und Strom gespart werden. Im Mittelpunkt steht also der möglichst energieeffiziente Einsatz der Geräte.

Noch ist es zwar nicht so weit, dass jeder Trockner mit dem Stromzähler kommuniziert und sich nach den Tageszeiten erkundigt, in denen der Strom am günstigsten ist. Doch auch hier schreitet die Entwicklung sehr schnell voran und die ersten entsprechenden Energiemanagement-Systeme wie beispielsweise der „Sunny Home Manager“ sind bereits am Markt und sorgen im Internet der Dinge für eine optimale Kommunikation zwischen den Geräten.

Samsung setzt bei der aktuellen Produktpalette vor allem auf leicht verständliche Fehlermeldungen, die den Bedienern die Anwendung erleichtern sollen und auf personalisierte Programmvorschläge. Wird ein Programm sehr oft verwendet, merkt sich das die Waschmaschine beziehungsweise der Trockner und schlägt bereits von sich aus vor, dieses Programm auch für den aktuellen Wasch- oder Trockenvorgang zu verwenden.

Die Bedienelemente auf dem Gerät selbst rücken dabei in den Hintergrund. Gesteuert werden die Waschmaschinen der nahen Zukunft entweder mittels einer eigens dafür entwickelten App über das Smartphone oder den Computer oder noch einfacher über Sprachassistenten wie Alexa oder Siri.

Doch nicht nur Samsung arbeitet an den Waschmaschinen der Zukunft. Wer wissen möchte, welche smarten Anwendungen andere Hersteller bereits in ihre aktuelle Produktpalette integriert haben, kann sich im Zuge eines Vergleichs auf einer unabhängigen Plattform auf die Suche machen. 

Die Haushaltsgeräte der Zukunft hören auf Alexa & Co.
Die Haushaltsgeräte der Zukunft hören auf Alexa & Co. © Pixabay.com © hamburgfinn CCO Public Domain

Dem Geschirrspüler Tempo machen

Die Gäste werden bereits in 30 Minuten erwartet, doch der Geschirrspüler macht keine Anzeichen, dass er fertig wird? Den neuen smarten Geräten von Siemens kann jetzt mit Hilfe einer App Feuer unter dem Hintern gemacht und der Spülvorgang so deutlich beschleunigt werden.

Das Unternehmen Home Connect arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen und treibt so die smarte Entwicklung in den Haushalten voran. Das Geschirr muss zwar auch hier noch selbst eingeräumt werden, danach wird die Arbeit aber erheblich erleichtert. Mittels Assistenten kann je nach Art und Menge des Geschirrs das passende Programm ausgewählt werden. Wenn der Spülvorgang beendet ist, sendet das Gerät eine Nachricht an den Benutzer.

Auf Wunsch kann der Geschirrspüler auch selbst für sein Futter sorgen und rechtzeitig Geschirrspültabs nachbestellen. Neben diesen netten Gimmicks geht es aber auch bei den Geschirrspülern um harte Zahlen. Dank des integrierten Aqua-Sensors bei den Siemens-Modellen wird der Wasserverbrauch abhängig vom Verschmutzungsgrad des Geschirrs reguliert. 

Der Techniker kommt seltener zu Besuch

Mit den smarten Geräten ist es auch nicht mehr erforderlich, bei jedem Defekt den Techniker ins Haus kommen zu lassen. Läuft der Geschirrspüler oder andere Haushaltsgeräte wie die Waschmaschine oder der Elektroherd nicht so wie gewohnt, genügt ein Anruf beim Kundendienst. Mittels Fernwartung lassen sich die Fehler in den meisten Fällen einfach auslesen.

So kann bereits aus der Ferne eine Diagnose abgegeben und in vielen Fällen das Problem auch gleich behoben werden. Sollte doch einmal ein Einsatz vor Ort nötig sein, um den Schaden zu beheben, erhält der Techniker die Analysedaten aus der Ferndiagnose und kann sich so optimal auf seinen Einsatz vorbereiten.

Die Zeiten, in denen das richtige Ersatzteil nicht dabei war und der Techniker ohne Ergebnis den Ort des Geschehens wieder verlassen musste, gehören damit wohl endgültig der Vergangenheit an. Ein smartes Home spart also jede Menge Zeit, Ärger und vor allem Kosten.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur F. Red. P. Riedel

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