SZ + Bautzen
Merken

Dreibeiniger Wolf: Bautzens Landrat fordert Abschuss

Nachdem ein verstümmelter Wolf im Heideland gesichtet wurde, fordert Michael Harig nun dessen Abschuss - und übt scharfe Kritik an der Fachstelle Wolf.

Von Franziska Springer
 2 Min.
Teilen
Folgen
Bautzens Landrat Michael Harig empfindet es als Tierquälerei, den dreibeinigen Wolf aus dem Heideland am Leben zu lassen. Scharfe Kritik übt er an der zuständigen Fachstelle Wolf.
Bautzens Landrat Michael Harig empfindet es als Tierquälerei, den dreibeinigen Wolf aus dem Heideland am Leben zu lassen. Scharfe Kritik übt er an der zuständigen Fachstelle Wolf. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass ein dreibeiniger Wolf sich in der Gegend um Neschwitz aufhält, hat sich Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) am Montag mit einem Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Unter der Überschrift "Artenschutz oder Tierquälerei?" fordert Harig darin den Abschuss des Tieres.

Harig, der sich in der Vergangenheit schon häufig für einen geringeren Schutzstatus von Wölfen ausgesprochen hat, begründet seine Forderung mit dem "völlig unnormalen" Verhalten des Tieres, das sich einem Beobachter bis auf drei Meter Entfernung genähert haben soll. Harig schreibt weiter: "Offensichtlich hungert das Tier. Mit drei Beinen kann sich das Tier weder unter seinen Artgenossen durchsetzen noch erfolgreich jagen."

Am 23. Juni wurde zwischen Neschwitz und Caßlau ein dreibeiniger Wolf gesichtet. Sachsens Fachstelle Wolf hat dazu mitgeteilt, dass von dem Tier keine Gefahr ausgeht.
Am 23. Juni wurde zwischen Neschwitz und Caßlau ein dreibeiniger Wolf gesichtet. Sachsens Fachstelle Wolf hat dazu mitgeteilt, dass von dem Tier keine Gefahr ausgeht. © privat

Scharfe Kritik übt Harig am Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Die dort angesiedelte Fachstelle Wolf hatte mitgeteilt, dass von dem Wolf keine Gefahr ausgehe. Den "Wolfsspezialisten" des LfULG, schreibt der Bautzener Landrat ironisch, scheine der Zustand des Tieres egal zu sein, schließlich gebe es durch die Schweinepest genügend Fallwild - also Tiere, die ohne Gewalteinwirkung von außen zu Tode kommen.

"Man könnte solches als Behördenposse abtun, wenn die Afrikanische Schweinepest nicht aktuell die gesamte Schweinehaltung und die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe in unserer Region bedrohen würde", so Harig weiter. Den Wolf am Leben zu lassen, empfindet er als Tierquälerei und schreibt: "Verantwortliche Tierschützer würden ein solches Tier schnellstens erlösen!"