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Dresdner holt Bronze bei der WM in Doha

Der Speer von Johannes Vetter will nicht richtig fliegen. Dafür macht Weitspringerin Malaika Mihambo einen Riesensatz und wird Weltmeisterin.

Johannes Vetter wollte seinen Titel verteidigen. Das gelang ihm nicht.
Johannes Vetter wollte seinen Titel verteidigen. Das gelang ihm nicht. © dpa/Philipp

Johannes Vetter hat die deutschen Speerwerfer vor einer medaillenlosen WM-Pleite bewahrt. Zwei Jahre nach seinem Gold-Triumph gewann der Dresdner die Bronzemedaille. Der 26-Jährige konnte aber im Finale mit 85,37 Meter nicht glänzen. In der Qualifikation warf der deutsche Rekordler noch 89,35 Meter – damit wäre er erneut Weltmeister geworden.

Dabei waren die deutschen Speerwerfer als Gold-Favoriten angereist. Es schien nur die Frage zu sein, ob Titelverteidiger Vetter, Olympiasieger Thomas Röhler oder Andreas Hofmann der goldene Wurf gelingen würde. Den weitesten in einem schwachen Wettbewerb schaffte Anderson Peters aus Grenada mit 86,89 Meter. Der Weltjahresbeste Magnus Kirt aus Estland gewann Silber mit 86,21 Meter. Der Mainzer Julian Weber belegte mit 81,26 Meter Platz sechs.

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Für Vetter war die Vorbereitung auf die WM alles andere als optimal gewesen. „Ich versuche in diesem schwierigen Jahr, aus Scheiße Gold zu machen“, lautet deshalb sein Motto vor der Abreise nach Katar. Es ist nun Bronze geworden. Immer wieder stoppten ihn Verletzungen. Erst plagten ihn Rückenschmerzen, dann verletzte er sich an den rechten Adduktoren und und danach machten sich bei dem schnellkräftigen Kraftprotz Probleme mit dem Fuß bemerkbar. Ein abgesplittertes Knorpelstück im linken Stemmbein behinderte die WM-Vorbereitung erheblich, sogar eine Absage der Reise nach Doha stand zur Debatte.

„Es wurde mir von vielen geraten, aber letztlich haben wir uns dagegen entschieden“, sagte Vetter. Nach der WM wird er sich am Fuß operieren lassen, um beschwerdefrei in die Vorbereitung für die Olympischen Spielen gehen zu können.

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Malaika Mihambo dagegen konnte ihren Wettkampf nach einer anfänglichen Zittereinlage genießen. Gold war ihr nach dem Riesensatz auf 7,30 Meter nicht mehr zu nehmen. „Das ist unglaublich, ich kann es selbst noch nicht fassen“, sagte die 25-Jährige, die Gold angekündigt hatte und ihre Mission souverän erfüllte: „Es war nicht einfach, ich hatte am Anfang ein paar Probleme. Jetzt bin ich einfach nur glücklich.“

26 Jahre nach Heike Drechsler krönte sich Mihambo zur zweiten deutschen Weitsprung-Weltmeisterin der Geschichte. Dabei hatte die Athletin von der LG Kurpfalz zunächst mehr Schwierigkeiten als erwartet. Im ersten Versuch landete sie schon bei 6,52 Meter, der zweite Versuch war ungültig – doch dann hatte sie ihr Timing gefunden. Mihambo segelte im dritten Durchgang so weit wie nie zuvor. Sie verbesserte sich hinter Drechsler (7,48) auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste, nur US-Ikone Jackie Joyner-Kersee sprang bei ihren Titelgewinnen 1987 (7,36) und 1991 (7,32) weiter bei einer WM als Mihambo. (dpa)