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Bafa ist Mieter in schon drei Gebäuden

Bald ist Einzug in die Büros an der Saschowa-Wiese in Weißwasser. Aktuell läuft die Bewerbungsphase für 100 weitere Behördenjobs.

Noch sind Handwerker im Bürohaus Ecke Bautzner-/Berliner Straße, wie Daniel Hoffmann von ERF Weißwasser. Bald zieht auch hier das Bafa ein.
Noch sind Handwerker im Bürohaus Ecke Bautzner-/Berliner Straße, wie Daniel Hoffmann von ERF Weißwasser. Bald zieht auch hier das Bafa ein. © Joachim Rehle

Noch sind Handwerker wie Maler, Klempner, Elektriker, Trockenbauer im ersten und zweiten Obergeschoss des Gebäudes an der Ecke Berliner-/Bautzner Straße in Weißwasser tätig. Spätestens im Frühsommer sollen in den Räumen der zwei Etagen MitarbeiterInnen der Außenstelle Weißwasser des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) arbeiten. Es ist der dritte städtische Standort.

Der Platz wird gebraucht. Von den geplanten rund 200 BehördenmitarbeiterInnen sind bisher nur etwa die Hälfte eingestellt. Für die anderen Jobs laufen aktuell Vorstellungsgespräche oder Bewerbungen. „Auf die Stellenausschreibung Ende 2020 gingen rund 350 Bewerbungen ein. Das große Interesse freut uns“, sagt Nikolai Hoberg, Pressesprecher beim Bafa-Hauptsitz in Eschborn bei Frankfurt am Main. Coronabedingt habe sich das Einstellungsverfahren etwas verzögert, wurden und werden Vorstellungsgespräche zudem ausschließlich online, sprich per Videokonferenz, erfolgen. Etwa zwei bis drei Wochen nach den nun angelaufenen Gesprächen würden die BewerberInnen aber Rückinformationen erhalten.

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Vorstellungsgespräche laufen online

Auf eine Zusage und somit einen festen und gut bezahlten Job mit neuer Zukunftsperspektive hoffen alle, die sich für Weißwasser bewerben. Zuletzt waren es etwa 60 Bürosachbearbeiter-Stellen. Nun sind Jobs wie Bürosachbearbeiter im Bereich IT-Benutzerservice und Referatsleiter dazu gekommen. Ihre Aufgabengebiete sind unterschiedlich. Denn das Bafa ist im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie angesiedelt, übt aber auch Aufgaben für andere Bundesministerien aus. So wird in Weißwasser zwar insbesondere das Bundesförderprogramm „Effiziente Gebäude“, ehemals Heizen mit erneuerbaren Energien/Heizungsoptimierung, umgesetzt.

Das heißt, alle Förderanträge aus Deutschland, die beispielsweise den Einbau von Wärmepumpen, Sonnenkollektoren oder Pelletkesseln betreffen, werden in Weißwasser bearbeitet. Im Vorjahr waren es bundesweit 280.000 Anträge „mit damit verbundenen Rekordauszahlungen“, so Nikolai Hoberg, die in Weißwasser geschultert wurden. Ein immenses Arbeitsvolumen, da es im Vergleich zu 2019 das Vierfache an Anträgen war. „Allein im Februar 2021 hatten wir erneut 20.000 Anträge. Wir sind wegen der bundesweit großen Nachfrage froh, so hoch motivierte und engagierte Kollegen in Weißwasser zu haben und die Zahl aufstocken zu können“, so der Pressesprecher.

Die neuen BehördenmitarbeiterInnen werden dringend benötigt. Nicht nur wegen der laufenden Antragsflut und des sich stetig verändernden Aufgabenspektrums der Behörde. So ist das Bafa im Zuge der Corona-Pandemie auch für Förderprogramme für raumlufttechnische Anlagen oder Maskenproduktion zuständig. Letzteres gilt nicht für Weißwasser.

Außenstelle expandiert weiter

In der Geschäftsstelle der Sparkasse in der Friedrich-Bodelschwingh-Straße ist das Bafa inzwischen eingemietet.
In der Geschäftsstelle der Sparkasse in der Friedrich-Bodelschwingh-Straße ist das Bafa inzwischen eingemietet. © Joachim Rehle

Dafür ist man hier zuständig für das kürzlich angelaufene Antragsverfahren „Anpassungsgeld Braunkohle“, mit dem Beschäftigten der deutschen Kohleindustrie der Übergang in den Ruhestand erleichtert wird. Hinzu kommt die Mitarbeit bei der Elektro-Auto-Prämie. Auch hier hätten, laut Nikolai Hoberg, im letzten Monat 36.000 Anträge vorgelegen. Dies alles, sowie viel Hintergrundarbeit, gehe von Weißwasser aus oder werde hier im Zuge der Energiewende-Bundesprogramme mit realisiert. Überhaupt sei die Schaffung der Außenstelle in Weißwasser Teil der Maßnahmen für den Kohleausstieg und die Unterstützung der Regionen, die besonders vom Strukturwandel betroffenen sind. „Ganz gezielt sind wir mit Programmen für den Kohleausstieg in eine Region des Kohleausstieges gegangen und der Erfolg gibt uns recht. Wir bringen neue Energie in die Oberlausitz“, erklärte Torsten Safarik, Bafa-Präsident, bereits zur Einweihung der Außenstelle.

Auch im Gebäude des Grundbuchamtes in Weißwasser ist das Bafa inzwischen eingemietet.
Auch im Gebäude des Grundbuchamtes in Weißwasser ist das Bafa inzwischen eingemietet. © Joachim Rehle

Inzwischen ist sie schon in drei Gebäuden in Weißwasser tätig: Sparkasse, Grundbuchamt und (bald) Bürohaus an der Saschowawiese. Angemietet und saniert wurden die Büros im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Ob das Bafa in den Interimsunterkünften bleibt oder einen zentralen Neubau in der Stadt bezieht – dazu äußerte der Pressesprecher nur, dass dies noch in Klärungen und Abstimmung sei und somit viel Vorarbeit verlange.

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