merken
Weißwasser

Ein „flüsternder Baum“ für den Friedhof

Die letzte Ruhstätte in Haide wird umgestaltet. Dabei wird auch ein Bereich für naturnahe Bestattungen geschaffen.

Der Friedhof in Haide soll umgestaltet werden und im Zuge der Arbeiten ein Gräbelfeld für naturnahe Bestattungen erhalten. So beschloss es der Gemeinderat.
Der Friedhof in Haide soll umgestaltet werden und im Zuge der Arbeiten ein Gräbelfeld für naturnahe Bestattungen erhalten. So beschloss es der Gemeinderat. © Joachim Rehle

Weißkeißel. Friedhöfe sind längst nicht mehr nur Orte für Gedenken und Trauer. Sie sind wegen ihrer meist parkähnlichen Anlage und Bepflanzung auch Orte der Ruhe und inneren Einkehr sowie Biotope für Flora und Fauna. Zurück zur Natur ist ebenfalls ein Wunsch vieler Menschen, wenn es um Bestattungsformen geht. Die Nachfrage nach Möglichkeiten für naturnahe Bestattungen steigt daher stetig. Dies zeigten auch die Gespräche der Gemeinde Weißkeißel mit den Einwohnern des Ortsteiles Haide bezüglich der geplanten Umgestaltung des örtlichen Friedhofs.

Er erhält ein Gräberfeld für naturnahe Bestattungen. Konkret geht es um Baumbestattung. Die Idee basiert darauf, die Asche der verstorbenen Person in einer Urne im Wurzelbereich eines neu gepflanzten oder bereits vorhandenen Baumes beizusetzen. Der Verstorbene findet somit seine letzte Ruhe und Ewigkeit unter einem durch Wind und Wetter „flüsternden Baum“. Gestalterisch umgesetzt wird dies durch ein Gräberfeld mit Grabplatten auf einem Rundweg um den Baum herum - ähnlich dem Rondell auf dem Friedhof in Weißkeißel. - Diese Form der Naturbestattung haben sich die Einwohner von Haide gewünscht, nachdem ihnen vor einigen Wochen die Gestaltungspläne und -möglichkeiten öffentlich vorgestellt wurden.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Ursprungsvariante abgespeckt

Im Zuge der Umgestaltung des Friedhofs wird aber auch der morsche Zaun komplett ersetzt, der Bereich der Trauerhalle erneuert und der Hauptweg saniert. Außerdem soll der Friedhof um den hinteren Teil verkleinert werden, weil das Grundstück nicht der Gemeinde gehört und wieder an den Eigentümer übergehen soll. „Die aktuellen Gestaltungsmaßnahmen sind leider nur eine abgespeckte Variante der ursprünglichen Pläne, weil es keine Förderergelder mehr für die Umgestaltung von Friedhöfen gibt, wie es noch in Weißkeißel der Fall war“, erklärte Bürgermeister Andreas Lysk jüngst in der Gemeinderatssitzung. Wie er weiter erläuterte, sei 2018 das Vorhaben auf Basis einer Kostenschätzung durch ein Ingenieurbüro mit 110.000 Euro im Doppelhaushalt 2019/20 eingestellt worden. Weil man damals noch von Fördermitteln ausging, sei nur mit einen Eigenanteil von 30.000 Euro gerechnet worden.. Nun aber müsse Weißkeißel die Planungs- und Gestaltungskosten komplett alleine schultern, weshalb auf Rücklagen zurückgegriffen werde. „Außerdem nehmen wir 29.900 Euro aus den für 2020 überwiesenen 70.000 Euro vom sächsischen Fonds ,Mittel zur Stärkung des ländlichen Raums‘, weil die Investitionsmaßnahme dringend erforderlich ist.“ Vorerst nicht umgesetzt werden soll, so der Bürgermeister weiter, die angedachte Sanierung der Pkw-Stellflächen am Friedhof sowie die Erneuerung der Zuwegung. „Ich schlage vor, dies nach hinten zu verschieben, nicht aber die gesamte Maßnahme“, appellierte er an die Räte.

Die folgten den Ausführungen und beschlossen einstimmig die Vergabe der Gestaltungsleistung an eine Halbendorfer Firma. Unter fünf Ausschreibungsangeboten ging sie als wirtschaftlichster Anbieter hervor. Uni sono abgesegnet von den Räten wurde ebenfalls die Vorlage zur Finanzierung des Projekts als überplanmäßige Ausgabe der Gemeinde .

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser